Völkermord Bibel

Völkermord in der Bibel – Genozid auf Gottes Geheiß

Ja, in der Bibel gibt es Völkermord. Und zwar nicht nur einen, sondern mehrere. Und nicht nur das: Jahwe, der Gott der Israeliten, duldet diese biblischen Völkermorde nicht nur – nein, er befiehlt sie.

Wie kann das sein?

Und was sagt uns die Theologie und Religionsphilosophie dazu?

Und wie finden Gläubige es, einem Gott zuzueifern, der die Ermordung von Säuglingen, Frauen und ganzen Völkern verlangt?

Wenn Gott einen Völkermord befiehlt

Im Tanach (dem Alten Testament) gibt es keinen Mangel an der Darstellung von Gewaltakten – einschließlich solcher, die als Völkermord interpretiert werden müssen, geht man von ihrer Historizität aus.

Tanach
Der Tanach
Tanach – Lehrbuch der jüdischen Bibel
Lehrbuch zum Tanach

Gott (in der Person Jehovas bzw. Jahwes) zeigt sich an diesen Stellen nicht nur als rachsüchtig, sondern auch als maßlos – so wie man ihn etwa bei den biblischen Massentötungen von der Sintflut kennt. Da wird „aus Grimm“ schließlich nicht nur fast die gesamte Spezies Mensch vernichtet, sondern auch der Bestand an Wirbel- und Gliedertieren und den moralisch nicht besonders verwerflich scheinenden Pflanzen. (Siehe dazu: Frage der Theodizee: Ist Gott ein Psychopath?)

Jahwe rächt sich
Jahwe erscheint an einigen Bibelstellen wie ein psychopathischer Massenmörder

Weitere Beispiele hierfür wären der Infantizid bei den Ägyptern (Massentötung von Säuglingen!) und die Vernichtung von Sodom und Gomorra wegen sündhaften Verhaltens der Einwohnerschaft.

Bibelstellen, in denen zum Völkermord aufgerufen wird

Die Bibel enthält einige Passagen, die unverblümt als Aufrufe zu Gewalttaten, einschließlich Völkermord, interpretiert werden müssen. Die bekanntesten dürften im Buch Josua zu finden sein, die unter der Überschrift „Vorbereitung für den Einzug in das verheißene Land“ den Eroberungsfeldzug der Israeliten unter Josua, dem Nachfolger Moses, thematisieren.

Das Buch Josua und der Massenmord an den Kanaanitern

Diese Passagen beschreiben die Eroberung Kanaans durch die Israeliten, in deren Verlauf die Bewohner mehrerer eroberter Städte vollständig vernichtet werden. 

Jahwe selbst greift in das Kampfgeschehen ein, indem er etwa die kanaanitischen Soldaten mit einem Steinhagel niederstreckt. 

Und als sie vor Israel flohen den Weg von Bet-Horon hinab, ließ der HERR große Steine vom Himmel auf sie fallen bis Aseka, dass sie starben. Und von ihnen starben viel mehr durch die Hagelsteine, als die Israeliten mit dem Schwert töteten.

Josua 10,11
Massentötung Bibel
Keine Gnade mit flüchtenden Soldaten: In der Schlacht bei Gibeon greift Jahwe selbst in die Kampfhandlungen ein

Der „Bann“, wie das große Morden im Bibeltext der Lutherübersetzung heißt, erstreckt sich aber auch auf Nichtkombattanten: Frauen, Alte und Kinder, ja sogar Säuglinge. 

So heißt es zum Beispiel bei der Eroberung von Jericho:

(17) Aber diese Stadt und alles, was darin ist, soll dem Bann des HERRN verfallen sein. Nur die Hure Rahab soll am Leben bleiben und alle, die mit ihr im Hause sind; denn sie hat die Boten verborgen, die wir aussandten. (…) So nahmen sie die Stadt ein (21) und vollstreckten den Bann an allem, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwerts, an Mann und Weib, Jung und Alt, Rindern, Schafen und Eseln.

Josua 6

Dasselbe Schicksal widerfährt auch den Menschen in der Stadt Makkeda im südlichen Kanaan, die ebenfalls von den Israeliten unter Josua angegriffen wird.

(28) An diesem Tag nahm Josua auch Makkeda ein und schlug es mit der Schärfe des Schwerts samt seinem König und vollstreckte den Bann an der Stadt und an allen, die darin waren, und ließ niemand übrig und tat mit dem König von Makkeda, wie er mit dem König von Jericho getan hatte.

Josua 10

Die Blutspur zieht sich weiter durch die Städte Libna (Josua 10,29) und Lachisch (Josua 10,31). Der König von Geser, Horam, sendet ein Entsatzheer, vergeblich.

Völkermord Bibel
Die israelitische Soldateska kannte ebenso wenig Gnade, wie ihr „Herr“

Zu dieser Zeit zog Horam, der König von Geser, hinauf, um Lachisch zu helfen; aber Josua schlug ihn und sein Volk, bis niemand übrig blieb.

Josua 10,33

Weitere Stadtbevölkerungen werden hingemetzelt: Eglon, Hebron und Debir. Dann war niemand mehr übrig, der Widerstand leistete.

Karte des israelitischen Eroberungszugs
Karte des israelitischen Eroberungszugs (rote Linie) im südlichen Kanaan

So schlug Josua das ganze Land – das Gebirge, den Süden, das Hügelland und die Abhänge – und alle seine Könige und ließ niemand übrig und vollstreckte den Bann an allem, was Odem hatte, wie der HERR, der Gott Israels, geboten hatte.

Josua 10,40

Die Vernichtung der Amalekiter

Die Geschichtswissenschaft weiß nicht sehr viel von den Amalekitern – selbst ihr Siedlungsort ist aufgrund der archäologischen Lücken und widersprüchlicher Bibelstellen nicht bestimmbar.

Sie sind aber sowas wie der Erzfeind der Israeliten, weil sie den flüchtenden Volksstamm beim Auszug aus Ägypten angriffen, als dieser bei Refidim lagerte: „Und Amalek kam und suchte in Refidim den Kampf mit Israel“ (2. Mose 17,8). Die Israeliten werden durch das Eingreifen Jahwes gerettet, allerdings herrscht nun Krieg zwischen den Völkern „von Generation zu Generation“ (16).

Die unheilige Schrift: Die Kriminalgeschichte von Jahwe und seinem auserwählten Volk
Die Kriminalgeschichte von Jahwe und seinem auserwählten Volk

Amalek ist der Name des Königs der Amalekiter. Im Deuteronomium (= 5. Buch Mose) findet sich das sogenannte Amalekitergesetz, das letztendlich den Völkermord an den Amalekitern befiehlt. 

Vergeltung an den Amalekitern

(17) Denk daran, was Amalek dir unterwegs angetan hat, als ihr aus Ägypten zogt: (18) wie er unterwegs auf dich stieß und, als du müde und matt warst, ohne jede Gottesfurcht alle erschöpften Nachzügler von hinten niedermachte. (19) Wenn der HERR, dein Gott, dir vor allen deinen Feinden ringsum Ruhe verschafft hat in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt, damit du es in Besitz nimmst, dann lösche die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel aus! Du sollst nicht vergessen.

5.Mose 25,17-19

Immer wieder kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen von Israeliten und Amalekitern, bis schließlich König Saul auf Geheiß Jahwes loszieht, um die Amalekiter endgültig zu vernichten.

Der Völkermord an den Amalekitern

Das Buch Samuel gibt den Angriffsbefehl Jahwes wieder. Ausdrücklich wird auch die Ermordung von Kindern angeordnet.

(2) So spricht der HERR der Heerscharen: Ich habe beobachtet, was Amalek Israel angetan hat: Es hat sich ihm in den Weg gestellt, als Israel aus Ägypten heraufzog. (3) Darum zieh jetzt in den Kampf und schlag Amalek! Ihr werdet an allem, was ihm gehört, den Bann vollziehen! Schone es nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel!

1. Samuel 15

Jahwes Blutdurst ist unersättlich. So wird Saul nach dem Schlachten als König abgesetzt, weil er den besiegten Agag nicht getötet und auch etwas Vieh als Beute geraubt hatte. Das verärgert Gott sehr, und er lässt Saul durch den Propheten Samuel entsprechend wissen, dass es ihn „reut (…), dass ich Saul zum König gemacht habe.“ Danach entzieht er Saul die Führung des israelitischen Stammes.

Selbst in der heutigen Gegenwart werden Feinde Israels mit den Amalekitern gleichgesetzt; so auch in einer Rede des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu am 28. Oktober 2023. Dafür wurde er von Joshua Krug (Professor an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg), scharf kritisiert:

Das Wort, das im heutigen Sprachgebrauch für das steht, was der antike Text befiehlt, ist „Völkermord“.

Joshua Krug, in: Comparing Hamas to Amalek, our biblical nemesis, will ultimately hurt Israel

Kriegsgesetze und Jahwes Vernichtungsbefehl aus dem 5. Buch Mose

In Deuteronomium (5. Buch Mose, Kapitel 20) teilt Gott über Moses den israelitischen Kämpfern die Heeresordnung mit. 

Weit entfernten einzunehmenden Städten soll zuerst die Kapitulation angeboten werden. Erfolgt diese, wird die Bevölkerung fronpflichtig und zwangskonvertiert. Eine Alternative zum Jahwe-Kult gibt es für diese Menschen dann nicht mehr. 

Frauen und Kinder in die Sklaverei

Kommt es zu Kampfhandlungen, sollen bei einem Sieg alle männlichen Bewohner getötet werden. Frauen und Kinder werden versklavt. Vieh wird Beute.

Und wenn sie der HERR, dein Gott, dir in die Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwerts schlagen. (14) Nur die Frauen, die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, die ganze Beute, sollst du unter dir austeilen und sollst essen von der Beute deiner Feinde, die dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.

5. Mose 20,13-14

Noch düsterer sieht es in den Städten aus, die Gott den Israeliten als Erbteil gibt. Hier gibt es für nichts und niemanden Schonung.

Jahwe gibt hierfür als Begründung an, dass diese Menschen die Israeliten nicht durch ihre jeweiligen Kulte zum Götzendienst verleiten. So heißt es konkret (Lutherübersetzung):

(16) Aber in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, (17) sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, (18) damit sie euch nicht lehren, all die Gräuel zu tun, die sie im Dienst ihrer Götter treiben, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott.

5. Mose 20,16-18

Buch der Richter

Die „Zeit der Richter“ bezieht sich auf eine Phase der israelitischen Geschichte zwischen Landnahme und dem Beginn der Königszeit. In dieser Zeit regierten Richter*innen das Land („Judikat“). Dann beruft Jahwe den Gideon mittels eines Engels als Heerführer.

Jahwe, der biblische Gott: Ein Porträt
Dieses Buch zeichnet ein Porträt des biblischen Gottes, der in einer beispiellosen „Karriere“ von der Gottheit eines politisch unbedeutenden Volkes am östlichen Rand des Mittelmeers zum monotheistischen Gott der westlichen Kultur aufgestiegen ist.
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Die Massentötung in Jabesch 

Die folgende Passage beschreibt einen Befehl an die Israeliten, die Bewohner von Jabesch zu töten, mit Ausnahme der jungen Frauen, die noch nie mit einem Mann geschlafen haben. Diese werden anschließend versklavt und an die Benjaminiter ausgehändigt. 

Man zählte das Volk, und siehe, da war kein Bürger da von Jabesch in Gilead. (10) Da sandte die Gemeinde zwölftausend streitbare Männer dorthin und gebot ihnen: Geht hin und schlagt mit der Schärfe des Schwerts die Bürger von Jabesch in Gilead mit Weib und Kind. (11) Doch so sollt ihr tun: An allem, was männlich ist, und an allen Frauen, die einem Mann angehört haben, sollt ihr den Bann vollstrecken! (12) Und sie fanden bei den Bürgern von Jabesch in Gilead vierhundert Mädchen, die Jungfrauen waren und keinem Mann angehört hatten. Die brachten sie ins Lager nach Silo, das da liegt im Lande Kanaan.


Richter 21, 9-12

Moses und die Vernichtung der Midianiter

Das 31. Kapitel des 4. Buches Mose (auch bekannt als Buch Numeri) im Alten Testament der Bibel enthält eine Erzählung, die für ihre Darstellung von Gewalt und Krieg bekannt ist. In diesem Kapitel wird beschrieben, wie die Israeliten unter der Führung von Moses einen Krieg gegen die Midianiter führen. 

Gott befiehlt Moses, sich an den Midianitern für ihren Einfluss auf die Israeliten in der Peor-Episode (Numeri 25) zu rächen. Daraufhin rüstet Moses 12.000 Männer aus, tausend von jedem Stamm Israels. Die israelitischen Krieger besiegen die Midianiter, töten alle männlichen Gegner, einschließlich ihrer Könige, und verbrennen ihre Städte und Lager. Auch Bileam, der in früheren Kapiteln eine wichtige Rolle spielte, wird getötet.

Völkermord in der Bibel
Die Städte der Gegner werden dem Erdboden gleichgemacht

Nach dem Sieg über die Midianiter bringen die israelitischen Soldaten Frauen und Kinder sowie Beute zurück.

Moses ist jedoch darüber verärgert, dass die weiblichen Gefangenen am Leben gelassen wurden, da sie in der Peor-Episode eine Schlüsselrolle gespielt hatten.

Er ordnet an, dass alle männlichen Kinder und Frauen, die mit einem Mann geschlafen haben, getötet werden sollen, während jungfräuliche Mädchen am Leben gelassen werden dürfen.

(17) So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und bei ihm gelegen haben; (18) aber alle Mädchen, die noch nicht bei einem Mann gelegen haben, die lasst für euch leben.


4.Mose 31

Numeri 31 ist ein kontroverses Kapitel. In theologischen und ethischen Diskussionen wird dieses Kapitel häufig herangezogen, um Fragen nach der moralischen Natur Gottes, dem Umgang mit historischen Gewalttaten in religiösen Texten und der Rolle von Religion in kriegerischen Konflikten zu erörtern. 

Theologen und Bibelwissenschaftler interpretieren diese Passage auf unterschiedliche Weise, oft im Versuch, sie im historischen, kulturellen und religiösen Kontext der damaligen Zeit zu verstehen.

Kontext: die Landnahme Israels

Die meisten der erwähnten Erzählungen finden im Kontext der israelitischen Eroberungen und Kriege statt, die im Alten Testament großen Raum einnehmen.

Geschichte Israels
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Zeitlich stehen diese Eroberungen mit der „Landnahme der Israeliten“ im Zusammenhang, die am Übergang zwischen Bronzezeit und Eisenzeit in Palästina stattgefunden haben soll (etwa 1.200 Jahre v. u. Z.). 

Die Archäologie diskutiert dabei mehrere Erklärungsmodelle. So könnten die Israeliten tatsächlich von Ägypten kommend nach Kanaan eingedrungen sein und die dortigen Ethnien verdrängt und dezimiert haben (Eroberungsmodell).

Ebenso möglich wäre ein Prozess der graduellen Sesshaftwerdung nomadischer Hirtenstämme gewesen (Penetrationsmodell), in deren weiterem Verlauf es zu bewaffneten Konflikten mit den Kanaanitern kam.

Und schließlich gibt es auch noch das Revolutionsmodell, welchem zufolge es sich bei den Israeliten um sozial deklassierte Landbewohner handelte, die gegen die städtischen Bevölkerungen Kanaans revoltierten. 

Die Kanaaniter

Die Kanaaniter waren eine antike Volksgruppe, die in der Region des heutigen Israel, Palästina, Libanon und Teilen von Syrien und Jordanien lebte. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung der frühen Hochkulturen im Nahen Osten verknüpft.

Die Kanaaniter siedelten ab etwa 3000 v. u. Z. im östlichen Mittelmeerraum. Sie gehörten zu den semitischen Völkern und entwickelten im 2. Jahrtausend v. u. Z. mehrere Stadtstaaten in der Region. Als geschickte Händler und Seefahrer spielten die Kanaaniter eine wichtige Rolle im Handel des antiken Nahen Ostens. Sie etablierten Handelsbeziehungen mit Ägypten, Mesopotamien und weiteren Regionen.

Konflikte zwischen Kanaanitern und Israeliten: Archäologische Befunde und Bibeldarstellungen

In der Bibel gibt es eine auffällige Überbetonung des Eroberungsmodells. Das biblische Konzept, eroberte Völker zu vernichten, und zwar auf direkte Anordnung von Propheten oder gar Gott selbst, wird oft wiederholt. 

Archäologische Daten zeigen, dass sich die israelitische Besiedlung Kanaans eher allmählich und weniger gewaltsam vollzog, als es die biblische Erzählung nahelegt. Es gibt Hinweise auf eine allmähliche Zunahme von Siedlungen in den Bergregionen Kanaans ab dem Ende des 13. Jahrhunderts v. u. Z.

In einigen der biblisch erwähnten Städte, wie Jericho und Ai, konnten Archäologen keine klaren Beweise für eine Zerstörung finden, die zeitlich mit der biblischen Landnahme übereinstimmt. In Jericho beispielsweise zeigen archäologische Schichten eine Zerstörung, die in eine frühere Zeit datiert wird.

Theologische Einordnung biblischer Massenmorde

Bei der Web-Recherche zu Völkermord in der Bibel fällt es auf, dass sich vor allem christliche Medien bemühen, die unfassbare Grausamkeit der göttlichen Anweisungen zu relativieren. 

Suchmaschinenoptimierte Beiträge auf einer Google-Ergebnisseite


Die Relativierungen erfolgen nach einem Schema. 

So seien … 

  • Gewaltakte damals ein selbstverständlicher Teil des Rechts gewesen,
  • die biblischen Darstellungen nachträglich gefälscht worden,
  • die biblischen Darstellungen übertrieben,
  • die biblischen Darstellungen nur eine Metapher,
  • die Massentötungen „Ausnahmefälle“,
  • alles Teil eines göttlichen „Heilsplans“,
  • der Völkermord an den Kanaaniter nachvollziehbar, weil er „Israel vor den kanaanitischen Religionen zu bewahren“ sucht,
  • die Ermordeten selbst schuld, weil sie die falschen religiösen Praktiken ausübten, 
  • die Ermordeten selbst schuld, weil sie ausreichend „Gelegenheit zur Umkehr hatten“,
  • die Ermordeten selbst schuld, weil sie hätten flüchten können, 
  • die Ermordeten selbst schuld, weil sie bei Belagerung auch hätten aufgeben können, 
  • nur etwa 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ermordet wurden, 
  • die Massentötungen kein ethnisch motivierter Völkermord, sondern „religiöse Säuberungen“,
  • die Israeliten „fälschlicherweise“ davon ausgegangen, es habe einen Befehl zur Massentötung gegeben,
  • die ermordeten Kinder und Unschuldige im Grunde besser dran, weil sie beim jüngsten Gericht „nicht für die Sünde ihrer Kultur oder Religion zur Verantwortung gezogen werden können“,
  • es besser für Kinder ist, ermordet zu werden, als in einer „gottlosen“ Gesellschaft aufzuwachsen.

Davon abgesehen, dass man schon einen Knoten im Kopf haben muss, um der Logik der Darstellungen auch nur im Groben zu folgen – schließlich könnte ein allmächtiges Wesen die Feinde ja auch überzeugen, wegteleportieren oder in fluffige Kaninchen verzaubern – sind diese Relativierungen mehr als bedenklich.

Sie belegen einerseits, dass die religiösen Wertvorstellungen willkürlich und arbiträr sind – ganz im Gegensatz zur sogenannten „objektiven Moral“, die Gläubige so gerne für sich in Anspruch nehmen. Sie stehen auch mit sich selbst im Widerspruch, da ja die zehn Gebote und ihr generelles Tötungsverbot hier außer Kraft treten.

Sie belegen zudem, dass auch heute noch keine religiös motivierte Greueltat unmöglich scheint – wenn nur inbrünstig genug geglaubt wird. Das Problem ist nicht der Fundamentalismus, sondern das Fundament. Und das Fundament der abrahamitischen Religionen steht in einem See aus Blut, für welchen Apologeten auch in heutiger Zeit noch Rechtfertigungen finden. Demnach müssten die Amalekiter selbst heute noch getötet werden. Wenn es denn noch welche gäbe.

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Kommentare

27 responses to “Völkermord in der Bibel – Genozid auf Gottes Geheiß”

  1. Die Bibel ist ein böses Buch,
    der Menschheit wurde sie zum Fluch.
    Zwar hat sie auch paar gute Stellen,
    doch mehr gibt´s von den kriminellen.

    Jeder sollte vorm Verwesen
    mal die ganze Bibel lesen.
    Was darin an Irrsinn steht,
    kaum auf eine Kuhhaut geht.

    Aus der Bibel rinnt das Blut,
    was Gott tut ist selten gut.
    Ständig droht und mordet er
    hinter seiner Schöpfung her.

    Grausam sind des Herren Werke,
    Mitleid ist nicht seine Stärke.
    Grausam ist er von Natur,
    lieb ist er ganz selten nur.

    Quelle: https://reimbibel.de

    1. Hallo Wolfgang, das Gedicht ist ja genial und die Reimbibel auch! Die sehe ich mir gleich mal genauer an!

    2. Avatar von Sergius Vitus
      Sergius Vitus

      Wolfgang, ich bitte dich genauere Stellen in der Bibel zu nennen, welche du mit deinen Versen so doll anprangerst. Dann werden wir zusammen diese Bibelstellen genauer anschauen, ob das so wirklich ist, wie du das verstanden hast. Das Gespräch ist es wert. Herzliche Grüße aus Köln.

      1. Hallo Anonymus,
        diese Reime beziehen sich auf die Gesamtausgabe meiner Reimbibel.
        Darin gibt es jede Menge Stellenangaben, die meine Kritik an der der Bibel belegen. Vieles davon ist auch auf https://reimbibel.de zu finden. Zum Beispiel gibt es dort einen Auszug aus der Kriminalgeschichte des Christentums, der belegt, dass das auf der Bibel basierende Christentum jede Menge Verbrechen begangen hat: https://reimbibel.de/kg . Und dass im AT Gott als eifersüchtiger, drohender und mordender Psychopath dargestellt wird, sollte selbst ein nachhaltig indoktrinierter Christ erkennen können.

  2. Hallo Robert, das freut mich. Das Gleiche kann ich hinsichtlich Deiner tollen Texte sagen. Die neuste Ausgabe meiner Reimbibel schicke ich Dir, sobald ich von BoD die bestellten Exemplare bekommen habe.

    1. Danke, das wäre toll! Ich hatte dir auch eine E-Mail geschrieben – schon gelesen? LG Robert

  3. Avatar von Sergius

    Hallo Wolfgang,

    Zu deiner Arbeit „Aus der Kriminalgeschichte des Christentums“ (https://reimbibel.de/kg), wo du „belegst“, dass auf der Bibel basierende Christentum jede Menge Verbrechen begangen hat. Du hast 40 historische Daten genannt mit stichpunktartigen Nennung der Ereignisse.

    Jede Anschuldigung bedarf einer Untersuchung, bevor das Urteil gesprochen wird. So lautet das Gesetz.

    Ich werde demnächst alle 40 Punkte ganz genau untersuchen und hier die Ergebnisse präsentieren.

    Viele Grüße
    Sergius

  4. Avatar von Sergius
    Sergius

    Hallo Wolfgang,

    Hiermit veröffentliche ich meine Untersuchung deiner Anschuldigungen gegen Gott.

    Die Öffentlichkeit soll nicht nur deine Meinung, sondern auch eine andere mitbekommen.

    Aus der Kriminalgeschichte des Christentums

    ———————————————-

    Untersuchung
    ————-

    50: Paulus hetzt gegen die Juden. Sie hätten Jesus und die Propheten getötet, würden Gott nicht gefallen und seien allen Menschen feindlich.

    – Du willst damit suggerieren, dass Paulus gegen alle Juden hetzt. Aber: zu wem hat Paulus gesprochen? Zu den Obersten, Pharisäern und zu den Schriftgelehrten. Also, wenn Paulus nur eine Gruppe aus Israel anspricht, hetzt er gegen alle? Keinesfalls. Sonst im Umkehrschluss könnte man behaupten, dass alle Deutsche Faschisten seien. Das ist aber nicht der Fall. Unter den Deutschen gab es jede Menge Menschen, die sich gegen Hitler gestellt haben. Genau wie damals haben viele tausende Juden in Jerusalem und Umgebung haben sich im Namen Jesu taufen lassen (Apostelgeschichte 2:41, 18:8). Also, Paulus hat gar nicht gegen die Juden gesetzt. Das ist eine falsche Anschuldigung. Verallgemeinerung. Verleumdung.

    – Anderer Punkt ist, dass genau diese Obersten, Pharisäern und die Schriftgelehrten jeden Sabbat Mordpläne gegen Jesus geschmiedet haben (so steht es in den Evangelien). Sie haben Jesus verleumdet und den Pilatus manipuliert, dass er die Hinrichtung von Jesus wider seinen Willen genehmigt hat. Lies mal genauer, wie das in den Evangelien geschrieben steht.
    ———————————————-

    80: Laut Matthäus rufen Juden: „Ans Kreuz mit ihm. Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.“

    – Wer schreit hier? Die Juden, welche sich gegen Christus gestellt haben. Also, keine Christen. Was haben die Nichtchristen mit der „Kriminalgeschichte des Christentums“ zu tun?

    ———————————————-

    100: Johannes lässt Jesus zu Juden sagen: „Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt.“

    – Erstmal: Wie, Johannes LÄSST Jesus sagen? Wenn du das SO siehst, dann ist es in der ganzen Bibel so, dass jemand einen anderen etwas sagen lässt.
    – Zweitens, zu wem hat Jesus das gesagt? Nochmals betone ich: zu den Obersten, Pharisäern und den Schriftgelehrten. Was bedeutet, nicht zu allen Juden. Du machst hier wieder eine Verleumdung.
    – Drittens, was hat diese Aussage von Jesus mit der „Kriminalgeschichte des Christentums“ zu tun? Denn die Obersten, Pharisäern und die Schriftgelehrten waren keine Christen.

    ———————————————-
    Die ersten drei Anschuldigungen sind falsch. Diese haben gar keinen Boden im Kontext dieser Auflistung der vierzig historischen Punkte. Nun nehmen wir die restlichen siebenunddreißig Punkte durch.
    ———————————————-

    325: Auf dem Konzil von Nicäa werden die Arianer, die Jesus nicht für göttlich hielten, verdammt und des Landes verwiesen. Ihre Bücher werden verbrannt. https:www.reimbibel.de/KvN.pdf

    – Jetzt geht es um die römische Kirche, d.h. katholische Kirche. Daher bedarf der Sachverhalt etwas gründlicherer Erklärung.
    Die katholische Kirche (ursprünglich die römische, noch früher die Reichskirche) nimmt ihren Anfang in der christlichen Gemeinde in Rom, nachdem Apostel Paulus dort eine christliche Gemeinde gegründet hat. Die Römer waren durch und durch Heiden, daher kamen im Laufe der Jahre nach der Apostelzeit immer mehr heidnische Bräuche und Aberglaube unter die aufrichtigen Gläubigen. Der Kaiser Konstantin als der Sonnengott-Verehrer hat den biblischen Sabbat durch den Tag der Sonne ersetzt und somit jeglichen Boden unter den Füßen der Gläubigen weggerissen. In den weiteren Jahren kamen Bischöfe und Kardinäle dazu, welche meinten, die hätten alle Gewalt über die Menschen, und haben dann angefangen ihre eigenen Gesetze zu erlassen, welche sie im „Gottes“ Namen Millionen von Menschen zur unerträglichen Last auferlegt haben. Menschen, die Bibel zu Hause hatten, wurden gefoltert und hingerichtet, weil katholische Kirche Angst hatte, das die Menschen in der Bibel die Wahrheit finden und sich von der Gewalt der Päpste befreien wird. Es waren unglaubliche 1260 Jahre Herrschaft der katholischen Kirche, während welcher geschätzt 50 bis 300 Millionen Menschen durch die Diener der Päpste getötet wurden. Kurzum: die katholische Kirche war nie eine christliche Institution.
    Nun schauen wir deine weiteren Anschuldigungen an.

    Ab 370: Martin von Tours (St. Martin) lässt heidnische Kultstätten zerstören und dort Kirchen bauen. -> Katholische Kirche ist keine christliche Institution.

    381: Kaiser Theodosius verpflichtet alle Bürger Roms dazu, Christen zu werden, und erlässt Gesetze gegen Häretiker. -> Katholische Kirche ist keine christliche Institution.

    388: Christen zerstören zum ersten Mal eine Synagoge. -> in der katholische Region Mailand. Katholische Kirche ist keine christliche Institution.

    562 bis 1599: das alles geschah unter der ausdrücklichen Führung des Papsttums. Wieder die nicht christliche katholische Kirche. Wie viele Beweise brauchst du noch? Gehen wir weiter.

    1618-1648: 30-jähriger Krieg -> Das Ziel war die Vernichtung des Protestantismus und Unterwerfung der katholischen Kirche. Die katholische Kirche war wieder mal an dem Blutvergießen von mehr als acht Millionen Meschen intensiv beteiligt.

    1648: Ermordung von 200.000 polnischen Juden (Chmielnitzki Massaker). -> Wer hat die ermordet? -> Ukrainische Kosaken unter der Führung von Bogdan Chmelnitzky, es waren also so genannte orthodoxe Ukrainer. Jetzt kommt die orthodoxe Kirche ins Spiel. Im Jahr 1054 teilte sich die damals Römische Kirche in katholische und orthodoxe. Was im Grunde bedeutet, dass die orthodoxe Kirche nichts anderes gemacht hat als die katholische – mir kleinen Unterschieden. Auch die Inquisition der orthodoxen Kirche ist bekannt, welche teilweise viel brutaler war als die der katholischen Kirche. Also, sind die orthodoxen richtige Christen? Wenn sie in den Jahren von 33 n.Chr. bis 1054 n.Chr. genau das gleiche gemacht haben, wie die katholische Kirche, dann kann man sagen – kaum. Die Brutalität der orthodoxen unterstreicht jegliche Liebe Jesu, welche bei echten Gläubigen Christen ein unentbehrlicher Teil des Lebens ist.

    1819: Von Würzburg ausgehend Ausschreitungen gegen Juden. -> Es waren schon wieder Katholiken, welche die Gewalt angewandt haben.

    1933: Beginn der Judenverfolgung durch die Nazis -> Nazis als Christen? Dein ernst? Die Nazis – also durch dich suggeriert als Chrsiten – haben sehr viele lutheranische oder überhaupt protestantische Gläubige getötet, ein Beispiel dafür ist die Ermordung von Dietrich Bonhoeffer. Geschweige von Tausenden anderen christlich Gläubigen Menschen. Kurzum, die Behauptung ist in dem Kontext deiner Liste völlig falsch.

    1941 bis 1943: Unter Ante Pavelic stark religiös motivierte und vom Vatikan tolerierte Gräueltaten -> du hast es selber genannt. Vatikan war niemals an biblischen Gott den Schöpfer gläubig. Vatikan, Papsttum und die ganzen katholischen Dogmen dienen dazu, alle Menschen auf der Welt dem Papst untertan zu machen. Da ist von keinem Gott der Bibel die Rede. Prüfe es selbst – lies die Dogmen der katholischen Kirche.

    ca. 1945 bis1975: „Heimerziehung“ mit Zwangsarbeit, schwarzer Pädagogik und sexuellen Übergriffen -> katholische Kirche

    1978-2005: Missbrauchsvertuschung durch Papst Johannes Paul II -> wieder katholische Kirche

    1982-2005: Missbrauchsvertuschung durch Kardinal Joseph Ratzinger -> und wieder die katholische Kirche

    2012: Erlaubnis der religiös motivierten Beschneidung der Vorhaut von Knaben durch § 1631d BGB -> hier ist überhaupt von keinen Christen die Rede, sondern von Juden und Moslems. Dieser Punkt hat mit deiner List der Anschuldigungen absolut nichts zu tun. Ich vermute, dass du hier schon ziemlich entgleist warst, als du sich deinem Rausch der Verleumdungen gegen das Christentum völlig hingegeben hast.

    ab 2013: Missbrauchsvertuschung durch Papst Franziskus -> katholische Kirche

    2015: Verbot der auf Wiederholung angelegten (professionellen) Suizidhilfe durch § 217 StGB unter Mitwirkung der CDU/CSU -> die CDU und CSU nennen sich zwar so, aber die sind gar nicht mehr gläubig. Die waren auch nicht mehr gläubig in den 70er Jahren. Die glauben nichts davon was in der Bibel steht, sondern eher das, was in dem Mainstream kommt. Ich kenne persönlich Menschen, die in der CDU sind – und die sind weit von Christentum entfernt. Diesen Punkt kanntest du wahrscheinlich nicht, aber wie es aussieht, hast du ihn mit in die Liste reingenommen, damit deine List voller wird.

    2022: Es glaubt der fromme Putinist, dass Putin Russlands Retter ist. Unterstützung des Völkermords in der Ukraine durch Kyrill I -> aber hallo! Die orthodoxe Kirche ist wieder da! Dazu noch, dass das Oberhaupt der russischen orthodoxen Kirche – der Patriarch Kyrill – ein ehemaliger KGB-Mitarbeiter war. Der ist Welten entfernt von dem christlichen Glauben. Die sollte jeder vernünftig denkender Mensch nicht außer Acht lassen. Darüber hinaus hat der Patriarch Kyrill versucht, sich bei dem Papst Franziskus zu schleimen, indem er dem Papst im Jahre 2017 auf Kuba sagte: „Wir sind Schwesterkirchen“. Der Papst sagte nichts, denn der Vatikan behauptet, alleinige Macht in der Welt zu haben und Mutterkirche aller Kirchen zu sein. Dazu stehen übrigens jede Menge Prophezeiungen in der Bibel, ganz genau beschrieben. Diese Anschuldigung ist hier ebenso fehl am Platz. Und deine Liste wird voller.

    2024: Hochrechnung zum Missbrauch in der Evangelischen Kirche (EKD) -> jetzt kommt die evangelische Kirche ins Spiel. Schauen wir genau an, was im Jahre 1999 passiert ist: die evangelische Kirche Deutschlands schließt Friedenspakt mit der katholischen Kirche und die Vertreter der EKD küssen die Schuhe den Vertretern des Vatikans. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass die evangelische Kirche ihre Prinzipien des Protestantismus völlig aufgegeben hat und sich der katholischen Kirche sowie deren Dogmen unterstellt. Und das bedeutet, dass in der evangelischen Kirche wurde genau das fortgesetzt, was die katholische Kirche schon seit Jahrtausenden betrieben hat – Gesetzlosigkeit, Willkür, Gottlosigkeit usw. Die Ökumene hat hier richtig hart zugeschlagen. Nicht vergessen: unter dem Schirm der katholischen Kirche.

    2025: Die EKD scheint noch dreister und uneinsichtiger zu sein als die katholischen Missbrauchsvertuscher: -> siehe vorigen Punkt. Dazu noch, über die evangelische Kirche steht es ebenso in der Bibel prophezeit geschrieben.

    Nun steht uns überlassen, wie wir damit umgehen. Entweder hassen wir alle die Bibel, das Christentum und alles, was damit zu tun hat – also genau wie du es machst, oder prüfen wir alle Informationen ganz gründlich, bevor wir einen harten Urteil gegen Gott, gegen Christentum und gegen den Urheber des Glaubens – Jesus Christus (Hebr 12:2) – erheben.

    Ich werde noch zu deinen anderen Artikel meine Untersuchungen darlegen.

    1. Hallo Sergius,
      Ihre Kritik weise ich komplett zurück.
      Hier zum Anfang meines Auszugs aus der Kriminalgeschichte:

      50: Paulus hetzt gegen die Juden. Sie hätten Jesus und die Propheten getötet und uns (Christen) verfolgt. Sie würden Gott nicht gefallen und seien allen Menschen feindlich. (1. Brief an die Tessalonicher, 2, 15-16)
      Paulus hat das nicht zu den Pharisäern gesagt, sondern den Tessalonichern geschrieben. Ich habe nicht Paulus verleumdet, sondern Sie wussten nicht, wo diese Hetze im NT steht.

      80: Laut Matthäus rufen Juden: „Ans Kreuz mit ihm. … Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.“ (Matthäus 27, 22-25)
      Matthäus hat Juden etwas – nicht gerade Glaubhaftes – unterstellt, was historisch nicht belegt ist, aber historisch den Hass auf Juden als Christusmörder hervorgerufen hat. Ich werfe den Christen vor, dass sie bis heute Antijudaismus verbreiten und damit auch den Antisemitismus befördern.

      100: Johannes lässt Jesus zu Juden sagen: „Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an.“ (Johannes 8,44)
      Auch hier hat Jesus nicht zu den Pharisäern gesprochen, siehe Johannes 8, 30 und 31, sondern zu den vielen, die an ihn glaubten. Auch hier verbreiten Christen bis heute Antijudaismus.

      Was Ihre übrige Kritik angeht:
      Ich kritisiere nicht irgendeine kleine Sekte „wahrer Christen“, sondern die politisch enorm einflussreichen beiden großen Kirchen und deren Abonnenten. Zu Recht.

      1. Avatar von Sergius
        Sergius

        Hallo Wolfgang,

        Danke für die Antwort.

        Du weist meine Kritik KOMPLETT zurück. Fangen wir nochmal von vorne an.

        Also, das Jahr 50, Paulus hetzt gegen die Juden. Hier schreibt Paulus, dass die Juden ihre eigenen Propheten getötet haben. Die Propheten waren auch Juden. Das steht so im Tanach. Was wiederum bedeutet, dass Tanach gegen die Juden hetzt – laut deiner Logik! Also, Juden hetzten gegen die Juden. Jesus hat die übrigens bestätigt in Mt 23:37 und Apostel Petrus in Apg 2:36,37. Was ist hier passiert? Apg 2:41-47. Hier ist kein Hass, sondern Buße und Frieden. Dies solltest du erkennen. Und mir ist in den Sinn die Stelle in Apg 7:51-60 gekommen. Waren die Worte von Stephanus gerecht? Also, ist das Hetze oder nicht? Würden die Juden gegen Jeden hetzen?

        80: Laut Matthäus rufen Juden: „Ans Kreuz mit ihm. … Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.“ (Matthäus 27, 22-25) – „Ich werfe den Christen vor, dass sie bis heute Antijudaismus verbreiten und damit auch den Antisemitismus befördern“. -> welchen Christen, bitte? Die Katholiken? Ich habe dir ausführliche geschrieben, dass die katholische Kirche keine christliche Institution ist. Das hast du wahrscheinlich nicht gelesen. Bitte lies das nochmal, aber bis zu Ende.

        100: Johannes lässt Jesus zu Juden sagen: „Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an.“ (Johannes 8,44) – den Vers hast du wohl aus dem größeren Kontext herausgerissen und den tiefergehenden Sind nicht verstanden. Lesen wir ab Joh 8:1, hier lesen wir, dass in der Menschenmenge auch die Pharisäer waren, welche immer wieder versucht haben, dem Jesus Übles zu unterstellen (Joh 8:6, 52, 59). Im Joh 8:31 spricht Jesus zu den Meschen, die an ihn (wen? Jesus!) glaubten. Im Joh 8:33 antworteten wer? – das waren klar die Pharisäer, denn sie haben immer wieder gegen Jesus ausgerufen. Hier zu behaupten dass in dem Kapitel 8 nur von den gleichen Menschen berichtet wird, ist sehr offensichtlich falsch, weil die Juden, welche an Jesus glaubten, haben ihm nicht einmal widersprochen, sondern die Pharisäer waren das immer wieder. Du hast deine Anschuldigung (schon wieder) aus den Kontext gerissen.

        Die weiteren Punkte von mir hast du höchstwahrscheinlich nicht angeschaut. Fall doch, dann solltest du wenigstens mit mir gleich schwingen in Punkto katholische Kirche ist nicht christliche Kirche. Lies bitte dies: Offb 17, 18:2,3 – das ist die Beschreibung von Papsttum und Vatikan.

  5. Hallo Sergius:
    50:
    Vielleicht hat Paulus das geschrieben, vielleicht auch nicht.
    Vielleicht hat Jesus das schon vorher gesagt, vielleicht auch nicht.
    Fest steht nur, dass es im NT etliche schwerwiegende Vorwürfe gegenüber Juden gibt, und dass der mörderische Antisemitismus auf dem Antijudaismus aufbauen konnte.
    80:
    Sie sind sehr schnell im Unterstellen. Natürlich habe ich bemerkt, dass Sie die kath. Kirche nicht anerkennen. Sie ist aber die größte christliche Kirche, ob Ihnen das gefällt oder nicht. Und ich kritisiere sie, weil sie besonders übel und einflussreich ist.
    Zu welche Abspaltung gehören Sie denn?
    100:
    Auch dieses angebliche Jesuswort gehört zum Antijudaismus. Es wird durch den Kontext nicht neutralisiert und eignet sich prima, um gegen Juden zu hetzen. Dass in 8,33 die Pharisäer sprechen, steht dort nicht. Und mit der Hure Babylon sind die Römer gemeint. Man litt ja damals nicht unter den Päpsten, sondern unter den Römern. Weshalb sollte sich „Johannes“ über die noch gar nicht existierenden Päpste beklagen?
    PS: Warum schreiben Sie unter Pseudonym? Haben Sie schon bemerkt, dass ich mich mit Ihnen nicht duzen möchte? Kann es sein, dass Sie über einen langen Zeitraum religiös indoktriniert wurden? Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Menschheit schon tausende von Göttern erfunden hat?
    Bezüglich der religiösen Wahnvorstellungen, die man Ihnen eingeredet hat, wünsche ich Ihnen gute Besserung.

  6. Avatar von Sergius
    Sergius

    Hallo Wolfgang,

    Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben und geantwortet haben.

    Ich gehe gleich nochmal alle von Ihnen genannten Punkte durch, jedoch zuerst möchte ich Folgendes schreiben:

    Ich bevorzüge ein persönliches Gespräch für eine Stunde, anstatt wochenlang hin und her zu schreiben.

    Ich benutze meinen Vornamen in seiner altrömischen Form, denn ich will nicht, dass Google von mir etwas weiß, und dazu ist mein korrekter Vorname eine direkte Ableitung von dem römischen Namen.

    Ich sehe wohl, dass Sie nicht duzen wollen; jedoch ich sehe es so, dass solche Menschen, die extrem feindlich gegenüber christlichem Glauben und gegenüber EINEM Schöpfer Gott austeilen, ohne tiefergehende Hintergründe nachzufragen, dazu noch eine breite Masse an Menschen mit verführen – mit solchen Menschen ist „du“ eine kurze und klare Form der Ansprache, um solchen Menschen direkt zu erreichen.

    Zitat: „Ich kritisiere nicht irgendeine kleine Sekte „wahrer Christen““ -> was meinen Sie genau unter „kleine Sekte ‚wahrer Christen’“?

    Hier will ich jetzt abkürzen: Wenn Sie gegen katholische Kirche austeilen, dann soll der Titel heißen „Die Verbrechen der katholischen Kirche“ anstatt von „Aus der Kriminalgeschichte des Christentums“. Denn genau die katholische Kirche hat die Menschen wegen des Besitzes der Bibel verfolgt und getötet. Hier passen Ihre Anschuldigungen nicht mehr zusammen. Dies kann ich näher erklären, jedoch im ganz normalen persönlichen Gespräch.

    Zitat: „Bezüglich der religiösen Wahnvorstellungen, die man Ihnen eingeredet hat, wünsche ich Ihnen gute Besserung.“ -> Du (jetzt wieder, ja Wolfgang) unterstellst mir etwas. Welche Wahnvorstellungen? Wer hat mir etwas eingeredet? Wann? Was? Wieviel? -> Davon hat du keine Ahnung, nur Vorstellungen. Dein Ton ist typisch für diejenigen, die einem ganz schnell den Mund verstopfen wollen. So führen die Menschen keine Diskussionen. Das ist schon Agression.

    Zitat: „Vielleicht hat Paulus das geschrieben, vielleicht auch nicht. Vielleicht hat Jesus das schon vorher gesagt, vielleicht auch nicht.“ ->Also, ich wundere mich. In deinem anderen Artikel über Teufel hast du geschrieben, dass die Menschen den Teufel erfunden haben. Hier behauptest du, dass Zitat: „die Menschheit schon tausende von Göttern erfunden hat?“. Nun, du machst dir so viel Arbeit bezüglich dessen, was sich die Menschen ausgedacht haben, anstatt gegen diejenigen austeilen, die das ausgedacht haben. Wirklich?

    Ich bin nirgends indoktriniert. Ich war mal vor Jahrzehnten einem Krieg entkommen, Gott sei dank, lebendig. Sonst wäre ich dort ums Leben gekommen. Danach habe ich angefangen mit 15 Jahren nach Gott zu suchen. Und ich habe den Gott, den einzigen Gott, den Gott der Bibel, gefunden. Was die Menschen für Götter ausgedacht haben, steht schon reichlich in der Bibel geschrieben, ebenso die Folgen davon. Aber der Gott der Bibel ist der einzige. Der Gott der Liebe. Was die katholische Kirche gemacht hat, war zu keiner Zeit biblisch. Das soll dir klar sein.

    Deswegen die Bibel, das Christentum und den Schöpfer Gott zu beschuldigen ist falsch.

    Willst du mich weiterhin kleinmachen und den Mund stopfen? Oder sprechen wir mal in friedlichen Ton miteinander?

    Gottes Segen wünsche ich dir. Ohne dich klein zu machen und ohne dir irgendwas zu unterstellen. Friede sei mit dir!

    1. Ich bezweifle nicht, dass es unter den Christen hochanständige Menschen gibt. Und mir ist bekannt, dass es auch individuelle Wege zum Glauben gibt, bei denen die Bibel entscheidend war. Wie man aber aus der Bibel lesen kann, dass Gott die Liebe ist, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.
      Im Unterschied zu Christen war und bin ich entsetzt über das, was in der Bibel steht. Im AT droht und mordet Gott aus Eifersucht und stiftet andere an, zu drohen und zu morden. Hier wird nicht ein Gott der Liebe, sondern ein Mega-Psychopath dargestellt, der in Teil 2 seinen Sohn opfert, um sich in die Lage zu versetzen, Menschen, die ihre ererbte Sündhaftigkeit bereuen, zu vergeben. Dass ist an Irrsinn nicht zu übertreffen und hat das Leid auf dieser Erde nicht vermindert. Diesem angeblich einzigen, allwissenden, gütigen und allmächtigen Gott ist es bisher noch nicht einmal gelungen, die Mehrheit der Menschen von seiner Existenz zu überzeugen. Natürlich klage ich nicht Gott an. Dazu müsste ich erst einmal von seiner Existenz überzeugt sein.
      An einer weiteren Diskussion mit Sergius bin ich weder hier noch in anderer Form interessiert. Das würde vermutlich beiden Seiten nicht helfen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass schon die Kritik an der Bibel zuverlässig an Christen abprallt, und selbst intelligente und höfliche Christen wie der katholische Historiker Johannes Heer, dessen Briefwechsel mit dem ungläubigen Soziologen Gerhard Szczesny ich gerade lese, meine negative Einstellung zum Christentum nicht wesentlich ändern können.

  7. Avatar von Sergius
    Sergius

    Nach so vielen destruktiven Worten und giftigem Ton widmen wir uns nun der Betrachtung, wie die Liebe Gottes in der Bibel tatsächlich beschrieben ist.

    Ich meine, dass der Kern dieser Frage auf einem grundsätzlichen Missverständnis beruht, was das Alte und Neue Testament über das Wesen Gottes aussagen. Die Grundidee einiger sagt anders ausgedrückt: “Der Gott des Alten Testaments ist ein Gott des Zorns, während der Gott des Neuen Testaments ein Gott der Liebe ist.” Die Tatsache, dass die Bibel Gottes fortschreitende Offenbarung seiner selbst für uns durch historische Ereignisse und durch seine Beziehungen mit Menschen im Laufe der Geschichte ist, mag zu der falschen Vorstellung beitragen, was Gott im Alten Testament im Vergleich zum Neuen Testament ist. Wenn jedoch jemand das Alte wie auch Neue Testament liest, wird sehr schnell deutlich, dass Gott sich nicht im einen vom anderen Testament unterscheidet und Gottes Zorn und seine Liebe in beiden Testamenten geoffenbart wird.

    Zum Beispiel heisst es im ganzen Alten Testament von Gott, dass er “barmherzig, und gnädig und geduldig und von grosser Gnade und Treue” ist (2. Mose 34,6; 4. Mose 14,18; 5. Mose 4,31; Nehemia 9,17; Psalm 86,5.15; 108,5; 145,8; Joel 2,13). Im Neuen Testament wird sogar Gottes Güte und Barmherzigkeit durch die Aussage vollends deutlich: “Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben” (Johannes 3,16). Durch das ganze Alte Testament sehen wir auch, dass Gott mit Israel wie ein liebender Vater mit seinem Kind handelt. Wenn es willentlich sich gegen ihn versündigte und Götzen anbetete, züchtigte Gott es, aber jedes mal erlöste er es, wenn es Busse für seinen Götzendienst tat. In ähnlicher Weise handelt Gott mit Christen im Neuen Testament. Zum Beispiel sagt uns Hebräer 12,6: “Denn welchen der Herr liebhat, den züchtigt er, und er straft einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt.”

    Im ganzen Alten Testament schüttet Gott in ähnlicher Weise sein Gericht und Zorn auf unbussfertige Sünder aus. Auch im Neuen Testament sehen wir, dass “Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit gefangen halten” (Römer 1,18). Selbst bei schnellem Durchlesen des Neuen Testaments wird bald klar, dass Jesus öfters über die Hölle als über den Himmel spricht. Offenkundig handelt Gott nicht anders im Alten als im Neuen Testament. Gott ist in seinem Wesen unwandelbar. Wenn auch in manchen Stellen der Schrift ein Aspekt seines Wesens deutlicher in Erscheinung tritt als in anderen, so ändert Gott sich dennoch nicht.

    Wenn jemand die Bibel wirklich liest und studiert, dann wird bald klar, dass Gott im Alten Testament nicht anders ist als im Neuen Testament. Obwohl die Bibel eigentlich aus 66 einzelnen Büchern besteht, die auf drei Erdteilen, in drei verschiedenen Sprachen, über eine Zeitspanne von ungefähr 1500 Jahren, von mehr als 40 Autoren mit unterschiedlichem Hintergrund verfasst wurde, bleibt es von Anfang bis Ende ein einheitliches Buch ohne Widersprüche. In ihm sehen wir, wie ein liebender, barmherziger und gerechter Gott mit sündigen Menschen in verschiedenen Situationen umgeht. Die Bibel ist wahrlich Gottes Liebesbrief an die Menschheit. Gottes Liebe für seine Schöpfung, insbesondere der Menschheit, wird in der ganzen Schrift ersichtlich. In der ganzen Bibel sehen wir, wie Gott Menschen voller Liebe und Barmherzigkeit in eine besondere Beziehung zu ihm selbst einlädt, nicht weil sie es verdienen, sondern weil er ein gnädiger und barmherziger Gott ist, der in seinem Zorn an sich hält und Güte und Treue zeigt. Dennoch sehen wir einen heiligen und gerechten Gott, der alle richtet, die sein Wort missachten und sich weigern, ihn anzubeten; statt dessen beten sie selbst erschaffene Götter an, verehren Götzen und andere Götter anstatt den einen und wahren Gott (Römer 1).

    Wegen Gottes gerechtem und heiligem Wesen, müssen alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftige Sünden gerichtet werden. Doch hat Gott in seiner unendlichen Liebe eine Bezahlung der Sündenschuld und einen Weg der Versöhnung bereitet, sodass der sündige Mensch seinem Zorn entgehen kann. 1. Johannes 4,10 belegt diese wunderbare Wahrheit: “Darin steht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.” Im Alten Testament sah Gott ein Opfersystem vor, durch das Sühnung für Sünde erlangt werden konnte; aber dieses Opfersystem war vorübergehender Natur und erwartete das Kommen Jesu Christi, der am Kreuz sterben würde, eine endgültige, stellvertretende Sühnung für Sünde zu erlangen. Der Erlöser, der im Alten Testament verheissen wurde, wird im Neuen Testament vollends offenbar als der höchste Ausdruck der Liebe Gottes, die sich in der Sendung seines Sohnes Jesus Christus in all ihrer Herrlichkeit zeigt. Das Alte und Neue Testament wurden uns beide gegeben, uns “zu unterweisen zur Seligkeit” (2. Timotheus 3,15). Wenn wir sie aufmerksam erforschen, wird bald erkenntlich, dass Gott im Neuen Testament nicht anders ist als er im Alten Testament war.

    Quelle: https://www.gotquestions.org/Deutsch/unterschied-Gottes.html

    1. Die meisten Christen glauben anscheinend, dass „Gott“ den Menschen einen „freien“ Willen gegeben hat, der sie unter dem Einfluss des Teufels dazu bringt, immer wieder zu sündigen. Auf diesen „freien“ Willen wirkt „Gott“ nun – in Abhängigkeit vom menschlichen Verhalten, also selbst nicht frei – durch Liebe und „Zorn“ (fürchterliche Strafen) ein. Ohne dauerhaften Erfolg.

      Die törichte Annahme eines „freien“ Willens ist der zentrale Baustein in dem elaborierten Wahnsystem, das man Christentum nennt.

      „Gefährlich ist´s, den Leu zu wecken,
      verderblich ist des Tigers Zahn.
      Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
      das ist der Mensch in seinem Wahn.
      Schiller

  8. Avatar von Sergius

    Jede Anschuldigung erfordert eine Untersuchung. So lautet das Gesetz.

    Ich habe die auf dieser Seite aufgeführten Anschuldigungen gegen Gott untersucht. Folgendes hat sich ergeben:

    Die Völker, welche GOTT befohlen hat zu töten, waren selber Menschenmörder, Vergewaltiger, Folterer u.ä. Diese Menschen waren so brutal, dass sie ihre eigenen Säuglinge lebendig ins Feuer geworfen haben, ja, noch brutaler – sie haben ihren Neugeborenen bei lebendigem Leib Körperglieder abgeschnitten oder innere Organe herausgenommen.

    Also, Wolfgang hat zwar die Bibel gelesen, den dazugehörigen Kontext mutwillig übersehen. Als Folge hat das zu der absolut verkehrten Verständnis der Bibeltexte geführt.

    Die Bibel sagt uns eindeutig: die Menschen sind böse, aber der GOTT der Bibel ist langmutig und gnädig. Hätte GOTT diese mörderischen Völker nicht vertilgt, hätten diese Völker alles lebendige auf der Erde eigenhändig vernichtet.

    Hier ist noch ein ziemlich guter Artikel als Antwort auf den Inhalt dieser Seite hier:

    https://www.evangelium21.net/media/3790/befahl-gott-den-massenmord-an-den-kanaanitern

    Lieber Wolfgang, es tut mir sehr weh, dass du dem Leid deines Körpers gnadenlos ausgesetzt bist und Schmerzen erleidest. Jeder leidende Mensch ist ein Schmerz zu viel. So soll es nicht sein. Ich bete aber für dich, dass GOTT der Bibel, GOTT der Liebe, dir die Erleichterung oder auch Erlösung schenke.

    1. Hallo Sergius, ich finde es befremdlich, dass du genau die Argumentationsmuster wiedergibst, die im Artikel angeprangert werden. Die Opfer seien angeblich „so böse gewesen“, dass ihr Tod gerechtfertigt war. Wer so etwas sagt, verteidigt nicht nur einen fiktiven Genozid – er verteidigt die Denkweise, die jeden Genozid möglich macht.

      Die Vorstellung, dass ein allmächtiger, gütiger Gott keine andere Möglichkeit gehabt hätte, als schwangere Frauen, Kinder und Säuglinge mit dem Schwert durch seine „auserwählten“ Krieger abschlachten zu lassen, ist absurd. Die Kinder waren sicherlich in keinem der ausradierten Völker „Folterer“.

      Wären diese Gräueltaten von einer heutigen religiösen Gruppe verübt worden – im Namen Gottes –, würdest du sie mit Recht als Terror bezeichnen. In der Bibel hingegen wird es verklärt, weil Gott der Täter ist. Das ist moralischer Relativismus in seiner gefährlichsten Form.

      Die behaupteten Grausamkeiten der Kanaaniter dienen allein dem Zweck, die eigene Gewalt zu legitimieren. Das ist kein Argument, sondern eine emotionale Manipulationsstrategie. Der verlinkte Artikel enthält theologisch gefärbte Apologetik, die historisch, ethisch und philosophisch unhaltbar ist. Man kann die Bibel nicht verteidigen, indem man Gräueltaten mit noch schlimmeren Gräueltaten vergleicht – man entlarvt sie dadurch nur. Und das ist genau der Grund, warum du versuchst, dass alles auf Schön zu drehen: Weil auf Gottes Geheiß alles erlaubt ist und das deinem eigenen Moralgefühl ebenso widerstrebt wie jedem ethisch normal empfindenden Menschen.

      1. Avatar von Sergius

        Hallo Robert,

        Vielen Dank für deine Worte.

        Schauen wir das nochmal zusammen genauer an.

        Zitat: „…schwangere Frauen, Kinder und Säuglinge mit dem Schwert durch seine „auserwählten“ Krieger abschlachten zu lassen“ – dieser Vorwurf an GOTT ist weltweit verbreitet und ist genau so abgeschlagen wie die Treppen im Kölner Dom. Nun die Tatsache, dass die Menschen, welche die Inhalte dieser Webseite hier unterstützen, gar nicht an die Bibel als an GOTTES Wort glauben, dabei einzelne Passagen aus der Bibel herausnehmen und als Grundlage für GOTTES Anschuldigungen einsetzen und noch dazu Recht haben wollen – das ist absurd.

        Wir drehen uns hier im Kreis. Daher erweitern wir unser Blickfeld und widmen uns unserer Zeit. Weltweit ist die menschliche Gewalt in riesigen Anmarsch. Folter, Vergewaltigungen, Mord, Rache, Sklaverei, grausamer Organhandel – die Liste ist sehr, sehr lang. Die menschlichen Grausamkeiten in der heutigen Welt kennen keine Grenzen, und es wird Tag zu Tag immer mehr. Es ist sogar schon so gekommen, dass Frauen ihre leiblichen Kinder eigenhändig töten – mutwillig, bei vollem Bewusstsein! Die Mütter in England und USA lassen ihre kleinen Kinder ganz alleine für mehrere Wochen zuhause – und die kleinen Kinder vergehen von Hunger und mangelnder Pflege, ja, sie sterben langsamen qualvollen Tod, im eigenen Kot und Erbrechen, eingesperrt in eigenem Zuhause. Es gibt auch Mütter, welche ihre Kinder erschießen, erstechen, erdrosseln, aus dem Fenster werfen (Deutschland) oder vor den einfahrenden Zug auf die Gleise schubsen (Köln). Nicht zu schweigen sind verschwundene 25.000 Kinder aus Syrien zu den Zeiten des Krieges, welche höchstwahrscheinlich für Organspenden illegal entführt wurden. In Asien verkaufen Mütter ihre leiblichen kleinen Kinder ebenso für Organhandel oder auch für Sexsklaverei. Dabei ist das Alter der Kinder von ganz klein (Neugeborene) bis in das Pubertätalter (16 – 17 J.) ganz unterschiedlich. Die Länder, wo das alles abgeht, sind nicht nur „arme“ Länder, sondern auch hochzivilisierte, wie England, Spanien, Frankreich, Deutschland. Dazu gibt es unzählige polizeiliche Berichte und Mitteilungen, ich habe nichts ausgedacht. Jeder von euch kann es eigenständig prüfen. Nicht vergessen, dass auch Menschenopfer praktiziert werden, z.B. in den satanistischen Ritualen (welche ganz geschickt geheim gehalten werden, sonst gibt es Garaus für die Satanisten), darüber hinaus Pizza Gate etc.

        Meine Frage ist: warum pocht ihr auf den Anschuldigungen gegen GOTT der Bibel, welcher eindeutig die bösen Menschen (ja, auch schwangere Frauen, welche ihre Kinder nach der Geburt als Opfer ins Feuer geworfen haben, ganz freiwillig) vernichtet hat und dabei seht ihr alle die bösen Menschen von heute gar nicht?? Warum sagt niemand von euch etwas gegen diese bösen Menschen von heute??

        Wer kann heute diesen enormen Verlust an unschuldigen Menschen, vor allem schutzlosen Kindern zurückerstatten? Wer kann für diesen enormen Verlust die schuldigen finden und zur Verantwortung ziehen?

        Und jetzt zu den biblischen Geschichten zurück. Damals gab es keine Organisationen für Menschenrechte, keine Kinderschutzorganisationen, keine Justiz. Es gab nur Gewalttätige und die Leidenden. Da hat GOTT eingegriffen. Heute würde sich niemand an die Seite der Mörder, der Vergewaltiger oder anderer Verbrecher stellen, aber ihr meint es anders, denn ihr stellt euch auch an die Seite der bösen Menschen von damals, welche GOTT vernichtet hat, weil ihr meint, GOTT sei böse.

        Zum Schluss noch ganz kurz: bitte denkt an das Buch Jona: GOTT hat durch den Propheten die Vernichtung von Ninive angekündigt (Ninive war eine riesige Stadt mit sehr bösem Volk, ja, Mörder, Folterer, Vergewaltiger), jedoch hat das ganze Volk Buße getan und wurde darnach von GOTT begnadigt. Zurecht. Wollt ihr das nicht wahrnehmen?

        GOTTES Segen euch allen und reichliche Erkennung der wahren Wahrheit. Das meine ich aus dem Herzen. Friede sei mit euch.

      2. Sergius,

        Dein Kommentar ist ein Paradebeispiel für Whataboutism: Anstatt auf den konkreten Vorwurf einzugehen – dass laut Bibel Gott Massaker an Kindern und Schwangeren befohlen hat –, lenkst du ab und sagst: „Aber schaut doch, was Menschen heute Schreckliches tun!“ Das ist keine Rechtfertigung, sondern ein logischer Fehlschluss.

        Was du damit implizierst, ist absurd: Nur weil es heute Verbrechen gibt, soll göttlich befohlener Kindermord moralisch vertretbar sein? Stell dir mal vor, jemand würde heutige Gräueltaten mit „Ja, aber früher war das schlimmer“ verteidigen – das ist moralisch bankrott.

        Und nein, es ist keine „absurde Bibelkritik“, wenn man eine angeblich perfekte, allgütige Gottheit an ihren eigenen angeblichen Taten misst. Wenn du glaubst, dein Gott sei moralisch überlegen, dann muss er sich genau diesen Maßstäben stellen – und nicht hinter dem Grauen der Welt verstecken.

        Wenn du Gerechtigkeit willst, dann fang damit an, willkürliche Massentötung nicht zu verteidigen – auch nicht in alten Texten.

  9. Bibelstellen aus dem Zusammenhang zu reißen und falsch zu interpretieren, gehört zu meinen Hobbys. Deus vult. Hier eine kleine Sammlung:
    https://reimbibel.de/kk2 .

  10. Avatar von Sergius

    Hallo Robert,

    Nochmals danke für deine Antwort.

    Es ist hier schon sehr viel geschrieben.
    Wir drehen uns im Kreis.

    Ich habe das Gefühl, das meine Posts flüchtig gelesen werden. Das ist echt frustrierend.

    Robert, ich BIN auf die konkreten Einwürfe einzeln eingegangen. Hast du das überhaupt gelesen? S.o.

    Ich versuche euch die Bibel und den Zustand der Welt damals und heute zu erklären, worauf du, Robert, dies als „Whatsabout“ abstufst. Das finde ich nicht ok.

    Ich habe hier weiter oben schon geschrieben, dass die Frauen damals ihre erstgeborene Kinder bei lebendigem Leibe ins Feuer geworfen haben. Deine Reaktion darauf ist null.
    Die Kinder wurden damals in so einer Gesellschaft großgezogen, dass sie nur Gewalt, Mord etc. gekannt haben und so auch weiter gepflegt. Darüber hinaus wurden durch die boshaften Völker alle umliegenden anderen Völker umgebracht etc. Die hat GOTT nicht verschont, weil die nicht bereit waren, ihre Gräueltaten zu bereuen. Deine Reaktion darauf ist – null.

    Das ebenso böse Volk von Ninive jedoch wurde von GOTT verschont – weil das Volk Buße getan hat. Deine Reaktion darauf ist – null.

    Das eigene israelitische Volk hat GOTT wiederum nicht verschont – zwei drittel der Israeliten sind in der Wüste gestorben, weil sie immer wieder gegen GOTT rebelliert haben. Wisst ihr das? Was ist eure Reaktion darauf?

    Ihr seid nur darauf eingestellt, in der Bibel ausschließlich Böses herauszulesen, was der Wolfgang schon ganz offen gestanden hat. Aus dem Kontext herausnehmen und darauf pochen. So kann man aus allem alles machen. Eine Textpassage herausnehmen und so verbiegen, dass es passt.

    Jesus hat gesagt, dass Er und Vater eins sind. Das bedeutet, Jesus hat alles nach dem Willen seines Vaters, den Schöpfer GOTT, den GOTT des Alten Testaments, getan. Er hat Menschen geheilt, Tausenden Hunger gestillt, sogar Tote auferweckt. Und Jesus hat niemandem etwas Böses getan. Jesus ist die Verkörperung der Liebe GOTTES; Menschen haben es immer noch nicht verstanden. Der GOTT des Alten und des Neuen Testaments ist ein und der Gleiche. Eure Ansicht weist hier sehr große Diskrepanzen auf, tut mir leid, dass ich es euch schreiben musste.

    GOTTES Segen euch.

    1. Der – weitgehend erdichtete – Jesus war ziemlich unsympathisch. Wie schon sein erfundener Vater. https://reimbibel.de/jesus .

      1. Avatar von Sergius
        Sergius

        Vielen Dank für die Texte.
        Ich habe diese gelesen.

        Nun, lesen wir gerechtigkeitshalber auch diese Texte:

        Zwei Blinde geheilt Mt. 9:27-31
        Stummer und Besessener Mt. 9:32-33
        Taubstummer geheilt Mk. 7:31-37
        Blinder geheilt Mk. 8:22-26
        Jüngling auferweckt Lk. 7:11-17
        Kranke Frau geheilt Lk. 13:11-17
        Wassersüchtiger geheilt Lk. 14:1-6
        Zehn Aussätzige geheilt Lk. 17:11-19
        Das Ohr des Malchus geheilt Lk. 22:50-51
        Königlicher Diener geheilt Joh. 4:46-54
        Am Teich Bethesda Joh. 5:1-16
        Blindgeborener geheilt Joh. 9
        Lazarus auferweckt Joh. 11:1-46
        Knecht des Hauptmanns Mt. 8:5-13 Lk. 7:1-10
        Blinder Besessener geheilt Mt. 12:22-30 Lk. 11:14-26
        Kanaanäisches Mädchen geheilt Mt. 15:21-28 Mk. 7:24-30
        4000 gespeist Mt. 15:32-39 Mk. 8:1-9
        Besessener in der Schule Mk. 1:23-28 Lk. 4:33-37
        Aussätziger geheilt Mt. 8:2-3 Mk. 1:40-42 Lk. 5:12-13
        Schwiegermutter von Petrus Mt. 8:14-15 Mk. 1:30-31 Lk. 4:38-39
        Stillung des Sturms Mt. 8;23-27 Mk. 4:35-41 Lk. 8:22-25
        Legion Teufel ausgetrieben Mt. 8:28-34 Mk. 5:1-20 Lk. 8:26-37
        Gichtbrüchiger geheilt Mt. 9:1-8 Mk. 2:3-12 Lk. 5:18-26
        Blutflüssige Frau geheilt Mt. 9:20-22 Mk. 5:25-34 Lk. 8:43-48
        Tochter des Jairus aufgeweckt Mt. 9:18-26 Mk. 5:22-43 Lk. 8:41-56
        Verdorrte Hand geheilt Mt. 12:10-13 Mk. 3:1-5 Lk. 6:6-10
        Mondsüchtiger geheilt Mt. 17:14-21 Mk. 9:14-29 Lk. 9:38-42
        Blinder Bartimäus Mt. 20:30-34 Mk. 10:46-52 Lk. 18:35-43
        5000 gespeist Mt. 14:15-21 Mk. 6:35-44 Lk. 9:12-17 Joh. 6:5-11
        Jesus liebt Menschen Apg. 10:38-40
        Jesus kommt wieder Offb 22:11-12

  11. Gerüchte zum Lobe des Herrn.
    Von den vier amtlich zugelassenen Evangelisten, die das nicht selbst miterlebt haben, und ab anno 70 oder so schrieben. Eventuell mit Ergänzungen anderer Autoren. Es war schon vor der Erfindung des Christentums üblich, Göttersöhnen Wundersames anzudichten.

  12. Lieber Wolfgang,

    erstmal tut mir sehr leid, dass du so stark leidest, so dass du dir sogar den Tod wünschst.
    Dieser Zustand von dir hat dich zur Erhärtung deines Herzens geführt, dass du sich selber von der Gottes Gnade und Seiner Liebe abgeschottest hast.

    Zu jener Stunde, wenn es für dich soweit sein wird, denke daran: Gott ist die Liebe. Und egal was du von Gott denkst, wirklich egal, wisse, dass Gott der Schöpfer dich liebt und dir ein Leben ohne Leid schenken will. Und das wird Er nicht ändern. Es liegt alleine an dir, ob du Seine Liebe akzeptieret und Sein geschenk annimmst.

    Dir Gottes Segen.

    https://youtu.be/raff2It_icw?si=9SrRGf46bVQFYT-b

    1. „erstmal tut mir sehr leid, dass du so stark leidest, so dass du dir sogar den Tod wünschst.“
      So ein Quatsch. Der Rest ist natürlich auch Unsinn.

  13. Avatar von Sergius

    Egal, was du denkst, lieber Wolfgang, Gott liebt dich.

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