Ja, in der Bibel gibt es Völkermord. Und zwar nicht nur einen, sondern mehrere. Und nicht nur das: Jahwe, der Gott der Israeliten, duldet diese biblischen Völkermorde nicht nur – nein, er befiehlt sie.
Wie kann das sein?
Und was sagt uns die Theologie und Religionsphilosophie dazu?
Und wie finden Gläubige es, einem Gott zuzueifern, der die Ermordung von Säuglingen, Frauen und ganzen Völkern verlangt?
Wenn Gott einen Völkermord befiehlt
Im Tanach (dem Alten Testament) gibt es keinen Mangel an der Darstellung von Gewaltakten – einschließlich solcher, die als Völkermord interpretiert werden müssen, geht man von ihrer Historizität aus.
Gott (in der Person Jehovas bzw. Jahwes) zeigt sich an diesen Stellen nicht nur als rachsüchtig, sondern auch als maßlos – so wie man ihn etwa bei den biblischen Massentötungen von der Sintflut kennt. Da wird „aus Grimm“ schließlich nicht nur fast die gesamte Spezies Mensch vernichtet, sondern auch der Bestand an Wirbel- und Gliedertieren und den moralisch nicht besonders verwerflich scheinenden Pflanzen. (Siehe dazu: Frage der Theodizee: Ist Gott ein Psychopath?)

Weitere Beispiele hierfür wären der Infantizid bei den Ägyptern (Massentötung von Säuglingen!) und die Vernichtung von Sodom und Gomorra wegen sündhaften Verhaltens der Einwohnerschaft.
Bibelstellen, in denen zum Völkermord aufgerufen wird
Die Bibel enthält einige Passagen, die unverblümt als Aufrufe zu Gewalttaten, einschließlich Völkermord, interpretiert werden müssen. Die bekanntesten dürften im Buch Josua zu finden sein, die unter der Überschrift „Vorbereitung für den Einzug in das verheißene Land“ den Eroberungsfeldzug der Israeliten unter Josua, dem Nachfolger Moses, thematisieren.
Das Buch Josua und der Massenmord an den Kanaanitern
Diese Passagen beschreiben die Eroberung Kanaans durch die Israeliten, in deren Verlauf die Bewohner mehrerer eroberter Städte vollständig vernichtet werden.
Jahwe selbst greift in das Kampfgeschehen ein, indem er etwa die kanaanitischen Soldaten mit einem Steinhagel niederstreckt.
Und als sie vor Israel flohen den Weg von Bet-Horon hinab, ließ der HERR große Steine vom Himmel auf sie fallen bis Aseka, dass sie starben. Und von ihnen starben viel mehr durch die Hagelsteine, als die Israeliten mit dem Schwert töteten.
Josua 10,11

Der „Bann“, wie das große Morden im Bibeltext der Lutherübersetzung heißt, erstreckt sich aber auch auf Nichtkombattanten: Frauen, Alte und Kinder, ja sogar Säuglinge.
So heißt es zum Beispiel bei der Eroberung von Jericho:
(17) Aber diese Stadt und alles, was darin ist, soll dem Bann des HERRN verfallen sein. Nur die Hure Rahab soll am Leben bleiben und alle, die mit ihr im Hause sind; denn sie hat die Boten verborgen, die wir aussandten. (…) So nahmen sie die Stadt ein (21) und vollstreckten den Bann an allem, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwerts, an Mann und Weib, Jung und Alt, Rindern, Schafen und Eseln.
Josua 6
Dasselbe Schicksal widerfährt auch den Menschen in der Stadt Makkeda im südlichen Kanaan, die ebenfalls von den Israeliten unter Josua angegriffen wird.
(28) An diesem Tag nahm Josua auch Makkeda ein und schlug es mit der Schärfe des Schwerts samt seinem König und vollstreckte den Bann an der Stadt und an allen, die darin waren, und ließ niemand übrig und tat mit dem König von Makkeda, wie er mit dem König von Jericho getan hatte.
Josua 10
Die Blutspur zieht sich weiter durch die Städte Libna (Josua 10,29) und Lachisch (Josua 10,31). Der König von Geser, Horam, sendet ein Entsatzheer, vergeblich.

Zu dieser Zeit zog Horam, der König von Geser, hinauf, um Lachisch zu helfen; aber Josua schlug ihn und sein Volk, bis niemand übrig blieb.
Josua 10,33
Weitere Stadtbevölkerungen werden hingemetzelt: Eglon, Hebron und Debir. Dann war niemand mehr übrig, der Widerstand leistete.

So schlug Josua das ganze Land – das Gebirge, den Süden, das Hügelland und die Abhänge – und alle seine Könige und ließ niemand übrig und vollstreckte den Bann an allem, was Odem hatte, wie der HERR, der Gott Israels, geboten hatte.
Josua 10,40
Die Vernichtung der Amalekiter
Die Geschichtswissenschaft weiß nicht sehr viel von den Amalekitern – selbst ihr Siedlungsort ist aufgrund der archäologischen Lücken und widersprüchlicher Bibelstellen nicht bestimmbar.
Sie sind aber sowas wie der Erzfeind der Israeliten, weil sie den flüchtenden Volksstamm beim Auszug aus Ägypten angriffen, als dieser bei Refidim lagerte: „Und Amalek kam und suchte in Refidim den Kampf mit Israel“ (2. Mose 17,8). Die Israeliten werden durch das Eingreifen Jahwes gerettet, allerdings herrscht nun Krieg zwischen den Völkern „von Generation zu Generation“ (16).

Amalek ist der Name des Königs der Amalekiter. Im Deuteronomium (= 5. Buch Mose) findet sich das sogenannte Amalekitergesetz, das letztendlich den Völkermord an den Amalekitern befiehlt.
Vergeltung an den Amalekitern
(17) Denk daran, was Amalek dir unterwegs angetan hat, als ihr aus Ägypten zogt: (18) wie er unterwegs auf dich stieß und, als du müde und matt warst, ohne jede Gottesfurcht alle erschöpften Nachzügler von hinten niedermachte. (19) Wenn der HERR, dein Gott, dir vor allen deinen Feinden ringsum Ruhe verschafft hat in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, damit du es in Besitz nimmst, dann lösche die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel aus! Du sollst nicht vergessen.
5.Mose 25,17-19
Immer wieder kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen von Israeliten und Amalekitern, bis schließlich König Saul auf Geheiß Jahwes loszieht, um die Amalekiter endgültig zu vernichten.
Der Völkermord an den Amalekitern
Das Buch Samuel gibt den Angriffsbefehl Jahwes wieder. Ausdrücklich wird auch die Ermordung von Kindern angeordnet.
(2) So spricht der HERR der Heerscharen: Ich habe beobachtet, was Amalek Israel angetan hat: Es hat sich ihm in den Weg gestellt, als Israel aus Ägypten heraufzog. (3) Darum zieh jetzt in den Kampf und schlag Amalek! Ihr werdet an allem, was ihm gehört, den Bann vollziehen! Schone es nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel!
1. Samuel 15
Jahwes Blutdurst ist unersättlich. So wird Saul nach dem Schlachten als König abgesetzt, weil er den besiegten Agag nicht getötet und auch etwas Vieh als Beute geraubt hatte. Das verärgert Gott sehr, und er lässt Saul durch den Propheten Samuel entsprechend wissen, dass es ihn „reut (…), dass ich Saul zum König gemacht habe.“ Danach entzieht er Saul die Führung des israelitischen Stammes.
Selbst in der heutigen Gegenwart werden Feinde Israels mit den Amalekitern gleichgesetzt; so auch in einer Rede des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu am 28. Oktober 2023. Dafür wurde er von Joshua Krug (Professor an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg), scharf kritisiert:
Das Wort, das im heutigen Sprachgebrauch für das steht, was der antike Text befiehlt, ist „Völkermord“.
Joshua Krug, in: Comparing Hamas to Amalek, our biblical nemesis, will ultimately hurt Israel
Kriegsgesetze und Jahwes Vernichtungsbefehl aus dem 5. Buch Mose
In Deuteronomium (5. Buch Mose, Kapitel 20) teilt Gott über Moses den israelitischen Kämpfern die Heeresordnung mit.
Weit entfernten einzunehmenden Städten soll zuerst die Kapitulation angeboten werden. Erfolgt diese, wird die Bevölkerung fronpflichtig und zwangskonvertiert. Eine Alternative zum Jahwe-Kult gibt es für diese Menschen dann nicht mehr.
Frauen und Kinder in die Sklaverei
Kommt es zu Kampfhandlungen, sollen bei einem Sieg alle männlichen Bewohner getötet werden. Frauen und Kinder werden versklavt. Vieh wird Beute.
Und wenn sie der HERR, dein Gott, dir in die Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwerts schlagen. (14) Nur die Frauen, die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, die ganze Beute, sollst du unter dir austeilen und sollst essen von der Beute deiner Feinde, die dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.
5. Mose 20,13-14
Noch düsterer sieht es in den Städten aus, die Gott den Israeliten als Erbteil gibt. Hier gibt es für nichts und niemanden Schonung.
Jahwe gibt hierfür als Begründung an, dass diese Menschen die Israeliten nicht durch ihre jeweiligen Kulte zum Götzendienst verleiten. So heißt es konkret (Lutherübersetzung):
(16) Aber in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, (17) sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, (18) damit sie euch nicht lehren, all die Gräuel zu tun, die sie im Dienst ihrer Götter treiben, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott.
5. Mose 20,16-18
Buch der Richter
Die „Zeit der Richter“ bezieht sich auf eine Phase der israelitischen Geschichte zwischen Landnahme und dem Beginn der Königszeit. In dieser Zeit regierten Richter*innen das Land („Judikat“). Dann beruft Jahwe den Gideon mittels eines Engels als Heerführer.

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Die Massentötung in Jabesch
Die folgende Passage beschreibt einen Befehl an die Israeliten, die Bewohner von Jabesch zu töten, mit Ausnahme der jungen Frauen, die noch nie mit einem Mann geschlafen haben. Diese werden anschließend versklavt und an die Benjaminiter ausgehändigt.
Man zählte das Volk, und siehe, da war kein Bürger da von Jabesch in Gilead. (10) Da sandte die Gemeinde zwölftausend streitbare Männer dorthin und gebot ihnen: Geht hin und schlagt mit der Schärfe des Schwerts die Bürger von Jabesch in Gilead mit Weib und Kind. (11) Doch so sollt ihr tun: An allem, was männlich ist, und an allen Frauen, die einem Mann angehört haben, sollt ihr den Bann vollstrecken! (12) Und sie fanden bei den Bürgern von Jabesch in Gilead vierhundert Mädchen, die Jungfrauen waren und keinem Mann angehört hatten. Die brachten sie ins Lager nach Silo, das da liegt im Lande Kanaan.
Richter 21, 9-12
Moses und die Vernichtung der Midianiter
Das 31. Kapitel des 4. Buches Mose (auch bekannt als Buch Numeri) im Alten Testament der Bibel enthält eine Erzählung, die für ihre Darstellung von Gewalt und Krieg bekannt ist. In diesem Kapitel wird beschrieben, wie die Israeliten unter der Führung von Moses einen Krieg gegen die Midianiter führen.
Gott befiehlt Moses, sich an den Midianitern für ihren Einfluss auf die Israeliten in der Peor-Episode (Numeri 25) zu rächen. Daraufhin rüstet Moses 12.000 Männer aus, tausend von jedem Stamm Israels. Die israelitischen Krieger besiegen die Midianiter, töten alle männlichen Gegner, einschließlich ihrer Könige, und verbrennen ihre Städte und Lager. Auch Bileam, der in früheren Kapiteln eine wichtige Rolle spielte, wird getötet.

Nach dem Sieg über die Midianiter bringen die israelitischen Soldaten Frauen und Kinder sowie Beute zurück.
Moses ist jedoch darüber verärgert, dass die weiblichen Gefangenen am Leben gelassen wurden, da sie in der Peor-Episode eine Schlüsselrolle gespielt hatten.
Er ordnet an, dass alle männlichen Kinder und Frauen, die mit einem Mann geschlafen haben, getötet werden sollen, während jungfräuliche Mädchen am Leben gelassen werden dürfen.
(17) So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und bei ihm gelegen haben; (18) aber alle Mädchen, die noch nicht bei einem Mann gelegen haben, die lasst für euch leben.
4.Mose 31
Numeri 31 ist ein kontroverses Kapitel. In theologischen und ethischen Diskussionen wird dieses Kapitel häufig herangezogen, um Fragen nach der moralischen Natur Gottes, dem Umgang mit historischen Gewalttaten in religiösen Texten und der Rolle von Religion in kriegerischen Konflikten zu erörtern.
Theologen und Bibelwissenschaftler interpretieren diese Passage auf unterschiedliche Weise, oft im Versuch, sie im historischen, kulturellen und religiösen Kontext der damaligen Zeit zu verstehen.
Kontext: die Landnahme Israels
Die meisten der erwähnten Erzählungen finden im Kontext der israelitischen Eroberungen und Kriege statt, die im Alten Testament großen Raum einnehmen.

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Zeitlich stehen diese Eroberungen mit der „Landnahme der Israeliten“ im Zusammenhang, die am Übergang zwischen Bronzezeit und Eisenzeit in Palästina stattgefunden haben soll (etwa 1.200 Jahre v. u. Z.).
Die Archäologie diskutiert dabei mehrere Erklärungsmodelle. So könnten die Israeliten tatsächlich von Ägypten kommend nach Kanaan eingedrungen sein und die dortigen Ethnien verdrängt und dezimiert haben (Eroberungsmodell).
Ebenso möglich wäre ein Prozess der graduellen Sesshaftwerdung nomadischer Hirtenstämme gewesen (Penetrationsmodell), in deren weiterem Verlauf es zu bewaffneten Konflikten mit den Kanaanitern kam.
Und schließlich gibt es auch noch das Revolutionsmodell, welchem zufolge es sich bei den Israeliten um sozial deklassierte Landbewohner handelte, die gegen die städtischen Bevölkerungen Kanaans revoltierten.
Die Kanaaniter
Die Kanaaniter waren eine antike Volksgruppe, die in der Region des heutigen Israel, Palästina, Libanon und Teilen von Syrien und Jordanien lebte. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung der frühen Hochkulturen im Nahen Osten verknüpft.
Die Kanaaniter siedelten ab etwa 3000 v. u. Z. im östlichen Mittelmeerraum. Sie gehörten zu den semitischen Völkern und entwickelten im 2. Jahrtausend v. u. Z. mehrere Stadtstaaten in der Region. Als geschickte Händler und Seefahrer spielten die Kanaaniter eine wichtige Rolle im Handel des antiken Nahen Ostens. Sie etablierten Handelsbeziehungen mit Ägypten, Mesopotamien und weiteren Regionen.
Konflikte zwischen Kanaanitern und Israeliten: Archäologische Befunde und Bibeldarstellungen
In der Bibel gibt es eine auffällige Überbetonung des Eroberungsmodells. Das biblische Konzept, eroberte Völker zu vernichten, und zwar auf direkte Anordnung von Propheten oder gar Gott selbst, wird oft wiederholt.
Archäologische Daten zeigen, dass sich die israelitische Besiedlung Kanaans eher allmählich und weniger gewaltsam vollzog, als es die biblische Erzählung nahelegt. Es gibt Hinweise auf eine allmähliche Zunahme von Siedlungen in den Bergregionen Kanaans ab dem Ende des 13. Jahrhunderts v. u. Z.
In einigen der biblisch erwähnten Städte, wie Jericho und Ai, konnten Archäologen keine klaren Beweise für eine Zerstörung finden, die zeitlich mit der biblischen Landnahme übereinstimmt. In Jericho beispielsweise zeigen archäologische Schichten eine Zerstörung, die in eine frühere Zeit datiert wird.
Theologische Einordnung biblischer Massenmorde
Bei der Web-Recherche zu Völkermord in der Bibel fällt es auf, dass sich vor allem christliche Medien bemühen, die unfassbare Grausamkeit der göttlichen Anweisungen zu relativieren.

Die Relativierungen erfolgen nach einem Schema.
So seien …
- Gewaltakte damals ein selbstverständlicher Teil des Rechts gewesen,
- die biblischen Darstellungen nachträglich gefälscht worden,
- die biblischen Darstellungen übertrieben,
- die biblischen Darstellungen nur eine Metapher,
- die Massentötungen „Ausnahmefälle“,
- alles Teil eines göttlichen „Heilsplans“,
- der Völkermord an den Kanaaniter nachvollziehbar, weil er „Israel vor den kanaanitischen Religionen zu bewahren“ sucht,
- die Ermordeten selbst schuld, weil sie die falschen religiösen Praktiken ausübten,
- die Ermordeten selbst schuld, weil sie ausreichend „Gelegenheit zur Umkehr hatten“,
- die Ermordeten selbst schuld, weil sie hätten flüchten können,
- die Ermordeten selbst schuld, weil sie bei Belagerung auch hätten aufgeben können,
- nur etwa 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ermordet wurden,
- die Massentötungen kein ethnisch motivierter Völkermord, sondern „religiöse Säuberungen“,
- die Israeliten „fälschlicherweise“ davon ausgegangen, es habe einen Befehl zur Massentötung gegeben,
- die ermordeten Kinder und Unschuldige im Grunde besser dran, weil sie beim jüngsten Gericht „nicht für die Sünde ihrer Kultur oder Religion zur Verantwortung gezogen werden können“,
- es besser für Kinder ist, ermordet zu werden, als in einer „gottlosen“ Gesellschaft aufzuwachsen.
Davon abgesehen, dass man schon einen Knoten im Kopf haben muss, um der Logik der Darstellungen auch nur im Groben zu folgen – schließlich könnte ein allmächtiges Wesen die Feinde ja auch überzeugen, wegteleportieren oder in fluffige Kaninchen verzaubern – sind diese Relativierungen mehr als bedenklich.
Sie belegen einerseits, dass die religiösen Wertvorstellungen willkürlich und arbiträr sind – ganz im Gegensatz zur sogenannten „objektiven Moral“, die Gläubige so gerne für sich in Anspruch nehmen. Sie stehen auch mit sich selbst im Widerspruch, da ja die zehn Gebote und ihr generelles Tötungsverbot hier außer Kraft treten.
Sie belegen zudem, dass auch heute noch keine religiös motivierte Greueltat unmöglich scheint – wenn nur inbrünstig genug geglaubt wird. Das Problem ist nicht der Fundamentalismus, sondern das Fundament. Und das Fundament der abrahamitischen Religionen steht in einem See aus Blut, für welchen Apologeten auch in heutiger Zeit noch Rechtfertigungen finden. Demnach müssten die Amalekiter selbst heute noch getötet werden. Wenn es denn noch welche gäbe.

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