Ist Islamophobie eigentlich rechtsextrem?

Islamophobie, Islamkritik und Rechtsextremismus

Debattiert man in sozialen Netzwerken und Foren über den Sinn und Unsinn von Religionen, Gottesbeweisen und dergleichen, findet man immer wieder Unterstützung von unerwarteter Seite: Menschen, die offenkundig rechtes oder rechtsextremes Gedanken„gut“ pflegen, springen einem bei der Religionskritik zur Seite – insbesondere, wenn es in der Kritik um den Islam geht.

Differenzierte Betrachtungen braucht man hier nicht erwarten. Und um dies gleich vorweg zu nehmen: Ich kann mit rechten Positionen nichts anfangen und finde Leute, die mit Faschismus kein Problem haben, zum Kotzen. Dazu rechne ich auch die Positionen der sogenannten AfD. 

Es geht diesen Leute nicht um sachliche Kritik, sondern schlicht darum, die Religionskritik als Vehikel für xenophobe und rassistische Klischees zu gebrauchen. Dabei erheben sich Rechtsextreme dann gerne zu selbsternannten „Rettern des Abendlandes“ empor – nicht immer, aber oft, geschieht dies dann unter Berufung auf christliche Werte und Traditionen. 

Meist muss man nicht lange debattieren, um herauszufinden, dass sich bei den rechten Diskutanten hinter dem ganzen „Nur noch AfD“-Geschrei nicht besonders viel Ahnung verbirgt – weder von christlichen Werten noch von christlichen Traditionen. Da kann man schon froh sein, wenn sie die Bedeutung von Ostern kennen und die Himmelfahrt für kein Sonderkommando der Wehrmacht oder so halten. 

Meme Atheismus
Normalerweise hab ich’s nicht so mit Jesus, aber hier bin ich auf seiner Seite

Bei der Kenntnis des Islam schaut es natürlich ebenso dürftig aus – selbst Grundlegendes wie etwa die fünf Säulen des Islam ist unbekannt; häufig können sie auch nicht zwischen Sunniten und Schiiten unterscheiden

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Die Einseitigkeit, mit der von rechts in der öffentlichen Debatte dann Schlaglichter wie Kopftuchverbot, Religionsunterricht, Halal-Speiseangebot in Schulen etc. plakatiert werden, spricht dabei für sich. 

Studie zeigt: Islamophobie nicht christlich begründet

Zudem stimmt es auch faktisch nicht, dass hinter der Grundlegung dieser Islamfeindlichkeit christliche Überzeugungen stehen, wie jüngst eine Untersuchung der Universität Mainz zeigte: Die Studie unter Prof. Dr. Kai Arzheimer analysierte dafür Daten von knapp 75.000 Personen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. 

Sie kam zu dem Schluss, dass Islamfeindlichkeit sich vorrangig aus „nativistischen und rechten autoritären Einstellungen“ speist und nicht aus einer religiösen oder gar christlichen Haltung. 

„Die Ergebnisse sind sehr deutlich“, so Arzheimer. „In allen vier Ländern ist der Zusammenhang zwischen persönlicher Religiosität und Islamfeindlichkeit praktisch gleich null. Menschen, die regelmäßig in die Kirche gehen oder sich einer christlichen Tradition zuordnen, sind also nicht systematisch islamfeindlicher als Menschen ohne religiösen Glauben.“ Deutlich nachweisbar sei dagegen der Zusammenhang zwischen Islamfeindlichkeit und sowohl nativistischen als auch autoritären Einstellungen – und das in allen vier Ländern gleichermaßen.

(Quelle: Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Islamfeindlichkeit basiert auf Fremdenhass, nicht auf Religion)
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Islam als kulturelle Bedrohung: Kritik von rechts, Christianismus

Rechtsextreme sind mit ihrer Islamfeindlichkeit also in erster Linie eben rechtsextrem und nicht christlich – auch wenn dies vorgeschoben wird. 

Christianismus

In der Forschung wird eine solche strategische politische Instrumentalisierung christlicher Identität als „Christianismus“ bezeichnet. Laut Arzheimer „verpuffe“ diese Strategie, sobald man ihr mit den christlich verstandenen Begriffen der Nächstenliebe und Barmherzigkeit entgegentrete (vgl. hier). 

Das Framing ist simpel: „Der“ Islam wird laut der rechten/christianistischen Narrative als unvereinbar mit der westlichen/christlichen Kultur und als Gefahr für die „nationale Identität“ oder „ethnische Homogenität“ gerahmt. 

Die Strategie dahinter ist ebenso simpel: Kritik am Islam wird als Verteidigung der Meinungsfreiheit getarnt, während gleichzeitig pauschale Abwertungen gegen Muslime vorgenommen werden. 

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Muslime stellten demnach aufgrund ihrer Religion eine fundamentale Gefahr für die westliche Gesellschaft dar. Typische Pauschalisierungen sind:

  • „Unvereinbarkeitsthese“
    Die Behauptung, der Islam passe grundsätzlich nicht zu europäischen Werten oder zur deutschen Kultur („Der Islam gehört nicht zu Deutschland“).
  • Gleichsetzung mit Extremismus
    Vermengung von gewöhnlicher Religionsausübung mit radikalem Islamismus („Die Scharia soll eingeführt werden“) oder Terrorismus.
  • Kulturelle Überfremdung
    Darstellung der bloßen Präsenz von Muslimen als Bedrohung für die nationale Identität oder als Teil eines geplanten „Bevölkerungsaustauschs“.
  • Pauschale Kriminalisierung
    Muslime werden oft kollektiv mit bestimmten Straftaten oder einer vermeintlich höheren Gewaltbereitschaft assoziiert („Messermänner“).
  • Kulturrassismus
    Abwertung der gesamten islamischen Kultur als „rückständig“ oder „mittelalterlich“, um eine angebliche Überlegenheit der eigenen Kultur zu begründen.
Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam
Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam: der AfD-nahe Rechtswissenschaftler Schachtschneider argumentiert mit der „Unvereinbarkeitsthese“ von Islam und westlichem Liberalismus [Anzeige]

Gleichzeitig bewerten Rechte den Begriff „Islamophobie“ als Versuch, jegliche Islamkritik mundtot zu machen und eine angebliche, bewusst gesteuerte „Islamisierung“ zu verschleiern. Spätestens hier tauchen dann wilde Verschwörungstheorien auf, die vom „Bevölkerungsaustausch“, „Great Reset“ und anderem Unsinn faseln. 

Islamkritik von links: Religionskritik vs. Diskriminierung

Die Frage, ob „Islamophobie“ per se rechtsextrem ist, wird in öffentlichen Debatten häufig verkürzt, emotionalisiert oder strategisch zugespitzt. Der Begriff taucht gleichermaßen in wissenschaftlichen Studien, politischen Stellungnahmen und medialen Schlagzeilen auf – oft ohne saubere Definition. Auch innerhalb des linken Spektrums herrscht Uneinigkeit über den Begriff, was zu internen Spannungen führt.

Einerseits soll es keine strukturelle Benachteiligung und Hetze gegen Minderheiten geben – natürlich auch nicht gegen Muslime. Andererseits warnen Linke, denen die Konzepte von Säkularisation und Laizismus wichtig sind, vor der Instrumentalisierung des Begriff Islamophobie: Islamische Fundamentalisten nutzen ihn, um emanzipatorische Kritik an Frauenbildern, Homophobie oder dem Politischen Islam im Keim zu ersticken.

Daraus entsteht das Paradoxon, dass von linker Seite nun Islamismus zum „blinden Fleck“ wird, da man befürchtet, durch Islamkritik den Rechten argumentativ in die Hände zu spielen – auch, wenn diese Kritik aus einer aufgeklärten und religionskritischen, humanistischen Perspektive berechtigt ist.

Was bedeutet „Islamophobie“ überhaupt?

Der Begriff „Islamophobie“ ist weder eindeutig noch unumstritten. Er wird unterschiedlich gebraucht und ist wissenschaftlich wie politisch umkämpft. Eine präzise Begriffsarbeit ist daher Voraussetzung für jede seriöse Einordnung.

Etymologie: „Islam“ + „Phobie“ = Angst vor einer Religion

Wörtlich setzt sich „Islamophobie“ aus „Islam“ und dem griechischen „phobos“ (= Angst) zusammen. Sprachlich impliziert der Begriff damit eine irrationale oder krankhafte Furcht vor dem Islam. 

Diese Wortwahl ist schon deshalb problematisch, da sie sachliche Ablehnung, Kritik oder Distanz automatisch pathologisiert und psychologisiert, selbst wenn diese auf rationalen oder normativen Gründen beruht. Der Begriff erfreut sich insbesondere bei Apologeten des Islam über Beliebtheit, da sich damit die ideologischen Fundamente des Islam gegen Kritik immunisieren lassen. 

Karriere gemacht hat der Vorwurf der „Islamophobie“ vor allem durch Islamisten und ihre Helfershelfer, die Islamkritik kriminalisieren und Kritiker als rassistisch oder „geisteskrank“ stigmatisieren wollen.

(Quelle: Humanistischer Pressedienst – Wo Vorbehalte gegen den Islam vorschnell als rechtsextrem gelten)

Wissenschaftliche Definitionen und Kritik am Begriff Islamophobie

In den Sozialwissenschaften wird „Islamophobie“ meist als negative Einstellung gegenüber dem Islam oder Muslimen beschrieben, die sich in Vorurteilen, Feindbildern oder Diskriminierung äußert. 

Der Begriff ist unscharf, da er Religion, Ideologie und Menschen häufig vermischt. In der Forschung sucht man deshalb nach präziseren und weniger aufgeladenen Begriffen, um solcherlei Missverständnisse zu vermeiden.

Differenzierung: Islamfeindlichkeit, Muslimenfeindlichkeit, antimuslimischer Rassismus, Islamkritik

„Islamfeindlichkeit“ bezeichnet eine ablehnende Haltung gegenüber dem Islam als Religion oder Weltanschauung. „Islamfeindlichkeit“ ist natürlich ebenfalls ein problematischer Begriff. 

  • Ähnlich wie bei der „Islamophobie“ impliziert das Wort „Feindlichkeit“ eine irrationale Angst oder gar pathologischen Hass. Es gibt jedoch auch sachliche Kritik am Islam – seien sie nun theologischer Natur oder gesellschaftlicher, wie etwa Menschenrechtsfragen, Fragen der Gleichberechtigung von Mann und Frau oder des Rechts auf negative Religionsfreiheit.
  • Der Begriff suggeriert eine homogene Einheit „des“ Islam und unterscheidet beispielsweise nicht zwischen politischem Islamismus und der Religion an sich.

„Antimuslimischer Rassismus“ hingegen richtet sich gegen Menschen, denen aufgrund zugeschriebener Merkmale eine muslimische Identität unterstellt wird. Er ist ein Synonym für den Begriff der „Muslimfeindlichkeit“, der entsprechend die Diskriminierung von muslimischen Personen meint.

Dieser Unterschied ist zentral: Kritik an einer Religion ist nicht automatisch rassistisch, während Diskriminierung von Menschen aufgrund realer oder vermuteter Religionszugehörigkeit eindeutig menschenfeindlich ist.

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„Islamkritik“ scheint daher ein geeigneterer Begriff zu sein, um die in einer liberalen Demokratie notwendige kritische Auseinandersetzung mit religiösen Dogmen oder politischen Auslegungen zu bezeichnen. 

Wir müssen bei Debatten über „den“ Islam Themen wie Frauenrechte, Säkularismus oder das Verhältnis zum Rechtsstaat diskutieren können, ohne uns sofort dem Vorwurf der Intoleranz ausgesetzt zu sehen. 

Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt dazu: 

Als weiterer Begriff, um bestimmte Einstellungen gegenüber Islam und Muslimen zu bezeichnen, kursiert „Islamkritik“, wobei dafür die unterschiedlichsten Anwendungen zu finden sind: Einerseits bezeichnen sich Islamfeinde im oben genannten Sinne selbst als „Islamkritiker“, da diese Bezeichnung im öffentlichen Diskurs weniger negativ belegt ist. Andererseits unterstellen mitunter Repräsentanten islamischer Organisationen oder Vorurteilsforscher einigen Kritikern des Islam, hinter ihren Einwänden stehe tatsächlich eine „Islamfeindlichkeit“. Um angesichts der damit einhergehenden Emotionalisierung und Politisierung der Kontroverse eine möglichst trennscharfe Begriffsbestimmung zu entwickeln, wird folgende Arbeitsdefinition vorgeschlagen: „Islamkritik“ richtet sich mit Einwänden gegen bestimmte Erscheinungsformen der Religion, verwirft die Religion aber nicht im Sinne eines pauschalen Feindbildes.

(Quelle)

Islamophobie und Rechtsextremismus

Islamfeindliche Narrative spielen im Rechtsextremismus eine bedeutende Rolle (s. o.), sind aber nicht auf ihn beschränkt. Rechtsextreme Ideologien nutzen den Islam als Projektionsfläche für Fremdheitsängste, Identitätsverlust und Verschwörungsmythen. 

Dabei wird „der Islam“ homogenisiert und als existenzielle Bedrohung konstruiert. Mit dieser Strategie sollen nicht nur (Ultra-)Konservative angesprochen werden, sondern eben auch eine säkulare Zielgruppe, die mit einer Offenbarungsreligion wie dem Islam grundsätzlich nichts anfangen kann. 

Scharia Islamisches Recht

Wie Rechtsextreme Islamfeindlichkeit instrumentalisieren

Rechtsextreme Akteure greifen reale gesellschaftliche Konflikte auf, überzeichnen sie jedoch ideologisch. Islamfeindlichkeit dient dabei als Türöffner, um rassistische, autoritäre und antidemokratische Positionen anschlussfähig zu machen. 

Der Islam fungiert hier als Ersatzfeindbild, nachdem offene biologistische Rassenlehren gesellschaftlich diskreditiert sind und daher nicht mehr offen kommuniziert werden können. 

Der Islam als Feindbild in rassistischen Narrativen

Dabei werden zahlreiche Chiffren und Verallgemeinerungen verwendet, die sinnbildlich immer für „den Islam“ und seine Ablehnung der westlichen beziehungsweise christlichen Werte stehen. 

Eine fehlende Differenzierung ist hier kennzeichnend. In rechtsextremen Diskursen wird der Islam nicht als Religion, sondern als monolithische, unveränderliche Bedrohung dargestellt. Muslime erscheinen als homogene Gruppe mit angeblich inkompatiblen Werten. Diese Entmenschlichung ist ein klassisches Merkmal rassistischer Ideologien und klar von legitimer Religionskritik zu unterscheiden.

Warum nicht jede islamkritische Einstellung automatisch rechtsextrem ist

Nicht jede kritische Haltung gegenüber dem Islam ist rechtsextrem motiviert. Menschen können religiöse Lehren, Normen oder Institutionen aus säkularen, feministischen, humanistischen oder liberalen Gründen ablehnen. 

Eine pauschale Gleichsetzung von Islamkritik mit Rechtsextremismus verhindert sachliche Debatten und schwächt letztlich nicht nur etwa das humanistische Bemühen zur Säkularisierung des Staates, sondern auch den Kampf gegen tatsächlichen Rassismus.

Legitimer Unterschied: Islamkritik vs. Islamophobie

Die Unterscheidung zwischen Kritik und Feindseligkeit ist entscheidend für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Ohne diese Differenzierung droht jede inhaltliche Auseinandersetzung tabuisiert zu werden.

Islamkritik als sachliche Auseinandersetzung mit religiösen Inhalten

Islamkritik bezieht sich auf Texte, Dogmen, Rechtsvorstellungen oder historische Entwicklungen innerhalb des Islam. 

Sachliche Islamkritik argumentiert – wie jegliche Religionskritik – mit Quellen, Vernunft und ethischen Maßstäben und richtet sich nicht gegen Menschen, sondern gegen Ideen. In diesem Sinne ist sie Teil der Religionsfreiheit und der Meinungsfreiheit.

Im Rahmen dieser Islamkritik können sowohl die theologischen Aspekte des Islam als abrahamitische Religion diskutiert werden oder philosophische Aspekte (zum Beispiel bei der ethischen Frage nach objektiver Moral). 

Warum die Grenze zwischen Kritik und Feindseligkeit wichtig ist

Wird die Grenze zwischen Islamkritik als Religionskritik und Islamophobie/Islamfeindlichkeit  verwischt, entstehen zwei Probleme: Einerseits wird legitime Kritik delegitimiert, andererseits wird tatsächliche Diskriminierung relativiert. 

Beides schadet dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und einer ernsthaften Auseinandersetzung mit religiös begründeten Konflikten.

Beispiele für atheistische Kritik an theologischen Lehren des Islam

Atheistische Kritik richtet sich häufig gegen den Absolutheitsanspruch des Korans und der Hadithe, gegen religiös legitimierte Ungleichbehandlung von Frauen oder gegen strafrechtliche Normen wie Blasphemiegesetze. 

Diese Kritik ist inhaltlich, nicht ethnisch oder kulturell begründet und unterscheidet sich grundlegend von rassistischen Pauschalurteilen.

Atheistische und humanistische Perspektiven

Atheistische und humanistische Positionen werden in der Debatte häufig missverstanden oder bewusst falsch eingeordnet. Dabei bieten sie ein wichtiges Korrektiv.

Humanismus ist nicht rassistisch

Der Humanismus bewertet Weltanschauungen nach ihren Auswirkungen auf menschliche Freiheit, Würde und Gleichberechtigung. 

Er lehnt jede Form von Diskriminierung ab, unabhängig von Religion, Herkunft oder Kultur, und kritisiert Religionen dort, wo sie mit universellen Menschenrechten kollidieren. Das gilt selbstverständlich auch für den Islam.

Religion als Ideologie vs. Menschen als Rechte-Träger

Ein zentraler Punkt humanistischer Kritik ist die klare Trennung zwischen Ideologien und Menschen. Religionen sind kritisierbar, Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu ihnen nicht. Diese Differenzierung ist grundlegend, wird aber in öffentlichen Debatten oft ignoriert.

Kritik an religiösen gesellschaftlichen Auswirkungen ohne Diskriminierung

Es ist möglich, patriarchale Strukturen, Gewaltlegitimation oder politische Machtansprüche religiöser Institutionen zu kritisieren, ohne Muslime als Menschen abzuwerten.

Genau diese Trennung ist Voraussetzung für eine sachliche und faire Diskussion.

Fazit: Begriffsklarheit statt ideologische Verwirrung

Die Debatte um Islamophobie leidet weniger an fehlender Sensibilität als an begrifflicher Unschärfe. Ohne klare Differenzierungen wird sie zum politischen Schlagwort statt zum analytischen Werkzeug.

Warum Islamophobie nicht gleich Islamkritik ist

Islamophobie bezeichnet feindselige, pauschalisierende und diskriminierende Einstellungen. Islamkritik hingegen ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Religion. Beides gleichzusetzen, ist analytisch falsch und politisch kontraproduktiv.

Warum Islamkritik nicht automatisch rechtsextrem ist

Islamkritik kann aus liberalen, säkularen oder humanistischen Motiven erfolgen und steht dann im Gegensatz zu rechtsextremer Ideologie. Entscheidend sind Argumentationsweise, Zielrichtung und Menschenbild.

Warum Atheismus Rassismus ablehnt, aber Religion kritisch bewertet

Atheismus richtet sich nicht gegen Menschen, sondern gegen unbelegte metaphysische Annahmen und absolute Wahrheitsansprüche, wie sie beispielsweise der Koran als fundamentaler Text des Islam zeigt. 

Der humanistisch geprägte Atheismus lehnt jeglich Art von Rassismus konsequent ab, beharrt aber darauf, dass keine Religion – auch nicht der Islam – von rationaler Kritik ausgenommen ist.

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