Ist Deutschland ein säkularer Staat? Die Frage nach der Säkularität eines Landes ist besonders in einer Zeit von zunehmendem religiösem Pluralismus und weltanschaulicher Vielfalt von großer Bedeutung.
In Deutschland stellt sich diese Frage insbesondere im Hinblick auf die anhaltende Präsenz religiöser Organisationen in politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Kontexten.
Doch wie säkular ist Deutschland wirklich? Und vor allem: Was bedeutet es überhaupt, ein säkularer Staat zu sein?
Im folgenden Artikel werfen wir einen kritischen Blick auf den aktuellen Stand des Säkularismus in Deutschland und analysieren, ob der Staat tatsächlich eine neutrale Haltung zur Religion einnimmt oder ob religiöse Institutionen nach wie vor einen bedeutenden Einfluss ausüben.

Was bedeutet Säkularismus?
Auf der Seite deutschland.de heißt es im Auftrag des Auswärtigen Amtes:
Der deutsche Staat hat sich in seiner Verfassung verpflichtet, Religionen und Weltanschauungen neutral zu begegnen. Er darf sich selbst mit keinem religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis identifizieren. „Neutral“ bedeutet aber nicht, dass der Staat Religionen ablehnend oder gleichgültig gegenübersteht: Es ist politischer Konsens, dass Religionen zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen. Das Bundesverfassungsgericht hat dem Staat daher eine „fördernde Neutralität“ gegenüber Religionen und Weltanschauungen nahegelegt.
(Quelle)
Fördernde Neutralität
„Fördernde Neutralität“ – das klingt ungefähr so widersprüchlich wie „trockener Regen“ oder „vegetarische Fleischwurst“.
Entweder ist der Staat neutral, oder er fördert eine Seite – beides gleichzeitig geht schlichtweg nicht.
Doch genau dieses absurde Konstrukt hat das Bundesverfassungsgericht etabliert: Der Staat soll sich angeblich weltanschaulich neutral verhalten, aber gleichzeitig aktiv Religionen unterstützen.
Mit der Meinung, dass „Religionen zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen“, stehen die Autoren hier ebenfalls ziemlich alleine da. Es dürfte wohl kaum einen Faktor geben, der tiefer und nachhaltiger Gräben in die Gesellschaft gezogen hat, wie Religion.
Was ist das Ergebnis dieser fördernen Neutralität? Eine groteske Sonderstellung der Kirchen mit staatlicher Finanzierung, arbeitsrechtlichen Einzellösungen, steuerlichen Vorteilen und politischem Einfluss, während säkulare und religionskritische Positionen in der Regel leer ausgehen.
Stell dir vor, der Staat würde auch atheistische Organisationen „fördernd neutral“ behandeln – etwa durch eine verpflichtende „Rationalitätsabgabe“ auf das Einkommen, die direkt an humanistische Verbände fließt.
Undenkbar? Genau.
Doch bei den Kirchen ist es normal, dass der Staat die Kollekte gleich selbst mit eintreibt. Wenn das Neutralität sein soll, dann ist ein Einhorn ein ganz normales Pferd – nur eben mit göttlicher Sonderbehandlung.
Säkularer Staat heißt Trennung
Säkularismus bezeichnet die Trennung von Staat und Religion.
Ein säkularer Staat wäre wirklich neutral gegenüber religiösen Angelegenheiten und würde sicherstellen, dass religiöse Überzeugungen und Institutionen nicht in die politischen und rechtlichen Strukturen des Staates eingreifen.
In einem solchen Staat würden Entscheidungen auf der Grundlage von Vernunft, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Menschenrechten getroffen, ohne dass religiöse Dogmen oder Gebote dabei eine Rolle spielen.
Diese Trennung hat vor allem in westlichen Demokratien eine zentrale Bedeutung, um die Freiheit und Rechte aller Bürger zu gewährleisten, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit.
In Deutschland allerdings ist das Utopie: Die Kirche mischt sich in zahlreiche staatliche und gesellschaftliche Belange ein, oft mit direkter oder indirekter Einflussnahme.
Beispiele kirchlicher Einflussnahme
Beispiele gefällig?
Rundfunkräte
Kirchenvertreter sitzen in den Aufsichtsgremien öffentlich-rechtlicher Sender (ARD, ZDF, Deutschlandradio) und beeinflussen die Medienlandschaft – natürlich mit dem Ziel, kirchenkritische Töne möglichst leise zu halten.

Gesetzgebung
Kirchenlobbyisten haben privilegierten Zugang zu politischen Entscheidungsträgern und nehmen Einfluss auf Themen wie Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch und Arbeitsrecht.
Kirchliches Arbeitsrecht
Kirchliche Einrichtungen beschäftigen Hunderttausende, aber nach Sonderrecht – Streiks sind verboten, Mitarbeiter*innen müssen oft einer christlichen Konfession angehören. Erst seit ein paar Jahren ist zum Beispiel eine Scheidung nicht automatisch Kündigungsgrund mehr.
Steuerrecht
Der Staat zieht die Kirchensteuer direkt über die Finanzämter ein – ein weltweit einmaliges Privileg.
Schulen und Bildung
Religiöser Einfluss reicht von bekenntnisorientiertem Religionsunterricht (der staatlich finanziert wird) bis zur Kontrolle über zahlreiche Schulen, Kitas und Hochschulen. Auch bei den Kitas gilt: Der Staat finanziert, die Kirche leistet religiöse Erziehung (= Indoktrination des Nachwuchses) und streicht die gute PR ein.
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Militärseelsorge
Auch in der Bundeswehr sind Militärpfarrer aktiv, bezahlt vom Staat, aber im Dienst der Kirche.
Feiertagsgesetzgebung
Tanzverbote und andere religiös motivierte Einschränkungen bestehen bis heute. Natürlich auch für Nichtgläubige. Auch „Heidi“ ist dann übrigens verboten. Kein Scheiß.
Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen
Kirchliche Träger erhalten massive staatliche Zuschüsse, verweigern aber teilweise Leistungen wie Schwangerschaftsabbrüche oder assistierten Suizid.
Staatliche Gremien und Ethikräte
Vertreter der Kirche haben in vielen beratenden Ausschüssen ein Mitspracherecht – oft ohne demokratische Legitimation.
Die Kirchen genießen einflussreiche Sonderrechte, die mit echter Säkularität unvereinbar sind. Sie sind überall präsent, wo Macht verteilt wird – nur beim Zahlen von Steuern oder beim Abschaffen ihrer Privilegien zeigen sie sich plötzlich sehr „demütig“.
Säkular oder laizistisch? Die feinen Unterschiede
Die Begriffe „säkular“ und „laizistisch“ werden oft synonym verwendet, bezeichnen jedoch unterschiedliche Konzepte.
Ein säkularer Staat trennt Religion und Staat weitgehend, erkennt aber religiöse Institutionen an und kann mit ihnen kooperieren, etwa in sozialen oder kulturellen Bereichen – so wie es in Deutschland der Fall ist.
Ein laizistischer Staat hingegen verfolgt eine strikte Trennung von Religion und Staat und gewährt religiösen Institutionen keine Privilegien.
Frankreich ist ein klassisches Beispiel für Laizismus: Der Staat mischt sich nicht in religiöse Angelegenheiten ein, erwartet aber im Gegenzug, dass Religion keinen Einfluss auf staatliche Strukturen und Gesetze nimmt.
Während Säkularismus also eine eher pragmatische Trennung mit Zusammenarbeit bedeutet, steht Laizismus für eine konsequente Trennung und Neutralität ohne institutionelle Verflechtungen.
Warum ist die Frage nach der Säkularität in Deutschland relevant?
Deutschland steht in einer besonderen Position, da es einerseits als demokratischer Rechtsstaat mit einer klaren Verfassung und Menschenrechten auftritt, andererseits aber eine lange Geschichte der religiösen Einflussnahme, insbesondere durch das Christentum, hat.

Der Säkularismus wird in Deutschland immer wieder hinterfragt – vor allem angesichts der staatlichen Förderung religiöser Institutionen, wie der Kirche, und der teils unkritischen Integration religiöser Symbole in den öffentlichen Raum.

Auch der Konflikt zwischen Religionsfreiheit und Religionsprivilegien sorgt immer wieder für politische und gesellschaftliche Diskussionen.
Daher stellt sich die Frage, ob Deutschland wirklich ein säkularer Staat ist, oder ob die Trennung von Religion und Staat eher ein theoretisches Konzept bleibt.
Der rechtliche Rahmen: Deutschland als laizistischer Staat?
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantiert in Artikel 4 die Religionsfreiheit, welche als eines der höchsten Güter im deutschen Rechtssystem gilt.
Grundgesetz und Religionsfreiheit
Die Religionsfreiheit des Grundgesetzes umfasst sowohl das Recht, einer Religion anzugehören, als auch das Recht, keiner Religion anzugehören („negative Religionsfreiheit“).
Gleichzeitig schützt das Grundgesetz auch das Recht auf freie Meinungsäußerung und die weltanschauliche Unabhängigkeit des Staates.
Doch trotz dieser Garantien ist der Staat keineswegs vollkommen neutral, wenn es um religiöse Institutionen geht – im Gegenteil, die deutsche Verfassung sorgt für die bereits erwähnten besonderen Rechte der Kirchen und Glaubensgemeinschaften.
Der Einfluss von Religion auf die Politik
Trotz des laizistischen Ansatzes im Grundgesetz hat die Kirche immer noch einen erheblichen Einfluss auf die politische und gesellschaftliche Landschaft.
In der politischen Debatte spielen religiöse Themen eine Rolle, wenn etwa moralische und ethische Fragen, wie Abtreibung oder die Ehe für alle, behandelt werden.
Hier zeigen sich die engen Verbindungen zwischen Kirche und Politik, insbesondere im Falle der CDU/CSU, die in ihrer Wählerschaft stark auf konservative religiöse Werte setzt. Auch die Kirchen sind durch politische Lobbyarbeit weiterhin in der Lage, politischen Einfluss auszuüben.
Der Staat als neutraler Akteur?
Obwohl der Staat nach offizieller Lesart neutral sein sollte („weltanschauliche Neutralität“) gibt es zahlreiche Anzeichen dafür, dass der Staat in religiösen Angelegenheiten nicht vollkommen unparteiisch agiert.
Dies zeigt sich nicht nur in der finanziellen Unterstützung der Kirchen, sondern auch in der schulischen Religionsausbildung und der Berücksichtigung religiöser Feiertage im öffentlichen Leben.
Das Fehlen einer echten Trennung zwischen Kirche und Staat lässt Zweifel an der Neutralität des Staates aufkommen.
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Die Praxis der Säkularität in Deutschland
In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens in Deutschland zeigt sich, dass Religion nach wie vor eine prominente Rolle spielt.
Religion im öffentlichen Raum: Schulen, Institutionen und Feiertage
In staatlichen Schulen wird der Religionsunterricht als Pflichtfach angeboten, und auch kirchliche Feiertage sind in Deutschland gesetzliche Feiertage, die für alle Bürger gelten – unabhängig davon, ob sie religiös sind oder nicht.
Ebenso gibt es in vielen staatlichen Institutionen religiöse Symbole, etwa in Form von Kreuzen in Klassenräumen oder in öffentlichen Gebäuden. Solche Praktiken werfen die Frage auf, ob der Staat tatsächlich die Trennung von Religion und öffentlichem Leben wahrt.
Der Staat und kirchliche Privilegien: Steuervergünstigungen und staatliche Finanzierung
Ein weiteres Beispiel für die nicht vollzogene Trennung von Staat und Religion ist die Kirchensteuer.
In Deutschland werden Kirchen durch den Staat bei der Erhebung der Kirchensteuer unterstützt, was bedeutet, dass der Staat aktiv in die Finanzierung religiöser Institutionen eingreift.
Kirchen genießen zudem zahlreiche Privilegien, wie etwa Steuervergünstigungen und staatliche Zuschüsse für soziale und karitative Einrichtungen, die von kirchlichen Organisationen betrieben werden. Diese Vorteile stellen eine direkte Verbindung zwischen Staat und Kirche dar, die in einem wirklich säkularen Staat nicht bestehen dürfte.
Religiöse Symbole im öffentlichen Leben
Auch religiöse Symbole finden immer wieder ihren Platz im öffentlichen Raum, etwa in Form von Kreuzen in öffentlichen Schulen oder auf offiziellen Gebäuden.
In einer tatsächlich säkularen Gesellschaft wäre es notwendig, auf solche Symbole zu verzichten, um keine religiöse Bevorzugung zu zeigen und die religiöse Neutralität des Staates zu wahren.
Die Debatten über religiöse Symbole in öffentlichen Einrichtungen, wie das Tragen von Kopftüchern oder das Vorhandensein von religiösen Darstellungen in Schulen, zeigen die Unklarheit und die Problematik der Säkularität in Deutschland.
Säkularismus und politische Debatten
Religiöse Organisationen üben weiterhin erheblichen Einfluss auf die politische Landschaft in Deutschland aus.
Einfluss religiöser Organisationen auf die Politik
Insbesondere in Fragen wie dem Abtreibungsrecht, der gleichgeschlechtlichen Ehe oder der Sterbehilfe sind es oft religiöse Gruppen, die die politische Debatte maßgeblich beeinflussen und entsprechende politische Entscheidungen verhindern oder fördern.
Hier zeigt sich, dass der Säkularismus in Deutschland nicht vollständig umgesetzt ist, da religiöse Überzeugungen immer wieder in politische Entscheidungsprozesse einfließen.
Der Streit um die Kirchensteuer
Die Kirchensteuer in Deutschland sorgt immer wieder für politische und gesellschaftliche Debatten. Viele Kritiker sehen in der Kirchensteuer einen unzulässigen Eingriff des Staates in die Religionsfreiheit und fordern ihre Abschaffung.
Gleichzeitig gibt es aber auch Stimmen, die die Kirchensteuer als Ausdruck der Tradition und der sozialen Verantwortung der Kirchen im sozialen Bereich verteidigen. Dieser Streit ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Säkularismus in Deutschland keine unangefochtene Realität ist.
Politische Parteien und ihre Haltung zum Säkularismus
Die politischen Parteien in Deutschland stehen dem Säkularismus unterschiedlich gegenüber.
Während sich Grüne, Linke und zunehmend auch die SPD für eine stärkere Trennung von Staat und Kirche einsetzen, halten CDU und CSU an traditionellen religiösen Werten fest und sehen die enge Zusammenarbeit mit kirchlichen Institutionen als positiv an.
Diese Differenzen spiegeln sich auch in politischen Entscheidungen wider, etwa bei der Frage nach der weiteren finanziellen Unterstützung von Kirchen oder der Ausgestaltung des Religionsunterrichts an Schulen.

Deutschland und die religiöse Landschaft
Deutschland ist ein religiös vielfältiges Land.
Die Demografie der Religionen in Deutschland
Laut dem Pew Research Center gehört etwa die Hälfte der Bevölkerung keiner Religion mehr an, während die andere Hälfte einer christlichen Konfession oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehört.

Diese demografischen Veränderungen haben Auswirkungen auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Religion und Säkularismus. Sie stellen die Frage nach der Relevanz religiöser Praktiken und Institutionen in einer zunehmend säkularen Gesellschaft.
Kirchenaustritte und die Rolle der Religionszugehörigkeit
Die Zahl der Kirchenaustritte in Deutschland nimmt stetig zu.
Immer mehr Menschen distanzieren sich von der Kirche und ihrem Einfluss auf das gesellschaftliche Leben.
Diese Entwicklung ist ein Indiz dafür, dass der Säkularismus in Deutschland nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine gesellschaftliche Realität wird – obwohl sie vor allem vom Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsfälle dynamisiert wurde.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Bedeutung Religionszugehörigkeit in einer säkularen Gesellschaft noch hat und wie sich die Wahrnehmung von Religion in der Zukunft verändern wird.
Der Wandel der Religionslandschaft: Von der traditionellen Religiosität zur zunehmenden Säkularisierung
Die Religionslandschaft in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. War Religion früher ein zentraler Bestandteil des Lebens vieler Menschen, ist sie heute zunehmend weniger präsent.
Die jüngeren Generationen sind immer häufiger konfessionslos und fühlen sich weniger an die traditionellen religiösen Institutionen gebunden.
Diese Entwicklung hin zur Säkularisierung könnte in den kommenden Jahren noch stärker voranschreiten, was die Rolle der Kirche in der Gesellschaft weiter in Frage stellen würde.
Die Rolle der Medien im säkularen Diskurs
In den deutschen Medien wird Säkularismus oft als Randthema behandelt, obwohl er in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen eine zentrale Rolle spielt.
Die Medien berichten zwar regelmäßig über religiöse Themen und kirchliche Skandale, doch die Frage nach der tatsächlichen Trennung von Staat und Religion wird nur selten umfassend behandelt.
Stattdessen wird Säkularismus oft als abstraktes Konzept oder als Randthema behandelt, das keine größere Relevanz hat – obwohl die Gruppe der Konfessionsfreien von allen Bevölkerungsteilen in Deutschland die größte ist.
Säkularismus und seine Darstellung in der Politik
Die politische Auseinandersetzung mit dem Thema Säkularismus ist oft von Emotionen und Vorurteilen geprägt.
Politische Parteien und Medien neigen dazu, Säkularismus entweder als Bedrohung für die religiösen Traditionen des Landes oder als notwendige Entwicklung hin zu mehr Toleranz und Freiheit darzustellen.
Die komplexe Realität der Säkularität wird dabei oft vereinfacht und polarisiert.
Fazit: Ist Deutschland wirklich säkular?
Die Frage, ob Deutschland wirklich säkular ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Zwar gibt es in der Verfassung klare Bekenntnisse zur Religionsfreiheit, jedoch zeigt sich in der Praxis eine enge Verknüpfung von Staat und Religion.
Religiöse Privilegien und die unzureichende Trennung von Kirche und Staat werfen die Frage auf, ob Deutschland wirklich als säkularer Staat bezeichnet werden kann.

Wie säkular ist Deutschland im Vergleich zu anderen westlichen Ländern?
Im Vergleich zu anderen westlichen Ländern, insbesondere solchen mit strengerem Laizismus wie Frankreich, schneidet Deutschland weniger gut ab.
In Ländern wie Frankreich, Mexiko, Portugal oder Urugay wird die Trennung von Staat und Religion wesentlich konsequenter umgesetzt: Hier wird teils der religiöse Einfluss auf staatliche Angelegenheiten verboten; Kirche und Staat sind institutionell streng getrennt. In Urugay wurde Religion aus dem öffentlichen Leben verbannt; religiöse Symbole sind in staatlichen Institutionen untersagt.
Im Vergleich hierzu haben in Deutschland religiöse Institutionen nach wie vor eine starke Präsenz im öffentlichen Leben.

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