Im Beitrag außerbiblische Beweise für Jesus habe ich dargelegt, was die außerbiblischen Quellen berichten. Heute geht es darum zu zeigen, warum diese Beweise nicht standhalten.
Schließlich geben ja nicht nur die Evangelien des Neuen Testaments davon Zeugnis, sondern auch unzählige Quellen außerhalb der Bibel. Oder stimmt das etwa gar nicht?
Die Quellenlage bei Jesus
Wie ich andere Stelle ausgeführt habe, steht es um die Glaubwürdigkeit der sogenannten Herrenreliquien (zum Beispiel das Turiner Grabtuch) nicht zum Besten. Die Archäologie lässt uns bei Jesus also im Stich. Eigene Schriften hinterließ Jesus nicht.
Sehen wir uns mal die Quellenlage bei den frühesten Texten an, die Jesus erwähnen. Da haben wir …
- die paulinischen Briefe,
- natürlich die Evangelien und
- die außerbiblischen Quellen.
In der Gesamtschau summiert sich das für die meisten Historiker zu einem, „ja, es gab einen jüdischen Wanderprediger namens Jesus im ersten Jahrhundert.“
Die einzelnen Quellen allerdings sind dünn; viel dünner, als es sich viele vorstellen. Gehen wir’s mal durch.
Paulusbriefe als Beleg für Jesus?
Die Paulusbriefe sind die ältesten schriftlichen Erwähnungen Jesu, man datiert sie üblicherweise zwischen die Jahre 48 und 61. Mit den Paulusbriefen gibt es allerdings auch einige Problemchen.
Erstens: Paulus ist Jesus nie begegnet und entnimmt sein „Wissen“ über die Göttlichkeit Jesu einer Vision („Damaskuserlebnis“).
Zweitens: Die Briefe tragen eine klare theologische Botschaft und sind als Sendbriefe zum Vorlesen in den urchristlichen Gemeinden verfasst worden. Mit den Lehren des Nazareners selbst haben sie nur mittelbar zu tun; Paulus stellt das Erlösungswerk in den Mittelpunkt.
Drittens. Der Theologe Hermann Detering widerspricht zudem generell der Auffassung der Paulusbriefe als glaubwürdige historiographische Zeugnisse. Detering zeigt in seinem Buch, dass es sich bei den paulinischen Briefen zur Hälfte um geschickte Fälschungen handelt, die im 2. Jahrhundert anzusiedeln sind.

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Die Bibel als historische Quelle für Jesus
Etwa 20 Jahre nach den ersten Paulusbriefen wurde das Markusevangelium verfasst. Die anderen Evangelien folgen; Johannes schließlich um etwa das Jahr 90. Hier zeigt sich bereits ein enormes Problem des zeitlichen Versatzes: Johannes schrieb 60 Jahre nach den angeblichen Ereignissen der Passion Christi.
Keiner der Evangelisten war – entgegen der Behauptungen der Kirche – Augenzeuge der Ereignisse, teilweise nicht einmal Zeitzeuge.
Man muss vorsichtig sein, wenn man die Evangelisten des Neuen Testaments als neutrale Quellen für die Historizität des Jesus von Nazareth heranzieht. Denn schließlich ist es ja genau die Absicht dieser Texte, die Glaubwürdigkeit des „Gottessohnes“ zu untermauern. Dies wird auch deutlich durch die zunehmende „Vergottung“ (Deschner) in den Evangelien: Sind es anfangs noch kleine Wunder, nimmt die Wundertätigkeit Jesu immer größere Ausmaße an, je jünger die Evangelien werden.

Die Illusion der „Unabhängigkeit“: Warum vier Quellen eigentlich eine Quelle sind
Einer der liebsten apologetischen Sätze ist dieser: „Wir haben vier Evangelien – vier unabhängige Augenzeugen, die Jesus bestätigen.“
Das klingt überzeugend. Es ist falsch. Hier ist, was tatsächlich passierte: Markus schrieb das erste Evangelium. Matthäus las Markus, kopierte große Teile ab und ergänzte eigenen Stoff („Sonndergut“). Lukas las Markus, tat das gleiche. Und alle drei – Matthäus, Markus und Lukas – nutzten eine verlorene, gemeinsame Quelle, die Historiker „Q“ (Quelle) nennen. Q bestand wahrscheinlich aus Jesusworten und Sprüchen.

Außerchristliche antike Quellen zu Jesus von Nazaret
Das erste, was man in einer Geschichtswissenschaft-Vorlesung lernt: Je größer die zeitliche Distanz zwischen dem Ereignis und der Quelle, desto problematischer wird die Aussage. Das Gedächtnis der Menschheit ist ein Schweizer Käse – und je älter der Käse, desto größer die Löcher.
Apologeten würden diese Regel sofort anerkennen, wenn es um andere religiöse Figuren ging. Buddha? Krishna? Mohammed? Alle haben die gleiche Quellen-Problematik. Aber bei Jesus bekommen die Quellen einen Freifahrtschein. Das nennt sich Glaubenszuschlag.
Es gibt innerhalb der ersten 160 Jahre nur acht Erwähnungen von Jesus außerhalb der Evangelien. Wir sehen uns die wichtigeren nun der Reihe nach an und liefern dazu auch jeweils eine kleine Textkritik.
Historische Relevanz der außerbiblischen Erwähnungen
Spiler Alert: Die Relevanz dieser außerbiblischen Jesus-Quellen ist keinesfalls so eindeutig, wie man meinen möchte. Es gibt also nicht nur recht wenige Quellen, sondern die sind auch noch fragwürdig.
Im folgenden Podcast von „Man glaubt es nicht“ machen sich Till und Oliver daran, alle sechs Quellen zu analysieren. Dabei entlarven sie in gewohnt schnoddrigem Ton, dass es sich bei mindestens vier der Texte um bewusste nachträgliche Manipulationen handelt – beziehungsweise in einem Fall um eine Verwechslung.
Der Podcast bezieht sich auf das Buch „Falsche Zeugen“ des bereits erwähnten Hermann Detering. Dieser betrachtet die gemeinhin als christliche „Kronzeugen“ angesehenen …
- Flavius Josephus (Historiker, ca. 38-100),
- Publius Cornelius Tacitus (Historiker, ca. 58-120),
- Gaius Suetonius Tranquillus (Dichter, ca. 70-122),
- Plinius den Jüngeren (römischer Statthalter, ca. 63-115) und
- Lucian von Samosata (Satiriker, ca. 120-180).
- Zudem gibt es eine Erwähnung von Jesus im Talmud, einem der jüdischen Hauptschriftwerke.
Letztlich spricht Detering diesen Quellen ab, als historische Zeugnisse für die Existenz des Jesus von Nazareth dienlich sein zu können. Wir betrachten die Quellen nachfolgend kursorisch.

Der Josephus-Skandal: Die berüchtigte Interpolation
Flavius Josephus ist der Star in der apologetischen Beweis-Sammlung. Ein jüdischer Historiker, der im 1. Jahrhundert lebte, der also ein Zeitgenosse Jesu hätte sein können – sofern er Jesus überhaupt erwähnt hätte.
Aber da beginnt das Abenteuer.
Das Testimonium Flavianum: Ein gefälschter Beweis?
Josephus, so die apologetische Behauptung, schreibt über Jesus als „den Christus“ (Antiquitates 18.3.3). Das ist die „stärkste“ außerbiblische Quelle für Jesus – ein jüdischer Historiker, der den christlichen Heilsanspruch bestätigt.

Ein kleines Problem: Der Text ist nicht authentisch. Historiker sind sich weitgehend einig, dass christliche Mönche im Mittelalter diesen Text eingefügt oder drastisch überarbeitet haben.
„Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mann, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er vollbrachte nämlich ganz unglaubliche Taten und war der Lehrer aller Menschen, die mit Lust die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Dieser war der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorhergesagt hatten. Und bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort.“
Antiquitates Judaicae des Flavius Josephus
Hier sind die Beweise:
Erstens: Der Sprachstil.
Josephus schreibt in einem bestimmten Idiom – präzise, distanziert, historisch. Das Testimonium Flavianum liest sich wie eine christliche Lobrede. Es passt zu Josephus‘ restlichem Werk wie ein Mercedes Sprinter in eine antike Pferderemise.
Zweitens: Die Terminologie.
Josephus war Jude. Ein frommer Jude hätte Jesus niemals „der Christus“ genannt – das ist christliche Heilstermina und würde die Anerkennung seiner messianischen Funktion suggerieren. Flavius Josephus war kein Christ und wurde es bis zu seinem Lebensende nicht. Und er hätte definitiv nicht schreiben können, dass Jesus auferstanden sei – das hätte seiner religiösen Überzeugung widersprochen. Dennoch steht genau das im Testimonium Flavianum.
Drittens: Das Argument aus dem Schweigen.
Josephus schreibt detailliert über kleine Rebellenführer und religiöse Fakire seiner Zeit. Wenn Jesus wirklich der „Christus“ war – warum erwähnt Josephus ihn nur nebensächlich? Warum nicht mehr Raum? Die einzige Erklärung: Weil Josephus ihn nicht so beschrieben hat. Spätere christliche Redaktoren haben die Passage eingefügt oder massiv überarbeitet.
Diese Aspekte deuten darauf hin, dass die betreffende Passage nicht von Josephus in der ursprünglichen Form verfasst wurde. Die explizite Erwähnung von Heiden und die Göttlichkeit Jesu lassen sich am ehesten durch eine christliche Bearbeitung erklären. Josephus war wie erwähnt selbst kein Anhänger Jesu, sondern Jude.
Das Testimonium Flavianum ist heute so umstritten wie ein Fälschungsvorwurf gegen ein Leonardo-Gemälde – und genau darum geht es hier: Der „stärkste“ außerbiblische Beweis für Jesus ist wahrscheinlich eine Fälschung. Das ist nicht ein Fehler in der Argumentation. Das ist das Fundament der Argumentation, das wegsackt.
Es gibt noch drei weitere konkrete Probleme mit der Josephus-Stelle.
Erstes Problem: Die frühen Kirchenväter scheinen sie nämlich gar nicht zu kennen, obwohl sie die Schriften des Josephus durchaus erwähnen.
Sicherlich hätten sie diesen handfesten Hinweis auf die Historizität Jesu in ihren theologischen Auseinandersetzungen mit dem Judentum kaum ignoriert. Im Gegenteil – er wäre ihre schärfste Waffe gewesen, ein historisches Gütesiegel allererster Klasse!
Niemand allerdings führt diesen Jesus-Beweis ins Feld:
- weder Justin der Märtyrer († 165),
- noch Quintus Septimius Florens Tertullianus („Tertullian“, † nach 220),
- noch der von diesem stark beeinflusste Cyprian von Karthago († 258).
- Origenes († 253) erwähnt Josephus zwar, aber nicht das Testimonium. Er stellt sogar ausdrücklich fest, dass Josephus kein Christ gewesen sei, was unter Kenntnis der Testimonium-Flavianum-Passage eine nur schwer nachvollziehbare Meinung ist.

Wann also taucht das Testimonium Flavianum erstmalig auf? Im 4. Jahrhundert, und zwar in der heute noch gängigen Fassung (wie oben). Es findet sich in der „Kirchengeschichte“ des Eusebius von Caesarea, eines weiteren Kirchenvaters.
Wir erinnern uns: Josephus verfasste seinen Text um das Jahr 92. Eusebius hingegen beendete sein Werk erst um das Jahr 324. Irgendwann in den 232 Jahren zwischen Origines und Eusebius muss ein christlicher Schreiber das Zitat also hinzugefügt haben.
Zweites Problem: Der Absatz unterbricht vollkommen den Textfluss. Josephus schildert an der Stelle Aufstände zur Amtszeit des Pontius Pilatus. Dieser Kontext wird vom Testimonium Flavianum komplett ignoriert, was ein weiterer Hinweis auf eine Interpolation (= Einschub der Kopisten) ist.
Dies war wohl noch die passendste Stelle, die die christlichen Schreiber finden konnten, um mit dieser Hinzufügung das Leben Jesu zu „belegen“. Falls dies so stattfand, handelt es sich bei einem der wichtigsten Textdenkmäler zur Historizität Jesu um eine blanke Fälschung.

Drittes Problem: Es sind laut Deschner Handschriften des Josephus nachgewiesen, die das Testimonium nicht enthalten, und zwar noch im 17. Jahrhundert. Deschner nennt in diesem Zusammenhang den niederländischen Theologen Gerhard Johann Vossius, in dessen Besitz sich ein solches Manuskript befunden haben soll. Damit wäre die Interpolation und damit die nachträgliche Einfügung der Textstelle erwiesen.
Dies sind deutliche Hinweise darauf, dass dieses Zitat zu der genannten Zeit nicht von Josephus geschrieben wurde. Der Hinweis auf die Heiden und die Göttlichkeit von Jesus jedenfalls ist nur zu verstehen, wenn ihn Christen geschrieben haben. Josephus allerdings war kein Jesusanhänger.
Die Kopisten, die seinen Text über die Jahrhunderte weitergaben, allerdings schon. Bibelwissenschaftler Bart Ehrman vertritt die These, dass viele der biblischen Geschichten und weit verbreiteten Überzeugungen über die Göttlichkeit Jesu, die Dreifaltigkeit und den göttlichen Ursprung der Bibel selbst auf absichtliche und zufällige Änderungen durch Schreiber zurückzuführen sind.

Flavius Josephus II: Die Jakobusnotiz (Jakobus, der „Herrenbruder“)
Eine zweite Erwähnung betrifft Jakobus, den „Bruder Jesu, der Christus genannt wurde“. Dieser sei im Jahre 62 auf Geheiß des Hohepriesters Hannas des Jüngeren gesteinigt worden.
Allerdings gibt es plausible Hinweise darauf, dass die hier von Josephus geschilderten Ereignisse eigentlich einen Machtkampf zweier jüdischer Priesterfamilien abbilden und mit Jesus von Nazaret nicht das mindeste zu tun haben.
Denn: Jesus (Jehoschua) war kein seltener jüdischer Name, insofern besteht durchaus Verwechslungsgefahr. Menschen in Judäa trugen in der Antike schließlich keine Nachnamen, wie wir es gewohnt sind, sondern mussten durch Namenszusätze („von Nazaret“, „der Fischer“ u. ä.) unterschieden werden.
Die Story in Kürze: Hannas nutzt das Machtvakuum in der zeitlichen Lücke zwischen der Besetzung zweier Provinzverwalter und bringt in dieser Zeit den Jakobus aus einer konkurrierenden Adelsfamilie (und weitere) um. Der neu angekommene Provinzverwalter zeigt sich nach seiner Ankunft entrüstet, setzt Hannas ab und setzt nun einen weiteren Jesus (Sohn des Damneus) als Nachfolger des Hannas ein.
Welcher Jesus wird hier eigentlich erwähnt?
Die Schilderung dieses jüdischen Familien-Machtkampfs ist gut nachvollziehbar. Allein der Zusatz „der Christus genannt wurde“ macht den Zusammenhang unklar.
Geht man allerdings davon aus, dass auch dieser Einschub nachträglich gemacht wurde (was beim Kopieren nicht selten vorkam), lösen sich alle Widersprüche wieder auf. So bleibt der Text der Jakobsnotiz als Beweis für Jesus bis heute umstritten.
Irrtum statt Beweis bei Origenes
Der Historiker Richard Carrier legt in diesem Zusammenhang nahe, dass dieser Einschub bei der Hinrichtung des Jakobus auf einen Irrtum bei Origenes zurückzuführen sein dürfte.
Origenes meinte irrtümlich, sich zu erinnern, er habe von der Hinrichtung bei Josephus gelesen. Tatsächlich findet sich die Stelle aber bei Eusebius. Nachdem Origenes verlautbart hatte, dass Josephus vom Herrenbruder Jakobus und dessen Märtyrertod berichtete, prüfte man den Josephus-Text dahingehend. Schließlich setzte man den Textteil „der Christus genannt wird“ an erwähnter Stelle hinzu, damit alles seine „Ordnung“ hat.
Earl Doherty, ein Verfechter der Jesus-Mythos-Theorie, argumentierte 1999 ebenfalls, dass Josephus in dieser Passage nicht Jesus von Nazaret meinte, sondern Jesus bar Damneus. Doherty sah den Zusatz „…der Christus genannt wird“ wie Carrier als spätere christliche Einfügung an.

Tacitus und das Kernproblem der zeitlichen Distanz
Tacitus, der römische Historiker, ist neben Flavius Jopsephus der zweite Star der apologetischen „Beweis“-Sammlung. Um 116 n.Chr., also 80 bis 90 Jahre nach Jesu vermeintlicher Hinrichtung, schreibt Tacitus in seinen Annalen über die Christenverfolgung unter Nero. Beiläufig erwähnt er, dass diese „Christus“ von Pilatus hingerichtet wurde.
Der römische Historiker Publius Cornelius Tacitus erwähnt Jesus in seinem Werk „Annalen“, das um das Jahr 116 geschrieben wurde. Diese Erwähnung findet sich im Zusammenhang mit der Beschreibung der Neronischen Christenverfolgung im Jahr in Rom.
In Buch 15, Kapitel 44 der Annalen, beschreibt Tacitus die Bemühungen des Kaisers Nero, die Gerüchte zu zerstreuen, dass er für den Großen Brand von Rom verantwortlich war. Er schreibt, dass Nero die Christen als Sündenböcke benutzte und sie grausam verfolgte.
Tacitus führt dann aus:
„Um das Gerücht aus der Welt zu schaffen, schob [Nero] die Schuld auf andere und verhängte die ausgesuchtesten Strafen über die wegen ihrer Verbrechen Verhassten, die das Volk ‚Chrestianer‘ nannte. Der Urheber dieses Namens ist Chrestus, der unter der Regierung des Tiberius vom Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden war.
Für den Augenblick war [so] der verderbliche Aberglaube unterdrückt worden, trat aber später wieder hervor und verbreitete sich nicht nur in Judäa, wo das Übel aufgekommen war, sondern auch in Rom, wo alle Greuel und Abscheulichkeiten der ganzen Welt zusammenströmen und gefeiert werden.
Tacitus, Annalen
Hier wird Christus also namentlich erwähnt. Bei genauerem Hinsehen allerdings schreibt Tacitus „Chrestus“ anstelle von „Christus“ und verwechselt auch den Titel des Pontius Pilatus – dieser war von 26–36 unter dem Kaiser Tiberius Präfekt, nicht Prokurator.
Vom Leben und Wirken des angeblichen Messias erfährt der Leser nichts. Es ist eine methodische Katastrophe. Es ist, als ob ich ein Geschichtsbuch über das Jahr 1944 schreiben würde – aber ohne das Zutun von Zeitzeugen, sondern darauf basierend, was ich halt so gehört habe. Das ist Tacitus und Jesus.

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Die Stelle wurde mutmaßlich rund ein Jahrhundert nach der Kreuzigung verfasst, die Quellen deuten auf das Jahr 117. Zu der Zeit war das Christentum bereits mehr oder weniger organisiert; auch die drei synoptischen Evangelien könnten bereits existiert haben. So könnte, so ein Einwand von Arthur Drews, Tacitus schlicht diese Quellen oder die mündliche Überlieferung gekannt haben und sich an der Stelle auf sie beziehen.
Drews zitiert den französischen Philosophen Charles François Dupuis, der in Bezug auf Tacitus zusammenfasste:
„Tacitus sagt, was die Legende sagt. (…) Als Tacitus in seinem Bericht über Nero und die Sekte der Christen so sprach, gab er lediglich die vermeintliche Etymologie des Namens an, ohne sich im Geringsten darum zu kümmern, ob Christus wirklich existiert hatte oder ob es sich lediglich um den Namen des Helden einer heiligen Legende handelte. Eine solche Untersuchung war seinem Werk völlig fremd.“
Charles François Dupuis: Ursprung der Gottesverehrung. Die Glaubenslehren und Religionsbräuche aller Zeiten und Völker und die damit verbundene Herrschaft des Priestertums und Aberglaubens in ihrer Entstehung und Entwicklung, S. 223;
Drews schließt aus der römischen Aktenlage zu Jesus (nicht vorhanden) und der Tatsache, dass Tacitus „nie die Archive studiert hat“, dass „die Erwähnung bei Tacitus kein Beweis für die Historizität Jesu [ist], denn sie kommt viel zu spät“.

Und weiter:
„Es ist fast sicher, dass der römische Historiker [Tacitus] sie einfach aus der christlichen Legende abgeleitet hat. Tacitus konnte im Jahr 117 nur das über Christus wissen, was ihn aus christlichen oder mittleren Kreisen erreichte. In solchen Angelegenheiten gab er lediglich Gerüchte in dem Licht wieder, das sein Thema ihm zu verlangen schien.“
Arthur Drews: The Witnesses to the Historicity of Jesus
Drews adressiert das Argument für die Echtheit des Tacitus, dass dessen Stil unnachahmlich sei, was eine spätere christliche Hinzufügung unwahrscheinlich mache. Er verwirft es als wenig stichhaltig: Schließlich seien die Kopisten des Mittelalters monate-, ja jahrelang mit den Schriften bestimmter Autoren beschäftigt gewesen.
Es wäre für sie ein leichtes gewesen, den Schreibstil des Tacitus nachzuahmen. Im Gegenteil habe der eigenwillige Stil des Tacitus eine Nachahmung sogar erleichtert.
Ein weiteres Argument für die Echtheit von Tacitus ist die negative Darstellung der Christen in der Passage. Ein Kopist hätte die Christen wohl positiver dargestellt, so der Einwurf. Hier argumentiert Drews, dass im Gegenteil gerade diese negativen Äußerungen sich als historisch besonders glaubwürdig zeigen – und das wussten auch gegebene Fälscher.
Ich spare mir an dieser Stelle die komplizierten Ausführungen der Drews’schen Quellenkritik und zur historischen Einschätzung des großen Rombrandes unter Nero; ihr könnt sie selbst nachlesen (siehe Link beim obigen Zitat). Eines sei aber noch erwähnt. Keines der Werke Tacitus wurde im Laufe der Jahrhunderte ohne Interpolationen überliefert. Die tacitaneische „Reinschrift“ ist uns somit unbekannt.
Zweifel am Tacitus-Text
Schließlich sammelt Drews noch Argumente gegen die Echtheit der Tacitus-Passage. Sie ergebe in ihrem Wortlaut keinen Sinn bzw. decke sich nicht mit dem, was über die frühen Christen in Rom bekannt war. So seit es zur Zeit des Rombrandes unvorstellbar, „dass die Anhänger Jesu zu dieser Zeit in der Stadt eine Gemeinschaft bildeten, die so bedeutend war, dass sie die öffentliche Aufmerksamkeit und den Unmut der Menschen auf sich zog“.
Drews schließt daraus, dass der Text ein Einschub aus einem späteren Jahrhundert war, in dem dies sehr wohl der Fall war. Nämlich, „als die Zunahme und der propagandistische Eifer der Christen die anderen Religionen gegen sie aufbrachte und ihr Widerstand gegen die Gesetze des [römischen] Staates die Behörden veranlasste, gegen sie vorzugehen“.
Andere Forscher (z. B. der französische Gelehrte Hochart) bestreiten, dass Zeitgenossen den Brand überhaupt Nero zugeschrieben haben. Falls dies nicht der Fall war, ergibt die Tacitus-Passage allerdings keinen Sinn mehr. Für eine Christenverfolgung unter Nero, wie von Tacitus behauptet, gäbe es dann keinen nachvollziehbaren Grund mehr.
Weiter, so Drews, sei der Ausdruck „Christen“ zur Zeit Tacitus ganz und gar unüblich gewesen. „Kein einziger griechischer oder römischer Schriftsteller des ersten Jahrhunderts erwähnt den Namen: weder Juvenal noch Persius, Lucian oder Martial, der ältere Plinius oder Seneca.“ Diese Bezeichnung ist daher kritisch zu beachten; sie erscheint viel nachvollziehbarer unter der Annahme einer späteren Interpolation.
Auch die Hinrichtungsart als „lebende Fackeln“, die Tacitus im Zusammenhang mit der Christenverfolgung beschreibt, ist aus der Zeit Neros nicht überliefert. Dass das Geschehen noch dazu in den Gärten Neros stattgefunden haben soll, einer Zufluchtsstätte aus Holzverschlägen und Zelten, erscheint vollkommen abwegig, wenn man einen weiteren Großbrand in der Hauptstadt nicht herausfordern wollte.
Hingegen ist diese Textstelle gut geeignet, die Legende der ersten Märtyrer zu untermauern und den Vatikan, wo sich damals die Gärten Neros befanden, als heiligen Boden und Pilgerstätte zu legitimieren.
Tacitus eine Fälschung?
Drews legt dar, wie die Geschichtsschreibung die neronische Christenverfolgung zunächst komplett ignoriert. Ursprünglich starben den Darstellungen zufolge nur Petrus und Paulus in Rom.
Erst im 3. Jahrhundert wird eine breitere Verfolgung der Christen erwähnt – in einem (nachweislich gefälschten) Briefwechsel zwischen Seneca und Paulus von Tarsus. Im 4. Jahrhundert wird sie in der Chronik des Sulpicius Severus (gest. 403) abgebildet – in fast wörtlicher Übereinstimmung mit Tacitus.
Und jetzt wird ein Schuh draus: Aus all dem schließt Drews, dass ein klösterlicher Kopist die Passage aus dem Sulpicius in den Tacitus quasi rückübertragen hat – „zur größeren Ehre Gottes und um die Wahrheit der christlichen Tradition durch ein heidnisches Zeugnis zu stärken“.
Das würde auch erklären, wieso das gesamte Mittelalter diese für die Christenheit hochbrisante Tacitus-Passage gekonnt ignorierte. Sie lag nämlich nur in einer einzigen Abschrift vor (dem Codex Mediceus II). Erst 1470 wurde der Text in Venedig von den Gebrüdern Speyer, sämtliche weiteren Handschriften wiederum sind Abschriften dieses venezianischen Drucks.
Alles in allem gibt es schwerwiegende Zweifel an der Authentizität Tacitus-Passage über die Christen in Neros Rom. Die Hinweise auf eine spätere christliche Einfügung verdichten sich recht deutlich.
Plinius der Jüngere
In einem Brief an Kaiser Trajan beschreibt Plinius der Jüngere (ca. 61–113 n. u. Z.), der römische Gouverneur von Bithynien, christliche Gottesdienste und erwähnt, dass Christen Christus „wie einen Gott“ verehren.
Plinius war im Jahr 111 Provinzverwalter geworden. Er verfasste zehn Bände mit Briefen und gab diese heraus. Die ersten neun Bände enthalten unterschiedliche private Korrespondenzen, der zehnte Band seine Briefe aus Bithynien (heute: Türkei) an den Kaiser Trajan. Der zehnte Plinius-Band umfasst einen Briefwechsel aus insgesamt 109 Briefen, von denen 61 Briefe von Plinius an Trajan sind und 48 Briefe von Trajan an Plinius.

Laut dieses Briefwechsels erfragt Plinius beim Kaiser Rat in einer ganzen Reihe praktischer, politischer und philosophischer Fragen. Die Formalisierung dieser Briefe, die alle einen standardisierten Aufbau aufweisen und in einer charakteristischen Tonalität gehalten sind, war Anlass für einige Historiker, ihre Echtheit zu bezweifeln.
Würde Plinius wirklich den Kaiser um Rat fragen, was die Ausgestaltung der Kanalisation oder die Bewachung der Gefängnisse angeht? Plinius versucht ohne Zweifel, sich mit diesem Briefwechsel einen Platz in der Geschichte zu sichern.
Dass ihm dies wichtig war, lässt sich aus anderen Korrespondenzen ableiten. Es gibt deswegen auch Stimmen, die Zweifel an den Trajan-Briefen des Plinius haben.Die Mehrheit der Historiker und Experten für antike Literatur hält die Korrespondenz aber für authentisch.
Stil und Inhalt der Briefe passen zu dem, was man sonst von Plinius kennt, und stehen im Einklang mit dem, was über die administrative Praxis und die rechtlichen Rahmenbedingungen des Römischen Reiches in dieser Zeit bekannt ist. Die Briefe fügen sich nahtlos in das historische Bild der Zeit ein, ohne Anachronismen oder Inhalte, die auf ein späteres Verständnis der Ereignisse hindeuten würden. Zudem gibt es andere antike Quellen, einschließlich christlicher Autoren wie Tertullian, die sich auf diese Korrespondenz beziehen, was darauf hindeutet, dass sie bereits in der Antike bekannt und anerkannt war.
Die Plinius-Briefe gelten also gemeinhin als verlässliche Dokumente, „deren Authentizität nicht ernsthaft bestritten wird“ (van Voorst: Jesus Outside the New Testament: An Introduction to the Ancient Evidence, S. 27). Es sollte aber erwähnt werden, dass keine Originale überliefert sind. Wir haben nur Kopien. Der zehnte Band wurde im Gegensatz zu den vorangehenden neun Bänden erst 1502 vorgelegt. Die diesem zugrunde liegende Handschrift ist heute nicht mehr lokalisierbar.

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Plinius und die Christen in Bithynien
Kommen wir nun zu der Plinius-Stelle mit den Christen. Plinius möchte von Trajan wissen, wie er mit den Christen umzugehen habe. Die Christen galten als problematisch, da sie sich nicht am Kaiserkult beteiligten. Dadurch wurden sie zum Ziel aller möglichen Repressalien. So habe er Christen unter Androhung von Gewalt zum Abschwören ihres Glaubens gebracht. Die berühmte Stelle taucht in Brief Nummer 96 auf.
„Denen, die bestritten, Christen zu sein oder gewesen zu sein, sprach ich die Formel vor und ließ sie die Götter anrufen und zu Deinem Standbild […] mit Weihrauch- und Weinspenden beten und außerdem Christus lästern. Daraufhin konnten sie meines Erachtens freigelassen werden. Denn zu all dem sollen sich wahre Christen nicht zwingen lassen. […] Sie versicherten, ihre ganze Schuld oder ihr Irrtum habe darin bestanden, dass sie sich regelmäßig an einem bestimmten Tag vor Dämmerung versammelten, um Christus als Gott ein Lied darzubringen und sich durch Eid zu verpflichten – nicht etwa zu einem Verbrechen, sondern zur Unterlassung von Diebstahl, Raub, Ehebruch, Treulosigkeit, Unterschlagung von anvertrautem Gut.“
Plinius, Epistula X/96
Liefert Plinius den Beweis für Jesus?
„Christus“ wird in Brief 96 also persönlich erwähnt: Zunächst im Zusammenhang des „Lästerns“, das Plinius den Christen auferlegt, um zu testen, ob sie ihren Glauben ernst meinen. Und noch einmal an der Stelle, an der Christen Jesus „als Gott ein Lied dar[zu]bringen“.
Mit dem „historischen“ Jesus befasst sich Plinius allerdings gar nicht. Als Urheber eines „Aberglaubens“ (lat.: superstitio), wie es an anderer Stelle heißt, ist Jesus offenbar nicht wichtig genug, um mit Trajan über ihn zu sprechen.
Fassen wir also nochmal kurz daran, was Plinius an Trajan schreibt. Schreibt er, er habe Jesus gesehen oder er habe an dessen Grab gestanden oder dergleichen? Nein. Er schreibt über die Anhängerschaft des Jesus von Nazareth und wie er sich in Bezug auf diese verhalten soll.
Christliche Schriften erwähnt Plinius übrigens mit keinem Wort. Erwähnt werden sollte auch, dass Plinius und Tacitus befreundet waren und sich Briefe schrieben.
Sueton
Bei Sueton findet sich nur ein einziger dürrer Satz, der einen „Chrestos“ erwähnt. In seinen Biographien über die ersten römischen Kaiser erwähnt Gaius Suetonius Tranquillus (kurz: Sueton (ca. 69–122) ein Edikt des Kaisers Claudius, das Juden aus Rom verbannte. Das Edikt wird auf das Jahr 49 datiert.
„Die Juden, welche von einem gewissen Chrestos aufgehetzt, fortwährend Unruhe stifteten, vertrieb er aus Rom.“
Während unklar ist, ob sich diese Erwähnung direkt auf Jesus von Nazareth bezieht, interpretieren einige Forscher sie als Hinweis auf die frühe Präsenz und Wirkung des Christentums in Rom.
Jüdische Unruhen unter Kaiser Claudius
Hier gibt es eine doppelte Verwechslungsgefahr.
Erstens wurde im Römischen Reich vor dem Jüdischen Krieg (66–70) kaum zwischen Juden und Christen unterschieden, da die frühen Christen („Judenchristen“) formal durchaus Juden waren und sich auch als solche verstanden.

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Die zweite mögliche Quelle für Verwechslungen ist der Name „Chrestos“. Ist damit Jesus von Nazareth als Christus gemeint? Ist das der Beweis für Jesu Historizität?
Kann ja eigentlich nicht sein, denn im Jahr 49 war Jesus ja bereits über zehn Jahre tot, konnte also kaum in Rom herumlaufen und Juden aufhetzen. Zumal (auch den Evangelien nach) Jesus von Nazareth Rom nie betreten hat.
Außerdem schreibt Sueton ja ausdrücklich „Chrestos“ – ein in der Antike gängiger griechischer Name („der Nützliche“), der in Rom häufig für Sklaven Verwendung fand (Quelle). Möglicherweise beziehen sich die von Sueton erwähnten Unruhen auf Auseinandersetzungen zwischen Judenchristen und Heidenchristen in Rom, welche auch im Paulusbrief an die Römer erwähnt werden. Andere jüdische Aufstände sind aus der Regierungszeit Claudius nicht überliefert.
Lucian von Samosata
Lucian von Samosata war ein griechischer Satiriker und Schriftsteller, der im 2. Jahrhundert lebte. Er erwähnt Jesus in einem seiner Werke, allerdings nur beiläufig und in einem satirischen Kontext.
In seinem Werk „Der Tod des Peregrinos“ beschreibt Lucian einen charismatischen Anführer namens Peregrinos Proteus, der sich zeitweise zum Christentum bekennt.
Lucian erwähnt Jesus Christus in diesem Zusammenhang, aber seine Bemerkungen sind eher spöttisch und bieten keinen detaillierten oder historisch zuverlässigen Bericht über Jesus. Er bezieht sich auf Jesus als den „Gekreuzigten Sophisten“ und beschreibt die Christen als leichtgläubig.
Jesus-Erwähnung im Talmud
Obwohl der Talmud erst im 3. und 4. Jahrhundert zusammengestellt wurde, basieren einige seiner Überlieferungen auf mündlichen Traditionen, die bis in das 1. und 2. Jahrhundert zurückreichen. Der Talmud enthält einige kritische Bemerkungen über „Yeshu“, die von einigen Forschern als Referenzen auf Jesus interpretiert werden, obwohl die Identifikation und Datierung dieser Texte umstritten ist.
Der historische Kontext: Im Jahr 70 wurde nach dem jüdischen Aufstand der Tempel in Jerusalem von den Römern zerstört. Der jüdische Sanhedrin (Hohe Rat) wurde aufgelöst. Später wurde der Sanhedrin in der Stadt Jawne mit Billigung der Römer wieder eingesetzt.

Im Jahr 95 traf der Sanhedrin Entscheidungen, die zum Ausschluss von „Häresien“ aus dem zeitgenössischen Judentum führten, wobei möglicherweise auch das frühe Christentum darunter fiel. V
or allem gemeint waren aber wohl andere jüdische Gruppen wie Sadduzäer oder Essener. Bis zum Jahr 135 war die Festlegung des Kanons des Tanach, der hebräischen Bibel, abgeschlossen.
Ab diesem Zeitpunkt begannen die verschiedenen rabbinischen Schulen verstärkt damit, ihre mündlichen Bibelauslegungen (Mischna) zu sammeln. Diese wurden ab dem 3. Jahrhundert in den babylonischen und palästinischen Versionen des Talmud schriftlich festgehalten.
Insgesamt gibt es im Talmud vier Textstellen, die von einem Jesus sprechen:
- Talmud Shabbat 104b,
- Sanhedrin 43a; 67a, 107b,
- Sotah 47a und
- Tosefta Chullin 2:23.
Wenden wir uns Sanhedrin 43a etwas genauer zu.
„Am Vorabend des Pesahfestes hängte man Jeschu. Vierzig Tage zuvor hatte der Herold ausgerufen: Er wird zur Steinigung hinausgeführt, weil er Zauberei getrieben und Jisrael verführt und abtrünnig gemacht hat; wer etwas zu seiner Verteidigung zu sagen hat, der komme und sage es. Da aber nichts zu seiner Verteidigung vorgebracht wurde, so hängte man ihn am Vorabend des Pesahfestes. Die Rabbanan lehrten: Fünf Jünger hatte Jeschu: Mathaj, Naqaj, Neçer, Buni und Thoda.“
Nun ist es ganz und gar fraglich, ob mit „Jeschu“ tatsächlich Jesus von Nazareth gemeint ist. Rabbiner Jehoschua Ahrens zufolge ist er es nicht – der Talmud bezieht sich seiner Auffassung nach auf eine andere Person gleichen Namens aus dem ersten Jahrhundert vor Christus.
Dafür spricht unter anderem, dass die Kreuzigung von den Römern erst um 60 v. u. Z. in Palästina eingeführt wurde. Zudem sind die Passagen eingebettet in einen historischen Kontext rund um den Hohepriester Johanan Hyrkanos, der 104 v. u. Z. starb. Der ganze Text erwähnt die römischen Besatzer mit keinem Wort.
Das alles passt nicht recht zusammen. Der Talmud spricht also mit großer Wahrscheinlichkeit an dieser Stelle von einem anderen Jesus als dem Jesus am Kreuz. Einige Historiker sehen in der Passage quasi eine jüdische Replik auf Vorwürfe seitens früher Christen.
Dies widerspricht den neutestamentlichen Berichten, die bekanntlich von einer Kreuzigung durch die Römer sprechen.
Historiker betrachten diese Talmudstelle eher als spätere jüdische Reaktion auf das Christentum und nicht als unabhängige historische Quelle für das Leben Jesu.
Lucian von Samosata
Lucian von Samosata war ein griechischer Satiriker und Rhetoriker, der im 2. Jahrhundert n. u. Z. lebte, ungefähr zwischen 125 und 180 n. u. Z.
Obwohl Lucian nicht zu den frühesten außerbiblischen Schriftstellern gehört, die Jesus erwähnen, wird er dennoch immer wieder als Quelle für die Betrachtung der Wahrnehmung von Christen und Jesus außerhalb der christlichen Gemeinschaften genannt.
In seinem Werk „Der Tod des Peregrinos“ beschreibt Lucian die Christen und ihre Verehrung Christi auf spöttische Weise. Er stellt die Christen als leichtgläubige Menschen dar, die ihrem Anführer (eine Anspielung auf Jesus) nachfolgen, den Lucian als einen Menschen beschreibt, der in Palästina für die Einführung neuer Götter gekreuzigt wurde. Lucian betont die Bereitschaft der Christen, für ihren Glauben zu leiden, und macht sich über ihre Überzeugung lustig, Unsterblichkeit und ewiges Leben zu erlangen.
Obwohl Lucians Werk offensichtlich satirisch und kritisch gegenüber den Christen und ihren Überzeugungen ist, bestätigt es zumindest die Existenz einer Gruppe, die Jesus als göttliche Figur verehrte, und belegt die Verbreitung des Christentums im Römischen Reich im 2. Jahrhundert.
Mara Bar Serapion
Mara Bar Serapion wird oft als außerbiblischer Beweis für Jesus angeführt. Der syrische Philosoph verfasste einen Brief an seinen Sohn, den Angaben zufolge aus einem römischen Gefängnis. Er wollte seinem Sohn noch einige Ratschläge für den Fall seiner Hinrichtung mitgeben. Von diesem Brief abgesehen, ist Mara Bar Serapion als Autor vollständig unbekannt. Der Brief liegt als Abschrift aus dem 7. Jahrhundert dem Britischen Museum vor, das Original ist verloren. Veröffentlicht wurde der Brief 1855.
Hier der Wortlaut der wichtigsten Textstelle:
„Welchen Vorteil hatten die Athener, dass sie Sokrates zum Tode verurteilt haben? Hunger und Seuchen kamen über sie als Strafe für ihre Verbrechen. Welchen Vorteil hatten die Männer von Samos davon, dass sie Pythagoras verbrannten? In einem Augenblick wurde ihr Land von Sand zugedeckt. Was hatten die Juden davon, dass sie ihren weisen König umbrachten? Ganz kurze Zeit später wurde ihr Königreich aufgegeben. Gott rächte diese drei Weisen: die Athener verhungerten; die Bewohner von Samos wurden vom Meer überflutet und die Juden aus ihrem Land vertrieben, nachdem es zerstört worden war, leben vollständig verstreut. Doch Sokrates starb nicht umsonst. Er lebt fort in den Lehren des Plato; auch Pythagoras starb nicht umsonst, er lebt fort in der Statue der Hera. Und auch der weise König der Juden starb nicht umsonst; er lebt weiter in der Lehre, die er verkündet hat.“
Der Brief erwähnt also einen „weisen König“ der Juden, dessen ungerechter Tod letztendlich zum Untergang des jüdischen Königreichs führte. Obwohl Jesus nicht namentlich genannt wird, interpretieren viele Forscher diese Passage als Bezugnahme auf ihn, insbesondere aufgrund des Kontextes und der Parallelen zu anderen historischen Berichten über Jesus.
Das genaue Datum des Serapion-Briefs ist umstritten; er wurde aber mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann nach dem Jahr 73 verfasst. Einige Datierungen reichen bis in die Mitte des 2. Jahrhundert, so auch die von van Voorst. Als Grund hierfür wird die Passage angeführt, dass die Juden „vollständig verstreut“ lebten, was nach der Vertreibung durch den römischen Kaiser Hadrian infolge des gescheiterten Bar-Kochba-Aufstands (132–136) der Fall war.
Da Mara Bar Serapion kein Christ war, wird sein Zeugnis als unparteiisch betrachtet, was ihm einen gewissen Wert als unabhängige Bestätigung der Wirkung Jesu auf seine Zeitgenossen und die nachfolgenden Generationen verleihen soll.
Die größte Herausforderung bei der Interpretation des Briefes ist die vage Referenz. Ohne eine explizite Nennung Jesu ist es schwierig, definitiv zu bestätigen, dass der „weise König“ tatsächlich Jesus gemeint ist. Die Passage könnte auch auf andere historische Figuren bezogen sein, die in ähnlicher Weise von den Römern hingerichtet wurden. Abhängig von der Datierung des Briefes könnte Mara Bar Serapion zudem bereits Informationen aus christlichen Quellen erhalten haben, was die Unabhängigkeit seines Zeugnisses mindern würde.
Die Frage ist also, warum Jesus nicht namentlich erwähnt wird. Die Forschung hat hierauf mehrere mögliche Antworten vorgeschlagen, etwa, dass der Autor die Römer nicht provozieren wollte, die ihn ja schließlich gefangen hielten.
Es gibt aber auch die Meinung, dass der ganze Brief eine Fiktion sei, eine Art Hausaufgabe – eine sogenannte Chrie. Diese antiken Rhetorikübungen folgten einem festen Schema, dem in einigen Details auch der Brief folgt. Das Argument hierfür ist, dass Serapion am Ende des Briefs sich selbst in der dritten Person schildert, was für einen authentischen Brief als kaum verständlich angesehen wird. Als belastbares Zeugnis für das Leben Jesu kann der Brief jedenfalls unter den vorliegenden Umständen nicht betrachtet werden.
Thallus
Thallus erwähnen wir nur der Vollständigkeit halber. Der Chronist soll um das Jahr 55 eine Weltgeschichte veröffentlicht haben, die die Zeit vom Trojanischen Krieg bis etwa das Jahr 50 umspannte. Das Werk ist nur fragmentarisch erhalten; einige Zitate finden sich bei anderen Autoren.
Einer dieser Autoren war der christliche Geschichtsschreiber Sextus Julius Africanus, dessen Werk ebenfalls verloren, aber um das Jahr 800 von Georgius Sucellus zitiert wurde. Ja, ist kompliziert, ich weiß. Julius diskutiert, ob es eine Finsternis bei der Kreuzigung Jesu gab. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass Thallus von einer Sonnenfinsternis bei der Kreuzigung geschrieben habe.
Julius weist dies zurück und argumentiert, dass die Kreuzigungs-Finsternis keine Sonnenfinsternis gewesen sein könne, da die Kreuzigung ja während des Pessach-Festes stattfand (beziehungsweise am Tag davor, das Neue Testament ist sich hier nicht einig). Das Pessach-Fest wiederum findet nur bei Vollmond statt, was eine Sonnenfinsternis physikalisch ausschließt.
Man geht davon aus, dass Thallus’ Versuch, die Finsternis auf natürliche Weise zu erklären, eine Kritik am Christentum darstellte, auf die der christliche Julius eine Erwiderung schrieb.
Bei Thallus bleibt fast alles im Dunkeln: Er wird von dritter Hand fragmentarisch zitiert; der Zusammenhang ist unklar. Man kann zwar irgendwie davon ausgehen, dass das Argument über die Finsternis einen Bezug zu Jesus habe, was Thallus zur ältesten außerbiblischen Erwähnung machen würde. Gesichert allerdings ist hier, wie geschildert, so gut wie gar nichts.
Das Schweigen der Historiker: Das größte Argument gegen die Beweise
Hier ist eine Frage, die Apologeten nicht gerne beantworten: Wenn Jesus wirklich der Sohn Gottes war, der Wunder wirkte und Tausende anzog – warum erwähnen antike Historiker ihn kaum?
Wenn Jesus so bedeutsam war – warum erwähnen antike Historiker ihn kaum?
Josephus war der jüdische Historiker par excellence seiner Zeit. Er schrieb detailliert über kleine Rebellenführer, religiöse Bewegungen, Fakire und spirituelle Führer. Aber Jesus? Ein beiläufiger Satz, möglicherweise gefälscht.
Tacitus war ein römischer Historiker, der über vieles schrieb. Aber Jesus kommt nur als Anmerkung in einer Verfolgungsgeschichte vor – nicht als Protagonist, sondern als Grund für Christen-Verfolgung.
Sueton erwähnt „Christus“ in Rom, aber nicht Jesus. Plinius berichtet von Christen, nicht von Jesus.
Hier ist die kritische Frage: Wenn Jesus wirklich 5.000 Menschen speiste, über Wasser lief, Tote auferweckte – würde ein einziger zeitgenössischer römischer oder jüdischer Historiker das nicht bemerkenswert finden? Würde nicht mindestens einer schreiben: „Ein jüdischer Wanderprediger namens Jesus vollbrachte angeblich Wunder und wurde von Pilatus hingerichtet“?
Stattdessen: Stille.
Und nicht nur Stille von Zeitgenossen. Auch Stille von Historikern, die kurz danach schrieben. Jesus wirkte sein Wunderwerk angeblich um 30 n.Chr. Die Evangelien wurden erst ab 70 n.Chr. aufgeschrieben. Josephus schrieb ab 90 n.Chr. Tacitus schrieb um 116 n.Chr.
Das ist nicht ein paar Jahre Verspätung. Das ist eine ganze Generation – oder zwei – zwischen den Ereignissen und den Aufzeichnungen. Und in all dieser Zeit: Kein unabhängiger, nicht-christlicher Historiker schreibt: „Moment, das war ja beeindruckend mit Jesus.“
Das Schweigen ist lauter als jedes Zitat.
Die Abwesenheit als methodisches Beweismittel
Im Gegensatz zu anderen religiösen oder politischen Figuren ist die Abwesenheit von zeitgenössischen Erwähnungen für Jesus auffällig. Betrachten wir einen Vergleich:
Buddha: Zeitgenössische Inschriften, Erwähnungen in zeitgenössischen Texten, archäologische Funde. Abstand zum Ereignis: Zentimeter. (Metaphorisch.)
Sokrates: Zeitgenössische Erwähnungen durch Platon, Xenophon, Aristophanes. Der Abstand ist kurz, die Dokumentation ist dicht.
Julius Caesar: Hunderte von zeitgenössischen und frühen römischen Quellen, Münzen mit seinem Gesicht, Inschriften, Berichte von Zeitgenossen.
Jesus: Ein beiläufiger Satz von Tacitus (wahrscheinlich basierend auf Hörensagen), ein möglicherweise gefälschtes Testimonium von Josephus, eine kurze Bemerkung von Plinius über den Christus-Kult.
Das ist kein Beweis. Das ist das Gegenteil von Beweis – es ist Beweis des Gegenteils eines Beweises. (Ja, das ist absichtlich verwirrend, aber so fühlt sich die apologetische Logik an.)
Die Abwesenheit bedeutet nicht automatisch, dass Jesus nicht existierte. Aber sie ist ein starkes Indiz dafür, dass seine Bedeutung und die Evangelien-Erzählung massiv mythologisiert wurden.
Es gibt einen großen Unterschied zwischen „ein Wanderprediger existierte wahrscheinlich“ und „Jesus war der Sohn Gottes mit übernatürlichen Fähigkeiten“ – und die historischen Quellen unterstützen nur die erste Aussage, nicht die zweite.
Was spricht laut Wissenschaft für die Existenz von Jesus?
Der Konsens in der wissenschaftlichen Forschung, dass ein historischer Jesus existiert hat, beruht auf der Zusammenschau von Paulus, Evangelien und außerbiblischen Belegen.
Wenn heute Historiker und Altertumswissenschaftler mehrheitlich davon ausgehen, dass Jesus von Nazaret eine reale historische Person war, dann deshalb, weil die Indizienlage – bei aller gebotenen Skepsis – stärker für seine Existenz als gegen sie spricht.
Die Quellenlage für Jesus existiert, ist aber dünn. Wenn die einzigen „außerbiblischen Quellen“ Tacitus und Josephus sind – und beide sind methodisch fragwürdig, spät, sekundär, wahrscheinlich beeinflusst von christlicher Überlieferung – dann ist das kein Beweis. Es ist ein schwaches Indiz. Mehr nicht.
Und mit „schwach“ meine ich: In jeder anderen akademischen Disziplin würde diese Quellenlage als „unzureichend“ gelten.
Historiker greifen auf das Kriterium der Mehrfachen Bezeugung zurück: Jesus wird in mehreren voneinander unabhängigen Quellen erwähnt – in den synoptischen Evangelien, in den Briefen des Paulus (die sogar älter sind als die Evangelien) und in außerbiblischen Texten wie bei Flavius Josephus (die Probleme mit Josephus haben wir allerdings bereits erörtert).
Ein weiteres Hilfsmittel ist das Kriterium der Peinlichkeit: Inhalte, die für die eigene Gruppe oder Ideologie eher unangenehm sind, gelten als besonders glaubwürdig, weil man sie kaum erfunden hätte. Die Kreuzigung Jesu – eine Schande und Strafe für Schwerverbrecher – ist ein solches Detail.
Ziehen die Beweise für Jesus? FAQ
Es scheint doch merkwürdig, dass von den zeitgenössischen Schriftstellern und Historikern so niemand richtig Notiz von ihm genommen haben will und die ersten Erwähnungen erst rund 80 Jahre nach seinem Tod auftauchen.
Zumal die Evangelien ja auch von Sonnenfinsternis, Erdbeben, Erheben der Toten etc. bei Jesus Kreuzigung berichten … komisch, dass diese angeblichen Ereignisse gerade von den Historikern übersehen wurden.
Die Selbstverständlichkeit, mit denen viele Christen an die Existenz von Jesus glauben, erscheint im Lichte der spärlichen außerchristlichen Erwähnungen mehr als fragwürdig.
Die Paulusbriefe sind tatsächlich früh – geschrieben in den 50er Jahren, also etwa 20 Jahre nach Jesu Hinrichtung. Das ist beeindruckend. Die Paulusbriefe erwähnen Jesus aber fast nie konkret. Sie sprechen vom „Herrn Jesus“ im religiösen Sinne, aber nicht von den Taten Jesu. Keine Wunder-Geschichten. Keine Bergpredigt. Keine Jungfrauengeburt. Paulus ist völlig fixiert auf die Auferstehung.
Die Mehrheit der akademischen Historiker hält eine minimale Existenz für wahrscheinlich – ein Wanderprediger, hingerichtet. Aber – und das ist ein großes Aber – es gibt respektable Minderheiten, die die Jesus-Mythos-These vertreten und bestreiten, dass Jesus existierte. Richard Carrier zum Beispiel, ein Spezialist für antike Geschichte, argumentiert durchaus rational für die Mythos-These. Die Mehrheit der Historiker akzeptiert zudem die apologetischen Übertreibungen und übernatürlichen Behauptungen nicht.
Lies die Abschnitte oben zu Tacitus und Josephus. Aber hier die Kurzfassung:
Tacitus schrieb 80 Jahre später, basierend auf christlicher Überlieferung = Echo, nicht Beweis.
Josephus‘ Testimonium ist wahrscheinlich eine Fälschung, die zweite Stelle beweist fast nichts = schwach
Sueton und Plinius berichten vom Christus-Kult, nicht von Jesus selbst = keine unabhängige Bestätigung
Keine archäologischen Funde = keine materielle Bestätigung
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Ob es Jesus nun wirklich gab?
Ich weiß es nicht und ich meine, niemand kann dies mit Sicherheit belegen. Die Geschichtswissenschaft gibt uns jedenfalls wenig Anlass, den historischen Jesus mit der Selbstverständlichkeit als gesichert anzusehen, wie dies heute geschieht.
Der wissenschaftliche Konsens bejaht die Existenz Jesu, weil es schlicht keine überzeugendere Erklärung für die Entstehung des frühen Christentums gibt. Es wäre aufwendig, die Entstehung dieser religiösen Bewegung mit ihren früh einsetzenden schriftlichen Reflexionen ohne eine historische Gründerfigur zu erklären. Man würde sich in noch absurdere Hypothesen verrennen als jene, die man vermeiden will.
Natürlich bedeutet dieser Konsens keineswegs, dass die Wundererzählungen oder theologischen Deutungen historisch sind. Das ist ein beliebtes Missverständnis, nicht selten absichtlich geschürt von Apologeten. Der historische Jesus, von dem Historiker sprechen, ist nicht der wundertätige Gottessohn, sondern ein jüdischer Prediger, der charismatisch auftrat, eine bestimmte Ethik verkündete, Konflikte mit den Mächtigen provozierte und daran zugrunde ging. Über die genauen Inhalte seiner Lehre, seine Selbstwahrnehmung und die Details seines Lebens lässt sich trefflich streiten – aber seine bloße Existenz gilt als wahrscheinlichste Arbeitshypothese.
Kurz gesagt: Jesus existierte mit hoher Wahrscheinlichkeit – nicht, weil man es glauben will, sondern weil die historische Vernunft es so nahelegt. Was meinst du? Hinterlasse einen Kommentar.
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