Biblische Übersetzungsfehler

Biblische Übersetzungsfehler: Lost in Translation

Wenn Menschen Texte übersetzen, passieren oft Fehler – das gilt auch für die Bibel. Im Folgenden checken wir spektakuläre biblische Übersetzungsfehler und zeigen, wie sich diese auf die christliche Theologie ausgewirkt haben.

Von Hebräisch zu Deutsch: Eine Kette stiller Post über Jahrtausende

Um zu verstehen, wie aus einer „jungen Frau“ eine „Jungfrau“ werden konnte, muss man den abenteuerlichen Weg der Texte nachvollziehen. Die Bibel ist kein Original, sondern eine Übersetzung von Übersetzungen.

Das Alte Testament: vom hebräischen Urtext bis zur griechischen Septuaginta

Ursprünglich in Hebräisch (mit ein paar aramäischen Sprengseln) verfasst, wurde es bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. für die Juden in Ägypten ins Griechische übersetzt. 

Wer schrieb die Bibel?: So entstand das alte Testament
Über die Entstehung des „Alten Testaments“: Viele Jahrhunderte lang beschäftigte die Frage nach den Verfassern des AT Gelehrte und Forscher. [Anzeige]

Diese sogenannte Septuaginta (LXX) ist die Geburtsstätte vieler Fehler, da die Übersetzer oft Begriffe wählten, die dem griechischen Zeitgeist entsprachen, aber die hebräische Nuance verfehlten.

Neues Testament: vom Griechischen zur lateinischen Vulgata

Die Texte des Neuen Testaments wurden direkt in Koine-Griechisch verfasst – der damaligen Weltsprache –, wobei die Autoren oft die bereits fehlerhafte griechische Fassung des Alten Testaments zitierten.

Hieraus entstand die lateinische Bibel, die Vulgata: Im 4. Jahrhundert n. Chr. goss der Heilige Hieronymus das Ganze in das Latein der Kirche. Seine Vulgata wurde für über tausend Jahre der Standard, auf dem alle westlichen Dogmen basieren. Jedes Missverständnis in seinem Latein wurde somit zur „göttlichen Wahrheit“ des Mittelalters.

Von der Vulgata zu den Volkssprachen

Erst mit der Reformation (z. B. Luther ab 1522) gelangten die Texte ins Deutsche oder Englische. Doch statt auf die (ohnehin lückenhaften) Urtexte zurückzugreifen, schleppten diese Übersetzer oft die theologischen Altlasten und Fehlinterpretationen der lateinischen Vorlagen mit in die Moderne. Und deshalb glauben heute Menschen dogmatisch an eine „Jungfrauengeburt“.

Geschichte der Reformation in Deutschland
Luthers kirchlicher Reformimpuls steht im Kontext vielfältiger Umbrüche, die um 1500 im politischen, ökonomischen und kulturellen Leben einsetzten

Wer übersetzt, macht Fehler – auch in der Bibel 

Man muss den christlichen Apologeten eines lassen: Sie haben Ausdauer. Wer ein Buch verteidigt, das vor logischen Löchern, kontrafaktischen Behauptungen, metaphysischem Mumbo-Jumbo und Übertragungsfehlern nur so strotzt, braucht entweder ein sehr dickes Fell oder eine beeindruckende kognitive Dissonanz. Am besten beides. 

Bibel_Unsinnige-Stellen

Bevor wir uns den sprachlichen Totalausfällen widmen, werfen wir einen Blick auf das statistische Desaster. Schätzungen gehen davon aus, dass die Bibel – je nachdem, wie streng man zählt – zwischen 3.000 und 30.000 Widersprüche enthält.

Zu der niedrigeren Zahl kommt man, wenn man inhaltliche Widersprüche zählt, an denen die Bibel sich selbst widerspricht oder den Erkenntnissen der Wissenschaften (z. B. Schöpfungsgeschichte der Bibel). Zu der höheren Zahl kommt man, wenn man auch einfache Schreibfehler, abweichende Namen etc. mitzählt.

Egal, ob man nun triviale Unstimmigkeiten mitberechnet oder aber nur schwerwiegende Diskrepanzen zählt wie die unterschiedliche Stammbäume Jesu bis hin zu den völlig konträren Berichten über die Kreuzigung, die Auferstehung oder die Himmelfahrt – es sind tausende Fehler. Das ist für ein „unfehlbares“ Werk eine ziemlich bittere Quote.

Warum gibt es so viele Widersprüche in der Bibel?

Die Antwort ist so profan wie wissenschaftlich belegt: Die Bibel fiel nicht vom Himmel. Sie ist ein über Jahrhunderte gewachsenes Konstrukt aus mündlichen Überlieferungen, Abschriften von Abschriften von Abschriften und bewussten redaktionellen Eingriffen.

Die Problematik der Quellenlage und Textkritik

Wenn Menschen Texte kopieren, machen sie Fehler. Im Fall des Neuen Testaments besitzen wir mehr Varianten in den Manuskripten, als das Buch Wörter hat. Wissenschaftler der historisch-kritischen Exegese haben alle Hände voll zu tun, überhaupt einen „Urtext“ zu rekonstruieren, den es so vermutlich nie gab.

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Wie entstehen logische Fehler in religiösen Texten?

Oft kollidieren die Interessen verschiedener Autoren. Während der eine Gott als rachsüchtigen Kriegsherrn zeichnet, versucht der nächste, ihn als liebenden Vater zu verkaufen. 

So auch bei Jahwe. Der abrahamitische Gott erscheint im Alten Testament wie ein betrunkener Choleriker, der seinem primitiven Blutrausch nur allzu gerne freie Bahn lässt. Im Neuen Testament hingegen wird er von Jesus als herzensguter Himmelspapa gezeichnet, der uns zwar mit ewiger Verdammnis droht, uns aber im Grunde lieb hat. 

Diese theologischen Brüche werden heute oft mühsam weginterpretiert, sind aber schlicht Zeugnisse menschlicher Phantasie im Wandel der Zeit.

Jahwe Gott Israels
Mal „lieber“ Gott, mal göttliche Todesschwadron: Jahwe

Die bekanntesten Übersetzungsfehler der Bibel

Nichts hat die westliche Kultur so sehr geprägt wie Missverständnisse. Wenn ein Übersetzer im antiken Hebräisch oder Griechisch danebengreift, entstehen plötzlich Dogmen, für die Menschen Jahrhunderte später bei einer Autodafé oder der Inquisition auf dem Scheiterhaufen für Häretiker landeten.

Atheistisches Meme
Ist Jesus Gott? Über das christliche Gottesbild verloren zahllose Menschen ihr Leben

Jungfrau oder junge Frau: Die Maria-Lüge

Der Klassiker der Bibel-Fehlübersetzungen schlechthin findet sich in Jesaja 7,14. Das hebräische Wort „Almah“ bedeutet schlicht „junge Frau“. Als der Text ins Griechische (Septuaginta) übersetzt wurde, wählte man „Parthenos“, was spezifisch „Jungfrau“ impliziert. 

Das Matthäus-Evangelium schnappte sich diesen Fehler, um die biologisch unmögliche Jungfrauengeburt zu „belegen“. Ohne diesen simplen Vokabelfehler wäre die Marienverehrung heute wohl nur eine Randnotiz der Geschichte.

Jungfrauengeburt
Rätselhaft: der Vorgang der Empfängnis durch Geister und der Jungfrauengeburt

Das Nadelöhr und das vermeintliche Kamel

„Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht…“ (Matthäus 19,24). Wahrscheinlich war hier gar kein Huftier gemeint. Das griechische Wort für Schiffstau ist „Kamilos“, während das Wort für Kamel „Kamelos“ lautet. 

Ein dickes Seil, das nicht durch eine Nadel passt, ergibt im Kontext eines Handwerkers durchaus Sinn. Aber ein Kamel ist natürlich dramatischer und passt besser zum Hang der Religion für das Absurde.

Weitere biblische Übersetzungsfehler

Die Liste der Patzer ist lang. Manchmal sind es Nuancen, manchmal ganze Weltbilder, die auf falscher Etymologie fußen. Hier zeigt sich, dass „Gottes Wort“ vor allem eines ist: menschliches Stückwerk.

Vom Gehilfen zum Untertan: Fehler in der Genesis

In der biblischen Schöpfungsgeschichte wird die Frau oft als „Gehilfin“ (Ezer) des Mannes bezeichnet, was jahrhundertelang als Legitimation für das Patriarchat diente. Das Problem: Im Hebräischen wird „Ezer“ fast immer für Gott selbst verwendet, wenn er den Menschen hilft.

Es bedeutet eher „Rettung“ oder „Beistand auf Augenhöhe“. Die Abwertung der Frau ist also nicht „gottgegeben“, sondern ein Resultat sexistischer Übersetzungsgeschichte.

Warum Moses Hörner trägt: Ein glänzender Übersetzungsfehler

Einer der skurrilsten Fehler der Kunstgeschichte geht auf das Konto des „Heiligen“ Sophronius Eusebius Hieronymus und seiner Vulgata (Bibel auf Latein). 

Hieronymus: Askese und Wissenschaft in der Spätantike
Fürst beschreibt die theologischen Kontroversen, in die Hieronymus im Laufe seines spannungsreichen Lebens verwickelt war [Anzeige]

Als Hieronymus das zweite Buch Mose übersetzte, stieß er auf das hebräische Wort qaran. Im Kontext bedeutete dies, dass Moses’ Gesicht „strahlte“, als er vom Berg Sinai herabstieg. Da das Hebräische jedoch keine Vokale schreibt, las Hieronymus qeren – was schlichtweg „Horn“ bedeutet.

Das Ergebnis? Ein gehörnter Prophet. Dank dieses Patzers meißelte Michelangelo seinem Moses zwei stolze Steinböcke auf den Kopf.

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Die Skulptur von Michelangelo (ca. 1513) zeigt Moses mit Hörnern

Ein göttliches Strahlen wurde zur animalischen Missbildung, nur weil ein Kirchenvater den Kontext nicht begriff. Es ist die perfekte Metapher für die Religion: Man nimmt ein Missverständnis und erklärt es zur unantastbaren Ikone.

Der Apfel im Paradies: Ein lateinisches Wortspiel mit Folgen

Suchen Sie in der Genesis ruhig nach dem Apfel – Sie werden ihn nicht finden. Dort ist lediglich von einer „Frucht“ die Rede. Dass wir heute alle an einen Granny Smith denken, wenn wir über den Sündenfall sprechen, verdanken wir der lateinischen Sprache und einem billigen Wortwitz.

Das lateinische Wort für „das Böse“ lautet malum. Zufälligerweise heißt der Apfelbaum auf Latein malus und die Frucht ebenfalls malum. Für die mittelalterlichen Kirchenlehrer war das ein gefundenes Fressen: Die Frucht des Bösen muss ein Apfel sein! 

So wurde eine botanisch völlig unspezifizierte Geschichte zur Grundlage einer jahrhundertelangen Obsession mit einer Obstsorte. 

Erbsünde

Die Erfindung der Hölle: Wenn Müllkippen zu ewigen Qualen werden

Die „Hölle“ ist vielleicht der erfolgreichste Marketing-Gag der Kirchengeschichte, basiert aber auf einer massiven Begriffsverwirrung. 

In den Urtexten tauchen Begriffe wie Scheol, Hades oder Gehenna auf. Während Scheol einfach nur das schattige Totenreich (das Grab) meint, war die Gehenna ein ganz realer Ort: das Hinnom-Tal südlich von Jerusalem.

Dort wurde buchstäblich der Müll der Stadt verbrannt, es stank, und ja, es brannte dort oft Feuer. Die biblischen Autoren nutzten diesen Ort als drastische Metapher für Vernichtung. Die späteren Übersetzer machten daraus jedoch einen metaphysischen Folterkeller mit ewiger Verdammnis. 

Aus einer antiken Mülldeponie wurde ein theologisches Druckmittel, um die Massen gefügig zu halten. Wer heute noch an die Hölle glaubt, fürchtet sich im Grunde vor der Jerusalemer Müllabfuhr des ersten Jahrhunderts.

Weitere Fehlübersetzungen

Es gibt noch mehr „Greatest Hits“ der Bibelübersetzungsprobleme. Es ist doch erstaunlich, wie viel „heilige Tradition“ auf schlichtem Unvermögen beim Vokabelpauken fußt.

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Neben Fehlern fügten Kopisten und Schreiber auch gerne (vermeintliche) Verbesserungen ein, die sogenannten Interpolationen

Lucifer: Wie ein Morgenstern zum gefallenen Engel mutierte

In Jesaja 14,12 steht im Hebräischen Helel ben Schachar, was schlicht „Glänzender, Sohn der Morgenröte“ bedeutet. Es war eine Spottrede auf einen hochmütigen babylonischen König. Die lateinische Übersetzung machte daraus Lucifer (Lichtbringer). 

Erst spätere kirchliche Interpretation dichtete hier die Sturz-Geschichte eines personifizierten Satans hinein. In Wahrheit ging es um antike Geopolitik, nicht um einen gefallenen „Engel“ mit Geltungsdrang.

Warum gibt es den Teufel?
Der Fall des Luzifer

Töten oder Morden? Ein feiner Unterschied mit blutigen Folgen

Das Gebot in Exodus 20,13 lautet im Original lo tirzach. Das Zeitwort razach bezieht sich spezifisch auf das illegale Töten, also „Morden“.

Die pauschale Übersetzung bei den Zehn Geboten mit „Du sollst nicht töten“ suggeriert einen Pazifismus, den die Bibel an anderen Stellen durch göttlich befohlene Völkermorde sofort wieder revidiert. Schließlich tötet Jahwe ja auch selbst andauernd.

Es ging dem antiken Gesetzgeber um den Schutz innerhalb der eigenen Gruppe, nicht um ein allgemeines Lebensrecht für alle.

Einhörner in der Bibel: Wenn der Auerochse zum Fabelwesen wird

In älteren Übersetzungen (wie der King-James-Bible) stolpert man über Einhörner. Das hebräische Wort re’em beschreibt jedoch den Bos primigenius, den ausgestorbenen Wildstier oder Auerochsen. 

Da die Übersetzer keine Ahnung hatten, was für ein Tier gemeint war, griffen sie zur griechischen Monokeros-Übersetzung. So hielten Fabelwesen Einzug in ein Buch, das ohnehin schon genug Märchen enthält.

Satan und Teufel: Die Fusion zweier völlig unterschiedlicher Konzepte

Heute gilt „Satan“ quasi als der Vorname des Teufels. Ursprünglich war der Ha-Satan im Buch Hiob jedoch ein himmlischer Staatsanwalt, eine Art „Ankläger“ im Auftrag Gottes. Der griechische Diabolos (Durcheinanderbringer bzw. Verleumder) kam erst viel später hinzu.

Die Kirche hat diese völlig verschiedenen Rollen – vom göttlichen Mitarbeiter hin zum bösen Gegenspieler – einfach zusammengerührt, um ein klares Feindbild zu schaffen.

Adams Rippe: Warum die Frau eigentlich seine „Flanke“ war

In Genesis 2,21 wird behauptet, Eva sei aus Adams „Rippe“ (zela) entstanden. Philologisch bedeutet zela im Hebräischen jedoch fast immer „Seite“ oder „Flanke“ (wie die Seite eines Gebäudes). 

Die Vorstellung, die Frau sei nur ein kleiner Knochenfortsatz des Mannes, ist eine patriarchale Fehlinterpretation. Ursprünglich ging es wohl eher darum, dass der Mensch in zwei Hälften gespalten wurde – eine deutlich egalitärere Sichtweise, die aber in der christlichen Tradition nie Fuß fassen konnte.

Ostern in der Apostelgeschichte: Ein anachronistischer Feiertag

In manchen alten englischen Übersetzungen taucht in Apostelgeschichte 12,4 das Wort Easter (Ostern) auf. Im griechischen Original steht jedoch Pascha, also das jüdische Passahfest.

Hier wurde versucht, christliche Traditionen künstlich in die jüdische Geschichte der Urgemeinde zurückzuprojizieren. Ostern gab es damals schlicht noch nicht – es ist ein späteres Produkt synkretistischer Religionsentwicklung.

Die Hinrichtung des Jakobus und die Verhaftung des Petrus
Um jene Zeit ließ der König Herodes einige aus der Gemeinde verhaften und misshandeln. Jakobus, den Bruder des Johannes, ließ er mit dem Schwert hinrichten. Als er sah, dass es den Juden gefiel, ließ er auch Petrus festnehmen. Das geschah in den Tagen der Ungesäuerten Brote. Er nahm ihn also fest und warf ihn ins Gefängnis. Die Bewachung übertrug er vier Abteilungen von je vier Soldaten. Er beabsichtigte, ihn nach dem Paschafest dem Volk vorführen zu lassen.

Apg 12,1–5

Wer ist mein Nächster? Vom Stammesgenossen zum Weltbürger

Das hebräische re’a wird heute gern als „Mitmensch“ im Sinne globaler Nächstenliebe interpretiert. Im antiken Kontext meinte es jedoch ganz explizit den „Volksgenossen“ oder den „Nachbarn“ innerhalb der eigenen israelitischen Gemeinschaft. 

Geschichte der biblischen Welt
Geschichte der biblischen Welt: von den Anfängen der menschlichen Besiedlung bis zum 3. Jahrhundert n. u. Z. [Anzeige]

Die universelle Liebe zu allen Menschen war dem ursprünglichen Text fremd; es war eine exklusive tribalistische Solidargemeinschaft, die Fremde oft genug ausschloss.

Die Prophetin bei Jesaja: Amt oder Familienstand?

In Jesaja 8,3 ist von der „Prophetin“ (ha-nebi’ah) die Rede. Viele Bibelleser sehen darin eine Frau mit göttlicher Gabe. Sprachwissenschaftlich ist es jedoch höchstwahrscheinlich nur die weibliche Form des Titels ihres Ehemannes – also schlicht „die Frau des Propheten“. 

Ein kleiner Unterschied in der Endung, der entscheidet, ob eine Frau eine eigenständige geistliche Autorität war oder nur „die Gattin von“.

Fazit: Ein Glaube auf tönernen (Wörterbuch-)Füßen

Wer die Bibel als „unfehlbares Fundament“ betrachtet, baut sein Haus nicht auf Fels, sondern auf Treibsand aus antiken Schreibfehlern und mittelalterlichen Interpretationslücken.

Es ist schon eine besondere Ironie der Geschichte: Zentrale Säulen des Christentums – von der Jungfraulichkeit Marias über die Existenz einer brennenden Hölle bis hin zur moralischen Abwertung der Frau – basieren nicht auf göttlicher Offenbarung, sondern auf schlichtem philologischem Unvermögen.

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Übersetzungsfehler: Gibt es eben auch in der Bibel

Hätten die Übersetzer der Septuaginta gewusst, dass sie aus einer simplen „jungen Frau“ eine biologische Sensation machen, oder hätte Hieronymus den Unterschied zwischen „Strahlen“ und „Hörnern“ gekannt, sähe unsere Kulturgeschichte heute völlig anders aus. Was uns als ewige Wahrheit verkauft wird, ist oft nur das Resultat einer schlechten Kopie oder eines politisch motivierten Wortspiels.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die Bibel ist ein zutiefst menschliches Buch. Wer darin nach Beweisen für das Übernatürliche sucht, findet stattdessen nur die Beweise für menschliche Irrtümer.

Wer Wissen will, sollte also lieber zum Etymologie-Lexikon greifen als zum Gebetsbuch – denn die Wahrheit liegt nicht im „Heiligen Geist“, sondern in der korrekten Grammatik.

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