Wer schrieb die Evangelien? Diese Frage beschäftigt Theologen, Historiker und Bibelforscher seit Jahrhunderten.
Die vier kanonischen Evangelien des Neuen Testaments – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – sind zentrale Texte des christlichen Glaubens, die die Lehren, das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi berichten.
Waren Apostel die Evangelisten?
Traditionell werden diese Schriften den Aposteln Matthäus und Johannes sowie den Begleitern der Apostel, Markus und Lukas, zugeschrieben.
Doch moderne wissenschaftliche Untersuchungen haben diese traditionellen Annahmen hinterfragt, indem sie die Texte selbst, die historischen Kontexte ihrer Entstehung und die Überlieferungsgeschichte analysierten (historisch-kritische Methode).
Historischer Hintergrund der Evangelien und ihrer Autoren
Dieser Beitrag soll die traditionellen Ansichten und die Erkenntnisse der modernen biblischen Forschung zur Autorenschaft der Evangelien beleuchten.
Entstehungszeit der Evangelien
Die vier kanonischen Evangelien wurden zwischen den Jahren 70 und 100 verfasst, also mindestens eine, wenn nicht zwei Generationen nach der Passion Christi.
Diese zeitliche Distanz zur Lebenszeit Jesu hat Implikationen für die Frage nach den Autoren. Die Texte wurden in einer Zeit verfasst, in der die mündliche Überlieferung von Jesu Worten und Taten eine wichtige Rolle spielte, bevor sie in schriftlicher Form festgehalten wurden.
Halten wir das noch einmal fest: Nach dem Tod des Jesus von Nazareth dauert es mindestens 40 Jahre, bis überhaupt jemand auf den Gedanken kam, die Geschichte niederzuschreiben. Bis dahin wurden das Gesagte und die Taten Jesu mündlich überliefert.
Die Autorenfrage in der frühen Christenheit
In der frühen Christenheit wurden die Evangelien zunächst ohne spezifische Autorenzuschreibung überliefert. Die traditionelle Zuschreibung zu Matthäus, Markus, Lukas und Johannes entstand erst im späten 2. Jahrhundert, basierend auf der Überlieferung der frühen Kirchenväter.

Diese Zuschreibungen sind jedoch nicht unumstritten, da es keine zeitgenössischen Belege gibt, die diese direkt bestätigen. Zu nennen ist hier vor allem Papias von Hierapolis, dessen Hauptschrift „Fünf Bücher der Darstellung der Herrnworte“ allerdings nicht erhalten ist.
Das wenige, was wir über ihn wissen, stammt aus der Feder des Historikers Eusebius von Caesarea (260–339). Papias ist die erste Quelle, die Markus als Dolmetscher des Petrus und Verfasser des Markusevangeliums nennt sowie Matthäus als Autor des Matthäusevangeliums.

In welcher Reihenfolge wurden die Evangelien verfasst?
Bei Markus, Matthäus und Lukas spricht man von den drei synoptischen Evangelien. Synopse bedeutet „Zusammenschau“, wir werden gleich noch sehen, inwieweit diese drei Zusammengehörigkeit zeigen. Die Evangelien wurden in folgender Reihenfolge verfasst:
- Markusevangelium (um 65–70 n. u. Z.)
- Matthäusevangelium (um 70–85 n. u. Z.)
- Lukasevangelium (um 80–90 n. u. Z.)
- Johannesevangelium (um 90–110 n. u. Z.)
Diese Reihenfolge spiegelt die Mehrheitsmeinung der biblischen Gelehrten wider, basierend auf textkritischen Analysen und historischen Indizien. Die Reihenfolge, in der die Texte im Neuen Testament stehen, unterscheidet sich von der Chronologie ihrer Entstehung, hier finden wir:
- Matthäus,
- Markus,
- Lukas und schließlich
- Johannes.

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Wer schrieb das Matthäusevangelium?
Traditionell wird angenommen, dass Matthäus, der in den Evangelien auch als Levi, der Zöllner, bekannt ist, direkt Zeuge der Ereignisse im Leben Jesu war und seine Erfahrungen und Lehren Jesu niederschrieb.
Traditionelle Auffassung nach Papias und Irenäus
Diese Annahme stützt sich auf die frühen Kirchenväter, wie Papias von Hierapolis, der im 2. Jahrhundert lebte und behauptete, dass Matthäus das Evangelium ursprünglich in der „Sprache der Hebräer“ verfasst habe. Ebenfalls zu nennen ist der Kirchenvater Irenäus von Lyon: Gerade dessen offenkundiges Bestreben, den Evangelisten Matthäus mit dem Apostel Matthäus gleichzusetzen (Stichwort: „apostolische Autorität“), wird aber heute eher als Argument gegen die historische Verlässlichkeit dieser Behauptung gewertet.
Ob der Apostel Matthäus tatsächlich auch der Verfasser des ihm zugeschriebenen Evangeliums ist, wird in der wissenschaftlichen Forschung kontrovers diskutiert und heute großteils verneint.
Der Verfasser des Matthäusevangeliums ist unbekannt
Historisch-kritische Exegeten argumentieren mit zwei schwerwiegenden Tatsachen: Erstens, das bereits erwähnte, allzu offensichtliche Bestreben der Kirchenväter, aus dem Apostel auch den Evangelisten ableiten zu wollen.
Und zweitens die Beobachtung, dass das Matthäusevangelium stark vom Markusevangelium abhängig zu sein scheint, was durch die sogenannte Zweiquellentheorie gestützt wird. Ein Augenzeuge hätte wohl kaum eine derlei fremde Quelle zur Abfassung seines eigenen Berichts benötigt – welche er dann auch noch fast im Wortlaut wiedergibt.
Die Zweiquellentheorie: Markus + Q = Matthäus
Nach der Zweiquellentheorie nutzte der Verfasser des Matthäusevangeliums das Markusevangelium und eine verlorene Quelle, oft Q-Quelle genannt, als Grundlage für sein Werk. Dies wirft Fragen bezüglich der direkten Augenzeugenschaft des Matthäus auf, da eben ein Augenzeuge nicht so stark von den Berichten anderer abhängig gewesen wäre.
Die Zweiquellentheorie gilt als anerkannt, auch wenn sie nicht alle textkritischen Probleme des Neuen Testaments löst, bisweilen variiert wurde und immer noch diskutiert wird.
Ihre wesentlichen Fundamente sind
- die Mehrfachüberlieferung (dass also Textstellen in zweien oder allen dreien synoptischen Evangelien auftauchen, die sogenannte duplex traditio und triplex traditio),
- die Übereinstimmung im Wortlaut,
- die Übereinstimmung in der Textquantität
- die Übereinstimmung in der Textreihenfolge und
- spezielle „nichtmarkinische“ Textstellen, die nur bei Matthäus und Lukas auftauchen, aber eben nicht bei Markus (dies ist die Ausgangsüberlegung für die sogenannte Logienquelle Q).

Das Schaubild zeigt die Abhängigkeit der Evangelisten und Quellen
Weiterhin legen historische Analysen nahe, dass das Matthäusevangelium in einem griechischsprachigen Umfeld verfasst wurde, was auf eine Zielgruppe jüdischer Christen mit einer guten Kenntnis der griechischen Sprache und Kultur hinweist.
Die Zuweisung des Evangeliums zu Matthäus durch die frühe Kirche könnte auch eine Frage der Autoritätszuschreibung sein, um dem Text mehr Gewicht zu verleihen – ist ja ein Unterschied, ob jemand Augenzeuge war oder 50 Jahre nach den Ereignissen etwas zusammenschrieb. Die Verbindung mit einem direkten Apostel Jesu erschien den Kirchenvätern da zweifelsohne geeigneter.

Wer schrieb das Markusevangelium?
Das Markusevangelium ist das kürzeste der vier Evangelien (16 Kapitel, 661 Verse) und wird traditionell Johannes Markus zugeschrieben. Johannes Markus war ein Begleiter des Apostels Petrus und wird in der Apostelgeschichte sowie in den Briefen des Neuen Testaments erwähnt.
Die traditionelle Zuschreibung basiert wieder auf Papias von Hierapolis. Papias beschreibt Johannes Markus als den „Interpreten“ des Petrus, der die Predigten des Petrus aufzeichnete und so das Evangelium verfasste. Wie alle Evangelien wurde es auf (Alt-)Griechisch verfasst.
Verfasser des Markusevangeliums
Das Markusevangelium wurde zunächst anonym verbreitet. Die Überschrift mit der Namensnennung wurde erst später hinzugefügt. Der älteste Nachweis findet sich wenig überraschend wieder bei Papias. Alle anderen Zeugen für die Autorschaft des Markus (z. B. Hieronymus oder Tertullian) berufen sich letztendlich auf den folgenden Satz bei Papias:
„Marcus war der Dolmetscher des Petrus und schrieb sorgfältig auf, was er im Gedächtnis behalten hatte“.

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Ob Johannes Markus der Verfasser des Markusevangeliums war, ist bis heute umstritten. Dafür spricht, dass der Text sehr lebhaft und detailgetreu ist, sodass man eine Nähe zu einem Augenzeugen wie Petrus zumindest plausibel machen könnte.
Es gibt aber auch Gegenargumente: Markus’ Griechisch weist keine semitischen Einflüsse auf, was gegen eine Abstammung aus Palästina spricht (was aber bei Markus Johannes der Fall hätte sein müssen). Zudem müsste Markus Judenchrist oder Heidenchrist gewesen sein; beides wird aufgrund des Textes und seiner Wirkung bezweifelt.
Wer war Autor des Lukasevangeliums?
Lukas, der Autor des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte, wird traditionell als ein Begleiter des Paulus von Tarsus identifiziert. Seine Werke zeichnen sich durch eine sorgfältige Komposition und das Bestreben aus, eine ordentliche und zusammenhängende Geschichte von Jesu Leben und der frühen Kirche zu erzählen.

Er wird in den Paulinischen Briefen als Arzt erwähnt (Kolosser 4:14) und war demnach ein gebildeter Mann griechischer Herkunft. Die Zuschreibung basiert auf der antiken christlichen Tradition, und Lukas wird als jemand beschrieben, der zwar nicht direkt zu den zwölf Aposteln gehörte, aber eng mit dem Apostel Paulus zusammenarbeitete und Teil der frühen christlichen Gemeinde war. (Wobei ja auch Paulus keiner der „Zwölf“ war.)
Während das Lukasevangelium selbst keinen direkten Hinweis auf seinen Verfasser gibt, unterstützt die traditionelle Zuschreibung die Ansicht, dass das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte von ein und derselben Person verfasst wurden.
Die erste Namenserwähnung finden wir im Papyrus 75 – es ist das älteste größere Manuskript dieses Evangeliums und schließt mit „nach Lukas“. Dieser Lukas soll ein griechischer Heidenchrist gewesen sein (d. h. nicht-jüdischer Herkunft). Er soll Paulus auf seiner zweiten Missionsreise als Arzt begleitet haben. Drei der Paulusbriefe erwähnen „Lukas, den Arzt“.

Die erste Erwähnung des Lukas als Evangelisten und als Begleiter des Paulus finden wir wieder bei Irenäus von Lyon (s. o.) – in der heutigen Forschung wird diese Auffassung nur noch von wenigen vertreten.

Die historisch-kritische Forschung sieht Diskrepanzen zwischen dem Lukasevangelium und den Paulus-Briefen als schwerwiegende Argumente gegen Lukas als Paulus-Begleiter an. So enthält die Apostelgeschichte, die ja ebenfalls Lukas zugeschrieben wird, Erzählungen über Paulus, die in einigen Details von Paulus‘ eigenen Briefen abweichen.

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Beispielsweise gibt es Unterschiede in der Beschreibung der Jerusalemreise und der Begegnung mit den anderen Aposteln. Kritiker argumentieren, dass ein direkter Schüler von Paulus wahrscheinlich konsistenter in der Darstellung von Ereignissen gewesen wäre, an denen Paulus beteiligt war.
Zudem fehlen persönliche Details und der Schreibstil Lukas’ weist eher auf einen hellenistischen Hintergrund hin. Ebenfalls bedeutsam: Lukas nennt Paulus an keiner einzigen Stelle „Apostel“ – für Paulus selbst allerdings war diese (Eigen-)Zuschreibung absolut grundlegend.
Auch zeitlich gibt es eine Diskrepanz: Stimmt die Datierung (80–90) der Lukas-Entstehungszeit, wären dies zwei oder sogar drei Jahrzehnte nach Paulus’ Tod. Das wirft ebenfalls Fragen auf bezüglich der Möglichkeit, ob Lukas ein direkter Zeitgenosse und Begleiter von Paulus war.
All dies weckt Zweifel an dem Autor Lukas als Schüler des Paulus. Wie bei Markus und Matthäus gilt: Genaues weiß man nicht.
Wer schrieb das Johannesevangelium?
Das Johannesevangelium wird traditionell dem Apostel Johannes, dem „Lieblingsjünger“ Jesu, zugeschrieben. Dieses Evangelium unterscheidet sich in Stil und Inhalt erheblich von den synoptischen Evangelien und bietet eine eigene theologische Perspektive.
War der Evangelist Johannes der Lieblingsjünger Jesu?
Diese Zuschreibung basiert auf der internen Evidenz des Textes selbst, in dem der Verfasser sich als „der Jünger, den Jesus liebte“ bezeichnet. Außerdem spielt mal wieder Irenäus von Lyon eine Rolle.
In der modernen biblischen Forschung gibt es allerdings erhebliche Zweifel daran, dass die Autorenschaft des Johannesevangeliums von einer einzigen Person stammt, geschweige den vom Apostel Johannes – obwohl das Evangelium selbst mit dieser Behauptung endet.
20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! (…) 24 Dies ist der Jünger, der das bezeugt und aufgeschrieben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.
(Jh. 21,20-24)
Die christliche traditionelle Auffassung folgt dieser Darstellung – man erkennt langsam ein Muster bei der Suche nach einem Apostel-Evangelisten. Zumindest ein Augenzeuge wäre halt doch schön.
Auch Irenäus meldet sich hierzu wieder zu Wort; er beruft sich auf eben jene Stelle bei Johannes.
„Zuletzt gab Johannes, der Jünger des Herrn, der auch an seiner Brust ruhte, selbst das Evangelium heraus, als er sich in Ephesos in der Asia aufhielt.“
Johannes, der Zebedaide vs. Johannes, der Presbyter
Eine andere Schule deutet auf Johannes, den Presbyter als Autor des Johannesevangeliums. Seine Erwähnung findet sich bei Papias (auch hier: siehe oben), den wir wiederum in der Kirchengeschichte des Eusebius zitiert finden (3,39,4). Johannes der Presbyter sei als Verfasser der Johannesbriefe identifiziert, welche große Ähnlichkeit mit dem Johannesevangelium zeigten.
Gegen Johannes den Apostel als Autor spricht noch einiges mehr:
Das Evangelium selbst nennt keinen expliziten Autor. Die Identifizierung mit Johannes basiert damit ausschließlich auf der Tradition und Interpretation externer Quellen sowie auf Schlüssen aus dem Text.
Der hohe Grad an theologischer Reflexion und der komplexe literarische Stil des Johannesevangeliums haben einige Forscher dazu veranlasst, zu hinterfragen, ob ein Fischer aus Galiläa, wie Johannes es war, in der Lage gewesen wäre, einen Text dieser Art zu verfassen. Diese Überlegungen führen zu Spekulationen über andere mögliche Verfasser oder über die Rolle von Schreibgemeinschaften bei der Entstehung des Textes.
Die Datierung des Johannesevangeliums auf das Ende des 1. Jahrhunderts n. u. Z. (um 90–110 n. u. Z.) wirft Fragen zur Möglichkeit auf, dass der historische Johannes der Verfasser sein könnte. Wir erinnern uns: Jesus wurde um das Jahr 30 gekreuzigt. Der Text entstand also mindestens 60 Jahre später, vielleicht sogar 80 Jahre.
Die späte Datierung lässt vermuten, dass das Evangelium das Ergebnis einer längeren mündlichen Tradition und theologischen Entwicklung innerhalb der johanneischen Gemeinde sein könnte.
Einige Forscher argumentieren so, dass das Johannesevangelium das Produkt einer „johanneischen Gemeinde“ ist, die sich um den historischen Johannes oder einen anderen charismatischen Lehrer gebildet hatte. Diese Gemeinde könnte ihre theologischen Überzeugungen und spirituellen Erfahrungen in den Text eingebracht haben.
Zuletzt führen Unterschiede in der Darstellung von Ereignissen und Theologie im Vergleich zu den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) zu erheblichen Zweifeln. Widersprüche in historischen Details haben ebenfalls zu den Zweifeln an der Autorenschaft des Apostels Johannes beigetragen.
So geht die Wissenschaft heute von mehreren Autoren des Johannesevangeliums aus. Eine „Grundschrift“ wurde um die Kapitel 15, 16 und 17 von weiteren Autoren ergänzt und eine weitere Ergänzung erfolgte um das Kapitel 21.
Die ältesten einigermaßen umfangreichen Johannes-Textzeugnisse sind die Papyri 66 (fast vollständig) und 75 (rund die Hälfte) – diese sind gesammelte Handschriften.
Als Einzeltexte identifizierbare Handschriften des Johannesevangeliums sind nicht bekannt.
Moderne wissenschaftliche Perspektiven
Textkritische Analysen
Moderne textkritische Analysen haben gezeigt, dass die Evangelien das Ergebnis eines komplexen Überlieferungsprozesses sind, einschließlich mündlicher Traditionen und früher schriftlicher Quellen. Diese Erkenntnisse werfen Fragen bezüglich der direkten Autorenschaft der traditionell zugeschriebenen Personen auf.
Die synoptische Frage
Die sogenannte synoptische Frage beschäftigt sich mit den literarischen Beziehungen zwischen den Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas.
Die Forschung deutet darauf hin, dass diese Texte voneinander abhängig sind, wobei das Markusevangelium wahrscheinlich als erste schriftliche Quelle diente.

Die Rolle apokrypher Evangelien
Die Entdeckung apokrypher Evangelien, die nicht in den Kanon des Neuen Testaments aufgenommen wurden, hat das Verständnis der Vielfalt frühchristlicher Überzeugungen und Texte erweitert. Diese Texte bieten alternative Perspektiven auf Jesu Leben und Lehren und fordern die traditionellen Zuschreibungen weiter heraus.
Schlussfolgerung: Wer also schrieb die Evangelien?
Wir wissen es nicht genau. Die traditionelle Zuschreibung werden von den kritisch-historischen, wissenschaftliche Methoden kritisch hinterfragt. Das Ansinnen der frühen Kirchenväter Papias und Irenäus, die Evangelisten auf Apostel bzw. deren Begleiter und Schüler zurückzuführen, darf nicht nur stark bezweifelt werden. Man kann es ausschließen.
Evangelien? Verfasser unbekannt
„Keines der vier Evangelien ist von einem Zeitgenossen oder gar von einem Augenzeugen und Wegbegleiter Jesu geschrieben worden. Darüber sind sich die Neutestamentler aller deutschen Universitäten einig, ganz gleich, ob sie evangelisch oder katholisch sind, ob sie wie der Göttinger Gerd Lüdemann mit ihrer Kirche im Streit oder – wie die meisten – im Frieden leben.“
Jesus-Forschung: Doppelt oder nichts (SPIEGEL)
Das bedeutet: Die gefühlte Sicherheit, in der Christen in Bezug auf die Historizität und die Quellenlage des Jesus-Mythos leben, ist trügerisch.
Die Evangelisten, deren Namen mit der größten Selbstverständlichkeit von Christen im Munde geführt werden, dürften eigentlich nur in Anführungszeichen benannt werden – aus Bequemlichkeit verzichtet man darauf.
Gab es Jesus wirklich? Diese Bücher behandeln das Thema des historischen Jesus
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