Gott

Verborgenheit Gottes
Sixtinische Kapelle_Gott haucht Adam Leben ein

Gott – das unergründliche Wesen

In Deutschland versteht man unter „Gott“ zumeist den Gott der Bibel, Jahwe. Jahwe ist ein Schöpfergott, der seinen Anhänger*innen als Urheber der Welt gilt (auch wenn es in zahllosen anderen Kulturen abweichende Schöpfungsmythen gab). Seine Existenz wird aus dem Alten Testament hergeleitet: Der Text entstand etwa ab dem 9. Jahrhundert vor Christus nach langer mündlicher Überlieferung.

Nahezu alle Kulturen der Welt haben den Glauben an ein übernatürliches Wirkprinzip oder eine übernatürliche Macht entwickelt. Meistens steht „Gott“ in Verbindung mit einer Schöpfungsgeschichte als Ursache oder Urheber der Welt und des ganzen Universums. Der Glaube an Götter (und Göttinnen) ist so alt wie die Menschheit selbst. In der Philosophie und Theologie bemühen sich Denker seit Jahrtausenden, das Wesen von Göttern zu ergründen und sie begreifbar zu machen. Mit logischen Konstrukten wurde zudem versucht, die Existenz von Göttern zu beweisen.

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Der Glaube an Gott ist dabei oft nicht nur eine Frage der Überzeugung, sondern auch der Politik und der Macht. Denn der Gottesglaube motivierte viele Menschen auch zur Missionierung und Bekehrung Andersgläubiger und Nicht-Gläubiger. Glaubensunterschiede und Religionszugehörigkeiten waren im Laufe der Jahrtausende daher auch die Ursache zahlloser Konflikte und unendlichen Leids.

Religionskriege gab es viele, zum Beispiel die islamischen Expansionskriege (8. Jh.), die Kreuzzüge (ab 11. Jh.), den Dreißigjährigen Krieg (1618-48) oder den Nordirlandkonflikt, der bis heute anhält und ein ganzes europäisches Land in protestantische und katholische Konfessionen spaltet – im Namen Gottes.

Die Gottheiten der fünf Weltreligionen

Üblicherweise zählt man fünf Religionsgemeinschaften zu den Weltreligionen: das Christentum, das Judentum, den Islam, den Buddhismus und den Hinduismus. Juden und Christen sind Monotheisten. Sie verehren nur einen Gott: Jahwe (bei den Christen kommt noch der Glaube an die Göttlichkeit des „Erlösers“ Jesus Christus dazu). Moslems glauben ebenfalls nur an eine Gottheit: Allah. Viele setzen Allah mit Jahwe gleich. Hindus glauben an einen ganzen Götterkosmos und beim Buddhismus handelt es sich eher um Sammlung philosophischer Überzeugungen und Leitlinien für die Lebensführung. Wir wenden uns hier vor allem dem „personalen“ monotheistischen Gott zu.

Gott Jahwe
Moses mit den 10 Geboten von Jahwe

Der Gott der Juden: Jahwe

Jahwe offenbart seinen Namen dem Moses. Er tritt als Befreier des Volkes Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft auf, gleichzeitig behauptet er, der Schöpfer des Himmels und der Erde zu sein. Andere Namen für Jahwe lauten Adonai, Elohim oder auch der „ich bin da“. Es folgen der angebliche Auszug aus Ägypten und die Befreiung der Hebräer.

Trinität Christentum
Künstlerische Darstellung der Trinität

Drei Personen,
ein Gott

Mit der „Trinitätslehre“ wurde der christliche Glaube an die „Dreifaltigkeit“ Gottes festgelegt. Anhänger des Christentums glauben demnach an „Gott Vater“ (Jahwe), seinen „Sohn“ Jesus Christus (Jesus von Nazareth) und den „Heiligen Geist“. Gedacht wird dies als eine Einheit bei gleichzeitiger Verschiedenheit. Nicht das einzig Fragwürdige in dieser Theologie.

Allah_Name
Schriftzug mit dem Namen Allahs

Allah und Mohammed

Allah ist der Gott des Islam. Sein Ursprung liegt in Arabien. Verstanden wird er als Hochgott, neben oder über dem es keine Götter geben kann. Auch Allah wird als Schöpfer des Universums verehrt. Es gibt verschiedene Auslegungen des Islams, so etwa den Salafismus und den Sufismus. Von Allah gibt es durch die Hadith ein Bildverbot.

Gottesbeweise und Zweifel:
Gibt es Gott?

Gibt es Gott? Der Glaube an Gott ist nicht so selbstverständlich, wie es zunächst scheinen mag. Die meisten Menschen bekommen ihre ersten religiösen Überzeugungen und den Gottesglauben „vererbt“. Insofern sind Geburtsort und Überzeugung der Eltern die entscheidenden sozialen Faktoren bei der Religionszugehörigkeit eines Menschen. Bereits in der vorsokratischen Philosophie der Antike gab es Zweifel an den vorherrschenden Gottesvorstellungen.

Zu unterscheiden sind hier zunächst der ontologische (zunächst bei Anselm von Canterbury), teleologische und kosmologische Gottesbeweis (Thomas von Aquin). Immanuel Kant legte später noch einen „moralischen Gottesbeweis“ vor. Daneben gibt es noch eine Reihe von Überlegungen, die die Existenz von Gott plausibel machen sollen. Wissenschaftlich „bewiesen“ ist sie allerdings beileibe nicht. Es gibt sogar einige sehr gute Gründe, an der Existenz Gottes zu zweifeln. Genau das macht der Atheismus.


Lies mehr über Gottesbeweise

Der Band versammelt die Gottesbeweise und die klassischen Einwände 
Über die Unglaubwürdigkeiten der christlichen Lehre 
Schöpfung ohne Gott: Evolution

„Denn nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, wie es in der Bibel steht, sondern der Mensch schuf, wie ich im »Wesen des Christentums« zeigte, Gott nach seinem Bilde.“

Ludwig Feuerbach [Das Wesen der Religion, 1846]


Definition von Gott

Gott ist ein übernatürliches Wesen oder eine transzendente Entität, die in vielen Religionen als allmächtig, allwissend und allgegenwärtig gilt. 

Gott wird oft als Schöpfer und Herrscher des Universums betrachtet und kann sowohl eine persönliche, anthropomorphe Gestalt als auch eine abstrakte, unpersönliche Kraft darstellen. 

In monotheistischen Religionen wie dem Christentum, Judentum und Islam wird Gott als das höchste und einzige göttliche Wesen verehrt, während in polytheistischen Religionen wie dem Hinduismus oder der antiken griechischen Religion viele Götter mit unterschiedlichen Eigenschaften und Aufgaben existieren.

Etymologie des Begriffs „Gott“

Der Begriff „Gott“ hat eine lange und komplexe etymologische Geschichte, die bis in die indoeuropäischen Sprachen zurückreicht.

Germanische Wurzeln des Wortes „Gott“

Das deutsche Wort „Gott“ stammt aus dem Althochdeutschen Wort „got“, das bereits im 6. Jahrhundert n. u. Z. verwendet wurde. Das althochdeutsche „got“ und das altsächsische „god“ sind verwandt mit dem altenglischen „god“ und dem altfriesischen „god“, die alle dasselbe Konzept eines übernatürlichen Wesens oder einer Gottheit bezeichnen.

Indoeuropäische Ursprünge

Diese germanischen Begriffe gehen auf die indoeuropäische Wurzel *„ghut-” oder *„ǵhu-tó-m” zurück, die „angefleht“ oder „verehrt“ bedeutet. Diese Wurzel ist mit dem Sanskrit-Wort „hutá” (Opfer) verwandt, was auf eine religiöse Handlung hinweist, bei der Gottheiten durch Opfergaben geehrt werden.

Theos und Deus: lateinische und griechische Parallelen

Im Lateinischen gibt es das Wort „deus“, das ebenfalls „Gott“ bedeutet und mit dem griechischen „θεός“ (theós) verwandt ist. Diese Begriffe stammen von der indoeuropäischen Wurzel „*dyeu-”, die „leuchten“ oder „hell“ bedeutet und mit dem himmlischen, strahlenden Aspekt der Gottheit verbunden ist. Diese Wurzel zeigt sich auch im Namen des altindischen Himmelsgottes „Dyaus“ und des griechischen Gottes „Zeus“.

Der Begriff „Gott“ hat seine Wurzeln also in den indoeuropäischen Sprachen und entwickelte sich über die germanischen und althochdeutschen Begriffe hin zu dem heutigen deutschen Wort. Die etymologischen Verbindungen zu Begriffen des Verehrens und Opferns sprechen für sich.

Gott ist verborgen
Welcher Gott ist nun der „wahre“ Gott? Man weiß es nicht, man vermutet nur.

Gott und Mensch: der Ursprung der Glaubens

Wann genau der erste Mensch angefangen hat, an ein oder mehrere übernatürliche Wesen zu glauben, ist unbekannt.

Die Belege für Gottesglauben in der frühen Menschheit sind vielfältig und weit verbreitet. Von figurativen Kunstwerken über monumentale Tempelanlagen bis hin zu rituellen Bestattungen zeigen Relikte, dass religiöse Praktiken und der Glaube an höhere Mächte tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelt sind. Diese frühen Ausdrucksformen von Spiritualität und Götterverehrung legen den Grundstein für die Entwicklung komplexer religiöser Systeme in späteren Kulturen.

Das älteste überlieferte Relikt, das auf eine Götterverehrung schließen lässt, ist der Löwenmensch von Hohlenstein-Stadel. Diese etwa 40.000 Jahre alte Figur wurde in einer Höhle in der Schwäbischen Alb in Deutschland gefunden und gilt als eines der frühesten bekannten Beispiele für figurative Kunst.

Die Skulptur, die aus Mammutelfenbein geschnitzt wurde, zeigt eine Mischform aus Mensch und Löwe. Die Löwenmensch-Figur deutet auf eine symbolische und möglicherweise religiöse Bedeutung hin, die über eine einfache gestalterische Kunst hinausgeht.

Gottesbild: Löwenmensch-Statue
Das älteste Relikt mit Gottesbezug? Der Löwenmensch von Hohlenstein-Stadel ist rund 40.000 Jahre alt

Die Interpretation dieses Relikts als Zeichen der Götterverehrung basiert auf zwei Faktoren:

  1. Die symbolische Kombination von Mensch und Tier in einer einzigen Figur weist auf eine komplexe Vorstellungskraft und religiöse oder mythologische Konzepte hin.
  2. Funde ähnlicher Artefakte in rituellen Kontexten, wie begrabene Statuetten und kunstvolle Bestattungen, deuten auf religiöse Praktiken hin.

Die Löwenmensch-Figur zeigt, dass bereits in der Altsteinzeit Menschen über die bloße Existenz hinausdachten und symbolische und spirituelle Vorstellungen entwickelten, die in Kunst und möglicherweise in ritualistischen Praktiken Ausdruck fanden.

Archäologische Belege für Gottesglauben in der frühen Menschheit

Neben dem Löwenmensch von Hohlenstein-Stadel gibt es eine Vielzahl weiterer archäologischer Funde und Relikte, die auf frühe Formen von Gottesglauben und religiösen Praktiken hinweisen. Die Belege stammen aus verschiedenen Zeitperioden und Regionen und umfassen eine breite Palette von symbolischen und rituellen Artefakten.

Venusfigurinen

Venusfigurinen, wie die berühmte Venus von Willendorf, sind kleine Statuetten von Frauen mit betonten Fruchtbarkeitsmerkmalen, die auf religiöse oder kultische Verehrung hinweisen.

Diese Figuren, die aus der Altsteinzeit (ca. 28.000–25.000 v. u. Z.) stammen, werden oft als Symbole für Fruchtbarkeit und Muttergottheiten interpretiert.

Gott_Venusfigurine
Die „Muttergöttin“ von Willendorf

Schamanistische Felskunst

Höhlenmalereien und Gravuren, wie die in Lascaux und Chauvet (Frankreich), zeigen Szenen von Tieren und menschlichen Figuren, die auf schamanistische Rituale hinweisen könnten. Diese Kunstwerke, die bis zu 30.000 Jahre alt sind, könnten Teil von Jagdmagie oder spirituellen Praktiken gewesen sein, die das Übernatürliche in das alltägliche Leben einbezogen.

Felsmalerei von Lasdcaux
Schamanistische Bilder: Das Pferd von Lascaux

Göbekli Tepe

Göbekli Tepe in der heutigen Türkei ist eine der ältesten bekannten Tempelanlagen der Welt. Sie wird auf etwa 9.600 v. u. Z. datiert. Die Anlage besteht aus massiven Steinsäulen, die mit Tiersymbolen und abstrakten Mustern verziert sind. Die Komplexität und Größe dieser Anlage deuten auf eine hoch entwickelte religiöse Praxis und organisierte Kultstätte hin, die kollektive Rituale und Verehrung ermöglichten.

Gott_Ursprung_Göbekli-Tepe-Türkei
Die ältesten Tempel könnten in den Ruinen von Göbekli Tepe zu finden sein (heute Türkei)

Catalhöyük

Catalhöyük, eine neolithische Siedlung in der heutigen Türkei, datiert auf etwa 7.500 v. u. Z. Hier wurden zahlreiche religiöse Artefakte gefunden, darunter Altäre, Statuetten und Wandmalereien, die Hinweise auf einen frühen Glauben an Götter oder Schutzgeister geben. Die Darstellungen von Stierköpfen und weiblichen Figuren in rituellen Kontexten deuten auf komplexe religiöse Vorstellungen hin.

Bestattungsriten

Die Praxis der rituellen Bestattung ist ein weiterer wichtiger Hinweis auf frühen Gottesglauben. Gräber aus der Altsteinzeit, sogar die des Homo neanderthalensis, enthalten oft Beigaben wie Werkzeuge, Schmuck und Tierknochen.

Das heißt, selbst die Neanderthaler gingen von einem Jenseits aus, zumindest von einer Totenwelt, in die die verstorbenen Sippenmitglieder übergegangen sind. Damit deuten die Funde darauf hin, dass die Toten mit dem Glauben an ein Leben nach dem Tod beigesetzt wurden, was auf spirituelle Überzeugungen und Götterverehrung hinweist.

Gott und Ritual: beten
Der Jenseitsglaube hat sich aus der Steinzeit bis in die Moderne fortgesetzt

Welchen Sinn hat der Glaube an Gott?

Warum glaubten und glauben Menschen an Gott? Ist es die Überzeugungskraft der Gottesbeweise?

Ist es der Drang unserer Gehirne, nach Mustern zu suchen?

Ist es, weil es evolutionär für unsere Vorfahren von Vorteil war, einen „Agenten“ anzunehmen, wo vielleicht doch nur der Wind im Gebüsch geraschelt hat?

Klopfen wir zunächst verschiedene Vorteile ab, die der Glaube an Gott zu haben scheint – warum es also nützlich sein könnte, an einen Gott zu glauben.

Gottesglaube fördert soziale Kohäsion und Zusammenarbeit

Der Glaube an Gott oder höhere Mächte kann soziale Kohäsion fördern, indem er gemeinsame Rituale und Werte etabliert, die Gemeinschaften zusammenhalten. 

Religiöse Überzeugungen und Praktiken können die Bindung zwischen Gruppenmitgliedern stärken – unter Umständen ein Vorteil, da gut koordinierte und kooperative Gruppen bessere Überlebenschancen hatten.

Weiter ist der Glaube an denselben Gott oder dieselben Götter ein Vehikel der Identitätsstiftung. Das bedeutet einerseits zwar Abgrenzung gegen andere und Ausgrenzung von anderen – andererseits wird aber auch das soziale Gefüge innerhalb der Sippe gestärkt. 

Identitätsstiftende gemeinsame Überzeugungen und ihre rituelle Verarbeitung geben der Gruppe Halt und Sinn – egal, wie gut oder schlecht sie eine natürliche Erklärung für das Beobachtete zeigen.

Ja, man bekommt den Eindruck vollkommener Kontingenz, was die Wirksamkeit von Göttern und Geistern angeht, die unter Umständen sogar komisch wirken kann. 

Beispielhaft genannt seien hier die sogenannten Cargo-Kulte in Melanesien, deren Anhänger ab dem Ende des 19. Jahrhunderts westliches Frachtgut verehrten und in frommer Erwartung deren Ankunft zum Beispiel Nachbauten von Flughäfen anfertigten. Die John-Frum-Bewegung vermutet den Ursprung der Welt in einem Vulkan, unter dessen Krater der Sohn Gottes namens John Frum wohnt. Dieser stammt aus Amerika und hat sich in 1930er Jahren einigen Inselbewohnern offenbart.

Cargo-Kult
Die Anhänger von John Frum verehren als Symbol ein rotes Kreuz (hier auf Vanuatu)

Mit Gott werden moralische Normen und Verhaltenskodizes legitimiert

Religiöse Glaubenssysteme liefern oft moralische Normen und Verhaltenskodizes, die das soziale Verhalten regulieren. 

Diese Normen fördern altruistisches Verhalten und reduzieren interne Konflikte, was die Stabilität und das Überleben der Gemeinschaft unterstützt.

Der Glaube an übernatürliche Bestrafungen oder Belohnungen kann so dazu beitragen, dass sich Menschen moralisch verhalten, auch wenn keine unmittelbaren sozialen Konsequenzen drohen.

Natürlich ist dieses Argument nur so gut wie die „göttlichen“ Moralvorstellungen – mit moderner Moralphilosophie oder moderner Rechtspraxis hat das natürlich nichts zu tun.

Nehmen wir als Beispiel den abrahamitischen Gott Jahwe: Bei der Geschichte von Adam und Eva im Paradies oder bei der biblischen Sintflut zeigt er sich nicht gerade als Ausgeburt der Gerechtigkeit.

Im Gegenteil: Aus heutiger Sicht wären seine Taten entweder Unrecht (zum Beispiel Sippenhaft) oder gar Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Jahwe tötet tausendfach Säuglinge, mordet wahllos, heißt Sklaverei gut, zwingt Abraham zu einem unmenschlichen Kindesopfer, löscht ganze Armeen und Völker aus oder ruft gar die Israeliten zum Völkermord auf. Ist das „moralisch“?

Christliche Theologen haben angesichts dieser horrenden Anklagen entsprechend eine „Divine Command“-Theorie entwickelt, nachdem alles, was Gott befiehlt, automatisch gut ist. Denn Gott kann ja nicht böse sein.

Ist das plausibel?

Nein. Diese Harmonisierungsversuche zeigen lediglich, dass Theologen gewillt sind, jedes noch so widerwärtige Verbrechen schönzureden, um das Phantasma des guten und gerechten Gottes und die mit der jeweiligen Konfession verknüpften Dogmen aufrechtzuerhalten.

Jahwe Gott Israels
„Lieber“ Gott oder rachsüchtiger Tyrann? Kann man so und so sehen.

Gott hilft: Stressbewältigung und psychologische Stabilität

Was noch? Ja, der Glaube an eine höhere Macht kann psychologischen Trost und Unterstützung bieten, besonders in Zeiten von Stress und Unsicherheit. Beten soll helfen.

Religion kann damit als Bewältigungsmechanismus dienen, der Hoffnung gibt und hilft, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen. Dies kann die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern.

Aber auch hier tun sich schwerwiegende Fragen auf: Ist es beispielsweise „gut“, Trost in einer falschen Behauptung zu suchen? Wäre es etwa tröstlich, einen imaginären Freund zu haben? Mit Sicherheit für manche Personen schon – aber wäre es auch gut und wünschenswert?

Wie wäre es mit noch absurderen Gedankenkonstrukten, wie der Überzeugung, dass man nächstes Jahr englischer König sein wird? Schön, wenn der Gedanke tröstet, aber bildet er etwas Reales ab, ist er in der Wirklichkeit verankert? Wohl kaum, und wie würden wir wohl mit einem Freund umgehen, der solches glaubt?

Und wie sieht es nun beim Theismus aus – und der Überzeugung, dass ein allmächtiger Gott mich im Blick hat, sich darum kümmert, was ich tue und sage, und für mich einen besonderen und speziellen Plan hat? 

Ist dies tröstlich? Realistisch? Oder ist es der Gipfel eines ich-zentrierten Solipsismus, der aus dem Unvermögen stammt, die eigene Endlichkeit, Sterblichkeit und letztendlich Bedeutungslosigkeit zu akzeptieren? Fragen über Fragen.

Kosmologie und Gott
Tröstlich, wenn man sich als Ziel und Mittelpunkt göttlichen Handelns begreift. Aber plausibel?

Gott und Psychologie: Warum denken wir (an) Gott?

Der Gottesglauben kann nicht nur evolutionäre Vorteile, sondern auch psychologische Prägungen haben, die seine Verbreitung und Beständigkeit erklären. Das haben wir beschrieben.

Evolutionär gesehen fördert er soziale Kohäsion, moralische Normen und Stressbewältigung, was das Überleben und die Stabilität von Gemeinschaften unterstützt.

Psychologisch gesehen basiert er auf angeborenen Tendenzen zur Agentenerkennung und der Theorie des Geistes sowie dem Bedürfnis, existenzielle Fragen zu beantworten und soziale Zugehörigkeit zu erfahren.

Was heißt das im Einzelnen? 

Gott als Agent: „Agent Detection Theory“ (Theorie der Agentenerkennung)

Menschen (und auch andere Tiere) haben eine angeborene Neigung, intentionale Agenten (bewusste Wesen) in ihrer Umwelt zu erkennen beziehungsweise anzunehmen. 

Diese Tendenz, die aus der Notwendigkeit entstand, potenzielle Gefahren wie Raubtiere oder feindliche Menschen schnell zu identifizieren, kann zur Annahme führen, dass Ereignisse in der Natur von übernatürlichen Agenten verursacht werden.

Götter
Je nach kulturellem Hintergrund halten Menschen unterschiedliche übernatürliche Wesen für Götter

Beispiel: Im Gebüsch raschelt es. Wenn ich denke, es sei nur der Wind und es stellt sich als Tiger heraus – Pech gehabt, ich bin raus aus dem Gen-Pool. Andersrum: Wenn ich das Rascheln für einen Tiger halte und rechtzeitig davonlaufe, es sich aber als Wind herausstellt, passiert nichts Schlimmes. Es ist also vorteilhaft, einen Agenten anzunehmen.

Es wird also angenommen, dass Menschen und Tiere die Agentenerkennung als Überlebensstrategie entwickelt haben. In Situationen, in denen man sich nicht sicher ist, ob ein intelligenter Agent (z. B. ein Feind oder ein Raubtier) anwesend ist, ist es überlebenswichtig, seine Anwesenheit anzunehmen, damit Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können.

„Die hohen Kosten, die entstehen, wenn man Agenten nicht erkennt, und die niedrigen Kosten, wenn man sie falsch erkennt, haben Forscher zu der Annahme veranlasst, dass Menschen über ein hyperaktives Agentenerkennungsgerät verfügen, ein kognitives Modul, das Ereignisse in der Umgebung ohne weiteres dem Verhalten von Agenten zuordnet.“

Quelle: Kurt Gray and Daniel Wegner: Blaming God for Our Pain: Human Suffering and the Divine Mind 
Pascal boyer mensch schuf gott
Warum der Mensch sich seinen Gott und seine Götter erdenken muß, erläutert Pascal Boyer in einer glänzenden Studie, die einen Bogen von der Hirnforschung über die Neurobiologie zur Sprachforschung, Psychologie, Evolutionsforschung bis hin zu den Religionswissenschaften schlägt. [Anzeige]

Theory of Mind (Theorie des Geistes)

Die Fähigkeit, anderen Menschen mentale Zustände zuzuschreiben, kann ebenfalls zur Entwicklung des Gottesglaubens beitragen.

Indem Menschen anderen Menschen Intentionen und Gedanken zuschreiben, können sie auch übernatürlichen Wesen Absichten und Pläne zuschreiben, was zur Vorstellung von Göttern und Geistern führt.

Existenzielle Fragen und der Sinn des Lebens

Religiöse Überzeugungen und Gottesvorstellungen bieten Antworten auf grundlegende existenzielle Fragen wie den Sinn des Lebens, den Tod und das Jenseits. Diese Antworten können emotionalen und psychologischen Trost spenden, indem sie eine narrative Struktur bieten, die das Leben bedeutungsvoll erscheinen lässt.

Soziale und kulturelle Prägung auf Gott

Der Glaube an Götter und religiöse Praktiken werden oft von Generation zu Generation weitergegeben und durch soziale und kulturelle Normen verstärkt. 

Kinder, die in religiösen Gemeinschaften aufwachsen, übernehmen diese Überzeugungen und Praktiken als Teil ihrer kulturellen Identität. Damit wird der Geburtsort ein verlässlicher Indikator für die Religionszugehörigkeit. Und damit wird der Gott oder die Götter des eigenen Glaubens letztendlich zum Zufall. 

Richard Dawkins thematisiert in diesem Kurzvideo die Kontingenz religiöser Tradition

Von vielen Göttern zum einen Gott – Polytheismus vs. Monotheismus

Polytheismus, der Glaube an viele Götter, war die vorherrschende religiöse Praxis in vielen frühen Kulturen. In Gesellschaften wie dem antiken Ägypten, Griechenland, Rom und Mesopotamien, aber auch in Skandinavien, gab es komplexe Pantheons, in denen verschiedene Götter für unterschiedliche Aspekte der Natur und des menschlichen Lebens zuständig waren. Als Pantheon bezeichnet man die Gesamtheit der Götter einer (polytheistischen) Religion.

Diese Götter waren oft anthropomorph, mit menschlichen Eigenschaften und Schwächen, und wurden in einer Vielzahl von Ritualen und Kulten verehrt. Nachfolgend einige Beispiele.

Götter des antiken Ägyptens 

Amun-Ra

Der König der Götter und Sonnengott, eine Verschmelzung von Amun und Ra. Er wurde als Schöpfer des Universums und Herrscher über die Götter verehrt.

Osiris

Gott der Unterwelt und des Jenseits. Osiris war auch der Gott der Wiedergeburt und der Vegetation und wurde oft als mumifizierter König dargestellt.

Isis

Göttin der Magie und Mutterschaft. Isis war die Gemahlin von Osiris und die Mutter von Horus. Sie wurde oft mit einem Thron-Symbol auf dem Kopf dargestellt.

Horus

Himmelsgott und Gott der Könige. Horus wurde als Falke oder mit einem Falkenkopf dargestellt und galt als Beschützer der Pharaonen.

Die wichtigsten Götter der nordischen Mythologie

Die folgenden vier Götter – Odin, Thor, Freyja und Loki – sind zentrale Figuren in der nordischen Mythologie. Ihre Geschichten und Eigenschaften sind tief in der skandinavischen Kultur und Literatur verwurzelt und haben die nordische Mythologie zu einer der faszinierendsten und komplexesten religiösen Traditionen gemacht.

Nordische Schöpfungsmythen_Der Riese Ymir
In der nordischen Schöpfungs-Sage spielt der Riese Ymir eine entscheidende Rolle

Odin

Odin ist der oberste Gott der nordischen und kontinentalgermanischen Mythologie, oft als Allvater bezeichnet. Die Götter Odin, Vili und Vé töten den Ur-Riesen Ymir und formen aus seinem Körper die Erde.

Odin ist der Gott der Weisheit, des Krieges, der Magie und der Dichtung. Odin opferte ein Auge, um Weisheit zu erlangen, und hing neun Tage am Weltenbaum Yggdrasil, um die Runen zu entdecken. Er wird oft mit einem Speer namens Gungnir und zwei Raben, Hugin und Munin, dargestellt, die ihm Nachrichten aus der Welt bringen.

Odin
Odin kämpft mit Ymir

Thor

Thor ist der Gott des Donners, des Sturms und der Stärke. Er ist der Beschützer der Menschheit und der Götter gegen die Riesen. Thor ist bekannt für seinen Hammer Mjölnir, der Blitze erzeugen kann und unzerstörbar ist. Er fährt in einem Wagen, der von zwei Ziegenböcken gezogen wird, und wird oft als kräftiger Mann mit rotem Bart dargestellt.

Freyja

Freyja ist die Göttin der Liebe, Schönheit, Fruchtbarkeit, Krieg und des Todes. Sie ist eine der Vanir, einer Gruppe von Göttern, die mit den Asen, den Hauptgöttern, verbündet sind. Freyja besitzt das magische Halsband Brísingamen und fährt in einem von Katzen gezogenen Wagen. Sie hat die Macht, die Hälfte der gefallenen Krieger nach ihrem Tod in ihre Halle, Folkvangr, zu bringen, während die andere Hälfte nach Valhalla zu Odin geht.

Loki

Loki ist ein komplexer Gott – er ist als Gestaltwandler für seine List und Schalkhaftigkeit berüchtigt, kann aber auch den Göttern helfen oder sie in Schwierigkeiten bringen. Loki ist der Vater mehrerer monströser Wesen, darunter der Wolf Fenrir, die Midgardschlange Jörmungandr und die Todesgöttin Hel. Seine Rolle in der Mythologie ist ambivalent, da er sowohl Gutes als auch Böses bewirken kann.

Olympische Götter (Griechenland)

Aus dem Norden jetzt in den europäischen Süden nach Griechenland: Über die griechische Mythologie wissen wir vor allem aus den Quellen Odyssee und Ilias von Homer (falls reale Person, wahrscheinlich ca. 800 v. u. Z.).

Homer: Ilias & Odyssee
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Weitere wichtige Quellen für die griechische Mythologie sind die Theogonie sowie Werke und Tage von Hesiod (ca. 700 v. u. Z.), der mit diesen Hexameter-Gedichten zum ersten namentlich bekannten Dichter in der Geschichte der Weltliteratur wurde.

Hesiod: Werke und Tage
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Hesiod Theogonie
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Zeus

König der Götter, Gott des Himmels, des Donners und der Gerechtigkeit. Er wurde oft mit einem Blitz in der Hand dargestellt.

Hera

Göttin der Ehe und der Geburt, Gemahlin von Zeus. Hera wurde oft mit einer Krone und einem Zepter dargestellt.

Poseidon

Gott des Meeres, der Erdbeben und der Pferde. Poseidon wurde oft mit einem Dreizack dargestellt.

Athene

Göttin der Weisheit, des Krieges und des Handwerks. Athene wurde oft mit Helm und Schild sowie der Eule als Symbol der Weisheit dargestellt.

Götter im antiken Rom

Die griechischen Götter hatten ihre Entsprechungen in der römischen Mythologie, wo sie im 5. Jahrhundert v. u. Z. „einwanderten“ und die bis dato vorherrschende „pagane“ römische Volks- und Stammesreligion langsam ablösten. 

Dabei kam es unter anderem zu folgenden Übereinstimmungen (links griechischer Name | rechts römischer Name):

  • Zeus | Jupiter
  • Hera | Juno
  • Poseidon | Neptun
  • Ares | Mars
  • Aphrodite | Venus
  • Artemis | Diana
  • Hermes | Merkur
  • Athene | Minerva

Götter in Mesopotamien

Das antike Mesopotamien (Zweistromland) beheimatete unter anderem die Sumerer, die Babylonier, die Akkader, die Meder und die Assyrer. Als Teil des sogenannten Fruchtbaren Halbmonds war es der Ort, an dem sich die als Sammler und Jäger lebenden Menschen als erster niederließen (sogenannte neolithische Revolution).

Karte des „Fruchtbaren Halbmonds“ um 7.000 v. u. Z.

Menschen in Mesopotamien huldigten in der Vorzeit unter anderem folgenden mächtigen Göttern.

Marduk

Hauptgott der Babylonier, Gott der Schöpfung, der Heilung und des Urteils. Marduk wurde oft mit einem Drachen oder einer Schlange dargestellt.

Marduk
Marduk kämpft gegen das Chaosmonster Tiamat

Enlil

Gott des Windes, der Luft und der Stürme, einer der Hauptgötter im sumerischen Pantheon. Enlil wurde als Herr der Erde und der Menschheit verehrt.

Anu

Himmelsgott und oberster Gott im sumerischen Pantheon. Anu wurde als Herr des Himmels und aller Götter betrachtet.

Ishtar

Göttin der Liebe, Fruchtbarkeit und des Krieges. Ishtar wurde oft mit einem Sternenkranz und Löwen dargestellt und war eine bedeutende Göttin in verschiedenen mesopotamischen Kulturen.

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Hinweise auf die Verbindung zwischen Jahwe und mesopotamischen Göttern

Einige Forscher vertreten die These, dass Jahwe, der Gott Israels, möglicherweise mit einem der mesopotamischen Götter identisch ist oder mit ihm verschmolz. 

Diese Ansicht wird von verschiedenen archäologischen, textlichen und historischen Hinweisen gestützt. So lebten die Israeliten und ihre Nachbarn in einem engen geografischen und kulturellen Kontext, der regen Austausch und kulturelle Interaktion ermöglichte. 

Die mesopotamischen Einflüsse auf die Religionen der Levante sind gut dokumentiert, und es ist wahrscheinlich, dass religiöse Ideen und Gottheiten in dieser Region über Grenzen hinweg adaptiert und transformiert wurden.

Der kanaanitische Hauptgott El und die Verschmelzung mit Jahwe

El war in der ugaritischen Religion der höchste Gott und der Vater der Götter. In einigen frühisraelitischen Texten wird Jahwe mit El gleichgesetzt oder als eine Manifestation von El betrachtet. Diese Überlagerung könnte auf einen synkretistischen Prozess hinweisen, bei dem Jahwe und El verschmolzen.

Ugarit und der Gott El
Ugarit war eine Stadt im heutigen Syrien, deren Existenz ab 2400 v. u. Z. belegt ist. Sie wurde um das Jahr 1190 v. u. Z. zerstört, als in der späten Bronzezeit die Region in eine wirtschaftliche Krise geriet („Seevölkersturm“)

Der Begriff „Elohim“, der in der hebräischen Bibel oft für Gott verwendet wird, ist ein Plural, der auf die alten ugaritischen und mesopotamischen Götter zurückgeht – ein Hinweis auf einen polytheistischen Ursprung, der später monotheistisch umgedeutet wurde.

Adam und Eva aus Ugarit?

Bemerkenswert ist auch die ugaritische Geschichte von Adam und Eva, die die Topoi der die biblischen Sündenfall-Geschichte unverkennbar enthält, aber dennoch Abweichungen zeigt: 

In dieser Erzählung rebelliert der dunkle Gott Ḥorrānu (Horon) gegen den Schöpfergott El und wird zur Strafe vom Götterberg verbannt. 

In Schlangengestalt umwickelt Horon den Baum des Lebens im göttlichen Weingarten auf der Erde und verwandelt ihn so in einen Baum des Todes. Die Götter entsenden Adammu (Adam), um die Welt zu retten. Horon beißt Adam, dessen Gift ihm die Unsterblichkeit raubt. 

Daraufhin ruft Adam die Sonnengöttin Šapšu an, die ihm die sterbliche Frau Kubaba („ḥawwāh“, im Hebräischen Eva) verspricht. Eva wird zur Mutter allen Lebens. Die Geschichte endet mit einem Hochzeitsritual, das die Fortpflanzung und damit eine neue Form der Unsterblichkeit sichert. 

Der Gott Enlil und seine Attribute

Enlil war der Hauptgott des sumerischen und akkadischen Pantheons, der mit Wind, Sturm und Luft verbunden war. 

Einige der Attribute Enlils, wie seine Macht über Naturgewalten, könnten später auf Jahwe übertragen worden sein, insbesondere in Texten, die Jahwe als sturm- und kriegsführenden Gott beschreiben.

Jahwe als Kriegsgott
Der Kriegsgott Jahwe

Sowohl Jahwe als auch Enlil werden also mit Wetterphänomenen, insbesondere Stürmen, in Verbindung gebracht. Enlil war in der sumerischen Religion der Gott des Windes, der Luft und der Stürme. Ähnlich wird Jahwe in der hebräischen Bibel als Gott dargestellt, der Macht über Naturgewalten wie Stürme und Donner hat (z. B. Psalm 29).

Ähnlich wie Jahwe spielte Enlil eine zentrale Rolle in der mesopotamischen Kosmologie als einer der Hauptgötter, der an der Schöpfung und Verwaltung der Welt beteiligt war.


Jahwe als Wettergott: Studien zur althebräischen Kultlyrik anhand ausgewählter Psalmen (Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft)
Jahwe als Wettergott: Das Werk von Reinhard Müller sortiert die Quellenlage [Anzeige]

Vergessen wir nicht, dass die hebräische Bibel Texte enthält, die auf polytheistische und henotheistische Vorstellungen hinweisen, wie z. B. Psalm 82, wo Jahwe in der Versammlung der Götter steht („Gott steht in der Gottesgemeinde und ist Richter unter den Göttern“).

Solche Textstellen, von denen es noch weitere gibt (s. u.), könnten auf eine frühere Phase hinweisen, in der der Gott Jahwe Teil eines größeren pantheonartigen Systems war, ähnlich wie Enlil in Mesopotamien.

Der Gott Baal

Baal ist der Name einer ganzen Reihe antiker Gottheiten Syriens und der Levante. Obwohl der babylonische Wettergott Adad häufig mit ihm gleichgesetzt wird, ist Baal (Bedeutung; Herr, Gott, Meister, König u.a.) die Bezeichnung des Hauptgottes des jeweiligen Götterpantheons. 

In den bereits erwähnten Ruinen von Ugarit fand man zahlreiche Keilschriften, die Baal als Gewittergott und Fruchtbarkeitsgott verehren.

Auch die alten Ägypter kannten Baal, der übrigens auch häufig in der Bibel erwähnt wird. Ein Sohn Sauls heißt gar Ischbaal (Mann des Baals), auch ein Sohn Davids trug mit Beeljada einen Namen, der sich auf den Gott Baal bezog.

Im Buch Josea wird die Verehrung des Baal (beziehungsweise der Baale, denn es gab regional und funktional verschiedene Baale) scharf kritisiert: „Ich werde die Namen der Baale in ihrem Mund beseitigen, sodass niemand mehr ihre Namen anruft“ (aus: Israels Zukunft, Josea 2,19).

Der Gott Marduk und die Transformation von Gottheiten

Marduk, der Hauptgott von Babylon, wurde im Laufe der Zeit zum nationalen Gott und Symbol für die politische und militärische Macht Babylons.

Das Königreich Babylon

Eine ähnliche Entwicklung könnte bei Jahwe stattgefunden haben, als er vom lokalen Gott der Israeliten zum alleinigen Gott der israelitischen Nationalidentität erhoben wurde.

Während direkte Identifikationen oder Verschmelzungen zwischen diesen beiden Gottheiten zwar nicht nachweisbar sind, gibt es mehrere Aspekte, die einen Zusammenhang aufzeigen können. Diese betreffen kulturelle Einflüsse, theologische Entwicklungen und historische Kontexte.

So spielt in der babylonischen Mythologie, insbesondere im Enuma Elish, Marduk eine zentrale Rolle bei der Schöpfung der Welt und der Etablierung der kosmischen Ordnung – ganz wie Jahwe. 

Es gibt weitere literarische Parallelen zwischen den Schöpfungserzählungen im Enuma Elish und in der hebräischen Bibel. So könnte die Genesis-Erzählung teilweise eine Antwort auf oder Adaption von babylonischen Schöpfungsmythen sein, wobei Jahwe die Rolle des ordnenden und siegreichen Gottes übernimmt, die Marduk im Enuma Elish innehat.

Der babylonische Weltschöpfungsmythos Enuma Elisch
Der babylonische Weltschöpfungsmythos Enuma Elisch (Klicke auf das Cover / Anzeige)

Marduk ist auch als Kriegsgott bekannt, der die Stadt Babylon und ihr Reich beschützt – ganz wie Jahwe, der für seinen Stamm Israel auch schon mal selbst in das Schlachtgeschehen eingreift.

Völkermord Bibel Schlacht bei Gibeon
Jahwe greift auf Seiten der Israeliten in die Schlacht bei Gibeon ein
Transformation von Gottheiten

Während Marduk in einem polytheistischen Kontext verehrt wurde, in dem er der höchste unter vielen Göttern war, entwickelte sich die Verehrung Jahwes in Richtung eines strikten Monotheismus. 

Diese Transformation könnte auch durch den Wunsch verstärkt worden sein, sich von den polytheistischen Babyloniern abzugrenzen und eine einzigartige, allumfassende göttliche Macht zu etablieren.

Jahwe übernahm Funktionen und Symbole, die in polytheistischen Kontexten verschiedenen Göttern zugeschrieben wurden, und konzentrierte sie in einer einzigen Gottheit.

Die Israeliten könnten auch bewusst theologische Konzepte adaptiert und transformiert haben, um ihre eigene kulturelle und religiöse Identität zu stärken. Indem sie Elemente aus der dominanten babylonischen Kultur aufnahmen und umgestalteten, schufen sie eine unverwechselbare religiöse Tradition.

Denken wir daran, dass das babylonische Exil (586–538 v. u. Z.) eine entscheidende Periode in der Geschichte Israels war, während der viele Israeliten in Babylon lebten und mit der babylonischen Kultur in Kontakt kamen. Diese Zeit des Exils könnte theologischen und kulturellen Einfluss auf die israelitische Religion gehabt haben.

Geschichte Israels
Die Geschichte Israels
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Aus mehreren Göttern ein Gott? Archäologische und textliche Hinweise, Henotheismus und Monolatrie

Was ist Henotheismus?

Henotheismus ist eine religiöse Haltung oder ein Glaubenssystem, in dem die Existenz vieler Götter anerkannt wird, aber ein einzelner Gott für eine Weile als besonders mächtig und verehrungswürdig betrachtet wird.

Was ist Monolatrie?

Monolatrie ist eine religiöse Haltung oder ein Glaubenssystem, in dem die Existenz vieler Götter anerkannt wird, aber die Anbetung ausschließlich und zeitlich nicht begrenzt auf einen einzigen Gott konzentriert ist.

Wie war das nun mit Jahwe – gibt es Hinweise daruf, dass er zeitlich begrenzt oder dauerhaft der „erste unter vielen“ Göttern war?

Archäologische Funde wie die Kuntillet Ajrud-Inschriften aus dem 8. Jahrhundert v. u. Z. erwähnen „Jahwe und seine Aschera“, was auf eine frühere polytheistische Verehrung hindeutet, in der Jahwe eine Gefährtin hatte. Diese Hinweise auf eine göttliche „Familie“ könnten Verbindungen zu den göttlichen Paaren in der mesopotamischen Religion und eben henotheistische Strukturen aufzeigen.

Auch in der hebräischen Bibel selbst (Tanach) gibt es Spuren polytheistischer und henotheistischer Vorstellungen. Den Psalm 82 haben wir oben schon erwähnt. Es gibt aber noch weitere Textstellen mit Hinweisen, dass die frühe israelitische Religion Elemente von Polytheismus aufwies oder sich in einem kulturellen Kontext entwickelte, in dem viele Götter verehrt wurden. 

Bibelstellen mit polytheistischen oder henotheistischen Tendenzen

Was deutet darauf hin, dass die Religion des alten Israel ursprünglich polytheistische Elemente enthielt, die im Laufe der Zeit durch monotheistische Überzeugungen ersetzt wurden? Hier sind einige Schlüsselstellen, die solche Hinweise enthalten:

Genesis 1:26

„Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei …“

Die Verwendung des Plurals „uns“ deutet darauf hin, dass Gott möglicherweise in einem göttlichen Rat spricht. Dies könnte ein Überbleibsel einer früheren polytheistischen Vorstellung sein, in der mehrere Götter an der Schöpfung beteiligt waren.

Exodus 15:11

„Wer ist dir gleich unter den Göttern, HERR? Wer ist dir gleich, so herrlich in Heiligkeit, so furchtbar an Ruhm und Wunder vollbringend?“

Diese Stelle scheint die Existenz anderer Götter anzuerkennen, auch wenn sie betont, dass Jahwe über diesen Göttern steht – Monolatrie.

Deuteronomium 32:8-9 (LXX und Qumran-Varianten)

„Als der Höchste den Völkern das Erbe austeilte, als er die Menschenkinder voneinander schied, da setzte er die Grenzen der Völker fest nach der Zahl der Söhne Gottes. Denn des HERRN Anteil ist sein Volk, Jakob ist sein Erbe.“

Diese Passage, besonders in den älteren Varianten, spricht von „Söhnen Gottes“ (oder „Götter“) und deutet auf eine Zeit hin, in der die Gottheiten unterschiedliche Nationen regierten, während Jahwe Israel zugeteilt wurde.

Psalm 89:6-7

„Denn wer im Himmel kann dem HERRN gleichgestellt werden? Wer ist wie der HERR unter den Göttersöhnen? Gott ist gefürchtet im Rat der Heiligen, groß und furchtbar über alle, die um ihn sind.“

Diese Verse sprechen von einem Rat der „Heiligen“ oder „Göttersöhne“ und stellen Jahwe als überlegen dar.

1. Buch Könige 11:33

„Weil sie mich verlassen und Astarte, die Göttin der Sidonier, Kemosch, den Gott der Moabiter, und Milkom, den Gott der Ammoniter, angebetet haben und nicht in meinen Wegen gegangen sind, dass sie tun, was mir gefällt und halten meine Satzungen und Rechte, wie es sein Vater David tat.“

Diese Stelle erwähnt spezifische ausländische Götter, die von den Israeliten angebetet wurden, was auf einen polytheistischen Hintergrund hindeutet.

Josea 13:4

„Ich bin der HERR, dein Gott, seit dem Land Ägypten, und du sollst keinen Gott außer mir kennen, und es gibt keinen Retter außer mir.“

Der Befehl „du sollst keinen Gott außer mir kennen“ impliziert, dass andere Götter existieren, die jedoch nicht verehrt werden sollen.

Deuteronomium 6:14

„Ihr sollt nicht anderen Göttern nachfolgen, den Göttern der Völker, die um euch her sind.“

Dies deutet darauf hin, dass es andere Götter gibt, die von den umliegenden Völkern verehrt werden, und es ermahnt die Israeliten, sich ausschließlich an Jahwe zu halten.

Tanach
Der Tanach
Tanach – Lehrbuch der jüdischen Bibel
Lehrbuch zum Tanach

Im Laufe der Zeit und mit der Entwicklung der monotheistischen Theologie wurden diese polytheistischen Elemente umgedeutet oder verdrängt, um den Glauben an den alleinigen Gott Jahwe zu etablieren.

Die Hinweise darauf, dass Jahwe mit einem der mesopotamischen Götter identisch ist oder mit ihm verschmolz, stammen aus einem komplexen Geflecht von kulturellen, religiösen und historischen Einflüssen. Einen guten Überblick gibt das folgende Video. 

Während definitive Beweise fehlen, deuten viele Indizien auf synkretistische Prozesse hin, bei denen Elemente mesopotamischer Gottheiten in die Verehrung Jahwes integriert wurden. 

Demnach hätte sich Jahwe von einem regionalen Stammesgott erst allmählich und unter Umdeutungen zum monotheistischen, alleinigen Gott des Tanachs, des Neuen Evangeliums und übertragen auch des Korans entwickelt.

Jahwe, der biblische Gott: Ein Porträt
Dieses Buch zeichnet ein Porträt des biblischen Gottes, der in einer beispiellosen „Karriere“ von der Gottheit eines politisch unbedeutenden Volkes am östlichen Rand des Mittelmeers zum monotheistischen Gott der westlichen Kultur aufgestiegen ist.
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Liste von Göttern

Es „gibt“ mehrere tausend Götter in der Menschheitsgeschichte. Hier ist eine Liste mit Göttern aus verschiedenen Kulturen, zusammen mit ihrem Ursprungsland und der ungefähren Zeit ihrer Verehrung:

  • Abnoba (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Adsullata (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Aegir (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Ahura Mazda (Persien, ca. 1500 v. u. Z. – heute)
  • Amaterasu (Japan, ca. 500 v. u. Z. – heute)
  • Amun-Ra (Ägypten, ca. 2000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Anansi (Westafrika, ca. 1600 n. u. Z. – heute)
  • Angrboda (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Anubis (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Anu (Sumer, ca. 3000 v. u. Z. – 2000 v. u. Z.)
  • Aphrodite (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Apollo (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Ares (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Artemis (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Athene (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Atum (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Aztekische Götter (Mexiko, ca. 1300 n. u. Z. – 1521 n. u. Z.)
  • Baal (Kanaan, ca. 2000 v. u. Z. – 300 n. u. Z.)
  • Baldr (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Bastet (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Belenus (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Beyla (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Bragi (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Brahma (Indien, ca. 1500 v. u. Z. – heute)
  • Brigantia (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Brigid (Irland, ca. 100 v. u. Z. – heute)
  • Buddha (Indien, ca. 500 v. u. Z. – heute)
  • Cernunnos (Gallien, ca. 400 v. u. Z. – 500 n. u. Z.)
  • Coyote (Nordamerika, ca. 1000 v. u. Z. – heute)
  • Cuchulainn (Irland, ca. 100 v. u. Z. – 500 n. u. Z.)
  • Cybele (Kleinasien, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Dagda (Irland, ca. 100 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Damona (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Danu (Irland, ca. 100 v. u. Z. – 500 n. u. Z.)
  • Dionysos (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Ea/Enki (Sumer, ca. 3000 v. u. Z. – 2000 v. u. Z.)
  • Eir (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • El (Kanaan, ca. 2000 v. u. Z. – 300 n. u. Z.)
  • Enlil (Sumer, ca. 3000 v. u. Z. – 2000 v. u. Z.)
  • Epona (Gallien, ca. 200 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Ereshkigal (Sumer, ca. 3000 v. u. Z. – 2000 v. u. Z.)
  • Eros (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Flora (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Forseti (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Freyja (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Freyr (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Fulla (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Gaia (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Ganesha (Indien, ca. 400 v. u. Z. – heute)
  • Geb (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Grannus (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Hades (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Hathor (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Hel (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Hera (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Höðr (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Horus (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Huitzilopochtli (Azteken, Mexiko, ca. 1300 n. u. Z. – 1521 n. u. Z.)
  • Inanna/Ishtar (Sumer/Akkad, ca. 3000 v. u. Z. – 539 v. u. Z.)
  • Inti (Inka, ca. 1200 n. u. Z. – 1500 n. u. Z.)
  • Isis (Ägypten, ca. 2500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Ix Chel (Maya, ca. 1000 n. u. Z. – 1500 n. u. Z.)
  • Janus (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Jupiter (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Juno (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Kali (Indien, ca. 1500 v. u. Z. – heute)
  • Khepri (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Khnum (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Kukulkan (Maya, Mexiko, ca. 1000 n. u. Z. – 1500 n. u. Z.)
  • Loki (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Lugh (Irland, ca. 100 v. u. Z. – 500 n. u. Z.)
  • Luna (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Marduk (Babylonien, ca. 1900 v. u. Z. – 539 v. u. Z.)
  • Mars (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Minerva (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Mithras (Persien/Rom, ca. 1400 v. u. Z. – 300 n. u. Z.)
  • Morrigan (Irland, ca. 100 v. u. Z. – 500 n. u. Z.)
  • Nantosuelta (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Nephthys (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Neptun (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Ninhursag (Sumer, ca. 3000 v. u. Z. – 2000 v. u. Z.)
  • Njörðr (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Nut (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Odin (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Ogun (Westafrika, ca. 1600 n. u. Z. – heute)
  • Oshun (Westafrika, ca. 1600 n. u. Z. – heute)
  • Osiris (Ägypten, ca. 2500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Pachamama (Inka, Südamerika, ca. 1200 n. u. Z. – 1500 n. u. Z.)
  • Pan (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Persephone (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Poseidon (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Ptah (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Quetzalcoatl (Azteken, Mexiko, ca. 1300 n. u. Z. – 1521 n. u. Z.)
  • Ra (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Raijin (Japan, ca. 500 v. u. Z. – heute)
  • Rama (Indien, ca. 1500 v. u. Z. – heute)
  • Rudiobus (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Sekhmet (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Set/Seth (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Shiva (Indien, ca. 1500 v. u. Z. – heute)
  • Sif (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Skaði (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Sobek (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Sucellus (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Surya (Indien, ca. 1500 v. u. Z. – heute)
  • Taranis (Gallien, ca. 400 v. u. Z. – 500 n. u. Z.)
  • Teutates (Gallien, ca. 500 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Tezcatlipoca (Azteken, Mexiko, ca. 1300 n. u. Z. – 1521 n. u. Z.)
  • Thoth (Ägypten, ca. 3000 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Thor (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Tlaloc (Azteken, Mexiko, ca. 1300 n. u. Z. – 1521 n. u. Z.)
  • Ullr (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Uranos (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Utu (Sumer, ca. 3000 v. u. Z. – 2000 v. u. Z.)
  • Vesta (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Venus (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Vishnu (Indien, ca. 1500 v. u. Z. – heute)
  • Vulcanus (Rom, ca. 700 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Woden (Angelsachsen, ca. 400 n. u. Z. – 1000 n. u. Z.)
  • Xiuhtecuhtli (Azteken, Mexiko, ca. 1300 n. u. Z. – 1521 n. u. Z.)
  • Yahweh (Israel, ca. 1200 v. u. Z. – heute)
  • Ymir (Skandinavien, ca. 800 v. u. Z. – 1100 n. u. Z.)
  • Zeus (Griechenland, ca. 800 v. u. Z. – 400 n. u. Z.)
  • Zhong Kui (China, ca. 600 n. u. Z. – heute)
  • Zoroaster (Persien, ca. 1200 v. u. Z. – heute)
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